Kompany wird es freuen: FC Bayern lässt sich nicht zu Triple-Ansage hinreißen

Ganz unvorbereitet war der FC Bayern auf den ersten Pokalfinaleinzug seit sechs Jahren nicht. Ganz im Gegenteil: Schon wenige Sekunden nach dem gewonnenen Halbfinale gegen Leverkusen (2:0) wurden Finalshirts an die Spieler und den Trainerstab verteilt. "Guess who's back (Deutsch: Ratet, wer zurück ist)", hatten die Münchner drauf drucken lassen. Dazu verschiedene Sehenswürdigkeiten aus Berlin.
Musiala legte bei der Kabinenparty auf
Das Brandenburger Tor, der Fernsehturm und natürlich das Olympiastadion. Dort steigt am 23. Mai das Endspiel um den Goldpott. Mit solch einem Outfit feierte sich die Machtdemonstration gegen die Werkself gleich besser. "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", wurde gemeinsam mit den mitgereisten Fans angestimmt.
Danach ging die Party in der Kabine weiter. Team-DJ Jamal Musiala legte Finalhits auf. "Ein Bierchen ist auf jeden Fall drin", meinte Sportvorstand Max Eberl in der Mixed-Zone der BayArena. Zu einer Titel- oder gar Triple-Ansage ließ sich der Niederbayer allerdings nicht hinreißen.
"Wir freuen uns erst einmal, dass wir nach Berlin gekommen sind"
Sachlich meinte Eberl: "Wir haben einen Schritt in die richtige Richtung gemacht." Auch Präsident Herbert Hainer wollte die Spielzeit nicht vor dem Saisonende loben. "Wir freuen uns erst einmal, dass wir nach Berlin gekommen sind", antwortete er auf die Frage, ob in ihm nach den jüngsten Erfolgen langsam ein Triple-Gefühl gedeiht: "Wir denken Schritt für Schritt."
Worte, die Trainer Vincent Kompany gefallen werden. Ist es doch genau das, was der Belgier Woche für Woche auf Pressekonferenzen und in der Kabine predigt. Voller Fokus immer nur auf das nächste Spiel. Die Trophäen kommen dann ganz von alleine. "Wir fahren nach Berlin, um das Finale zu gewinnen", war das Höchste an Triple-Stimmung, die an diesem Mittwochabend aufkam – getätigt von Verteidiger Jonathan Tah.

Tah: "Zweifel hat keiner, wenn er auf dem Platz steht"
"Für etwas anderes fahren wir da nicht hin", legte der Neuzugang nach. Es geht doch! Da ist das Selbstvertrauen, das die Bayern in den letzten Wochen eindrucksvoll auf dem Spielfeld zeigten. "Zweifel hat keiner, wenn er auf dem Platz steht", bestätigte Tah. Was das Erfolgsrezept der Bayern für diese Stärke ist? "Das hat damit zu tun, dass wir jeden Tag extrem hart arbeiten", antwortete der Nationalspieler. Jeder reiße sich für den anderen auf. Getreu dem Motto: Einer für alle, alle für einen.
"Die Mannschaft ist wirklich überragend", hob auch Hainer hervor. Vor allem die "unglaubliche Kameradschaft und Spielfreude" begeistert den Präsidenten der Bayern. "Da kommt alles zusammen", so Hainer: "Die Fitness, die Spielfreude und das System. Da hatte der Gegner kaum Platz, rauszukommen."
Mannschaft des FC Bayern weiß um Triple-Chance
Mit anderen Worten: Triplereif wären die Münchner in dieser Saison allemal. Und das muss auch Tah zugeben. "Natürlich wissen wir, dass das möglich ist", sagte der Abwehrspieler, ehe er in die Wortwahl seines Trainers und der Bosse abdriftete: "Wir müssen uns aber auf das Hier und Jetzt fokussieren". Das sei das Bundesligaspiel des FC Bayern am Samstag beim Tabellenzehnten aus Mainz (15.30 Uhr).
"Da wollen wir uns unseren Fokus und unser Selbstvertrauen holen", erklärte Tah. Das werden die Münchner am kommenden Dienstag (21 Uhr) erneut brauchen. Im Halbfinalhinspiel der Champions League gilt es, sich im Prinzenpark gegen Paris Saint-Germain eine gute Ausgangslage zu erspielen.

Eberl warnt vor Paris Saint-Germain
"Paris wird nicht einfach", warnte Eberl vor dem aktuell größten Triple-Stolperstein: "Das muss man ganz klar sagen." Der Titelverteidiger sei nicht per Zufall in der Runde der letzten vier Mannschaften. "Das ist eine herausragende Mannschaft, die weiß, wie man gewinnt." Das gilt für die Münchner in diesen Wochen allerdings auch.