Kölle steht Kopf

Lukas Podolskis Rückkehr versetzt eine Stadt in Aufruhr – von Ministerpräsident Rüttgers über OB Schramma bis zu BAP-Sänger Niedecken.
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Lukas Podolski
ap Lukas Podolski

Lukas Podolskis Rückkehr versetzt eine Stadt in Aufruhr – von Ministerpräsident Rüttgers über OB Schramma bis zu BAP-Sänger Niedecken.

KÖLN/MÜNCHEN Die Bayern meldeten Vollzug. Emotionslos, kurz und knapp. „Wir sind dem ausdrücklichen Wunsch von Lukas Podolski nachgekommen, nach Köln zurückzukehren“, erklärte Manager Uli Hoeneß via Homepage und fügte hinzu: „Damit sind alle Spekulationen der zurückliegenden Wochen beendet.“ Ende der Durchsage.

Wieder einer mehr, der es nicht geschafft hat bei Bayern. Aber einer, der es geschafft hat, seinen Herzenswunsch durchzudrücken. Und damit eine Stadt in den Ausnahmezustand versetzt. Der 19. Januar 2009 dürfte bald einen Eintrag in die Kölner Stadtgeschichte finden, ein Feiertag für alle FC-Fans. Eine Stadt schreit: Wir sind Poldi! Habemus Lukam! Kölle steht Kopf!

„Sie können sich nicht vorstellen, was bei uns los ist“, sagte Henning Krautmacher, der „De Höhner“-Frontmann, zur AZ. Doch, doch, können wir schon. „Nein, nein“, so die Antwort des Sängers der Kölner Kultband („Viva Colonia“). Aufgeregt klingt der 51-Jährige: „Man sagt doch: Das ist, als würden Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen. Dat Ding mit Poldi ist mehr: Als würden der 11.11., Weiberfastnacht und der Rosenmontagszug zusammenfallen. Hier geht allen das Herz auf, Poldi ist zu Hause. Wir Kölner machen heute das, was wir am besten können: Feiern.“

Die Poldi-Mania erreichte schon früh morgens die höchsten Stellen. „Poldi gehört zum FC wie der Dom zu Köln. Ich bin stolz und froh, dass wir ihn wieder haben“, meinte Oberbürgermeister Fritz Schramma. Das Sekretariat seines Büros musste eine Interviewanfrage nach der anderen aufnehmen. Schramma ließ staatstragend verlauten: „Für den 1. FC Köln ist Lukas Podolski ein absoluter Glücksfall. Der Wechsel eines 60-maligen Nationalspielers nach Köln beweist die hohe Anziehungskraft des 1.FC.“ Damit nicht genug. Sogar NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, ein gebürtiger Kölner, gab eine Erklärung raus: „Lukas Podolski hat ein tolles Bekenntnis zur Heimat abgegeben. Wo gibt es das noch in der globalisierten Welt des Fußballs?“

In Kölle. Tausende hatten sich zuletzt auf der Rückkehr-Website (comPoldicom.de) eingetragen. Schauspieler Heiner Lauterbach meinte: „Ich bin auch in München FC-Fan geblieben. Wenn Poldi beim FC spielt, komme ich wieder nach Köln ins Stadion.“ BAP-Sänger Wolfgang Niedecken zeigte sich ebenfalls erleichtert: „Während seiner gesamten Zeit in München habe ich mit ihm gelitten. Wer so emotional wie Podolski ist, der will im Grunde geliebt werden.“ Was ab 1. Juli wieder Fall sein wird. Dann beginnt sein Vierjahres-Vertrag. Der FC Bayern erhält rund zehn Millionen Euro Ablöse.

Nun muss Podolski („Bis zum Sommer gilt meine ganze Konzentration dem FC Bayern“) noch ein paar Monate im Exil aushalten, dann ist die Rückholaktion abgeschlossen. Und „De Höhner“ wollen umtexten. Zur Melodie von „Schnaps, das war sein letztes Wort“ heißt es in einem Song in Anspielung auf Poldi: „Köln, das war sein letztes Wort. Dann ließen ihn die Bayern fort“. Podolski simste Drummer Janus Fröhlich kürzlich: „Geiles Lied!“ Die Mission ist erfüllt. „Das war nur als aktueller Karnevalsgag gedacht“, sagte Krautmacher, „aber vielleicht machen wir jetzt eine Single draus. Nicht auszuschließen, dass Lukas mit uns singt.“

Kölle is jeck. Wir sind Poldi. Und die Bayern? Sind Poldi los.

Patrick Strasser

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