Klose, endlich!

Ein Doppelpack des Stürmers in den Schlussminuten erlöst Bayern – nach zahllosen vergebenen Chancen. Am Ende siegen die Klinsmänner mit 3:1 gegen Borussia Dortmund.
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Jubel, Trubel, FCB: Miroslav Klose feiertt sein Doppelpack in den Schluussminuten. Mark van Bommel (l.) gratuliert.
sampics/Augenklick Jubel, Trubel, FCB: Miroslav Klose feiertt sein Doppelpack in den Schluussminuten. Mark van Bommel (l.) gratuliert.

MÜNCHEN - Ein Doppelpack des Stürmers in den Schlussminuten erlöst Bayern – nach zahllosen vergebenen Chancen. Am Ende siegen die Klinsmänner mit 3:1 gegen Borussia Dortmund.

Die Vorlagen lauteten: Hoffenheim 1:1, mit spätem Duselausgleich. Der HSV nach 2:0 noch 2:3 in Karlsruhe. Leverkusen gar 2:4 gegen Stuttgart. Und Hertha am Freitag schon nur 1:1 in Bielefeld. Also?

Eine vierfache Vorlage. „Wir müssen nun nachlegen, wir brauchen unbedingt die Punkte", forderte Trainer Jürgen Klinsmann, der die Verlierer-Elf vom 0:1 in Hamburg aufstellte.

Machten sie, 3:1 gegen Borussia Dortmund dank des späten Doppelpacks von Miroslav Klose. Präsente angenommen, Punkte mitgenommen, Platz zwei erobert.

„Normalerweise nimmt Bayern solche Geschenke nicht an, sondern macht selbst Geschenke", hatte ja Franz Beckenbauer vor der Partie noch befürchtet. Der Präsident fügte hinzu: „Wenn man in der Vorrunde nicht schon so viele Punkte verschenkt hätte, dann hätte man jetzt zehn bis 15 Punkte Vorsprung."

Na ja, etwas übertrieben, aber wahr. Man erinnere an das 3:3 nach 3:1 gegen Bochum oder die späten Gegentore in Gladbach (2:2) oder in Stuttgart (2:2). Besonders zu Hause ging's meist hoch mehr, mit eishockey-ähnlichen Ergebnissen und Gegner-freundlichem Schlagabtausch. „Wenn man sich das Heim-Torverhältnis anschaut, war das eher eine Beleidigung für das Publikum", meinte Beckenbauer. Höchstens für Defensivfußball-Fetischisten.

Unterhaltsam, der Franz. Und ein Prophet. Denn das Unheil kam in Gestalt eines winterlichen Ausrutschers daher. Doch von wegen Schnee und Eis. Pech und Ungeschick trafen aufeinander und schon lag Martin Demichelis am Boden und der Ball im Tor - 0:1 nach 90 Sekunden. Nach dem Steilpass von Hajnal aus dem Mittelfeld nahm Valdez die Einladung zum Eckeaussuchen an und verwandelte. Und dahin waren alle forschen Ankündigungen.

Wut war nun der Motor des Bayern-Spiels. Angriff auf Angriff Richtung Norden, Richtung BVB-Tor. Zé Roberto per Flachschuss (5.), gehalten von Weidenfeller. Danach versuchen sich Toni und Klose im Minutentakt, mal per Fuß, mal per Kopf. Und wieder traten Pech und Ungeschick als 13. Mann auf. So musste es der alte Brasilianer richten: Nach einem Schuss von Ribéry mit seinem neongrünen Schlappen konnte Weidenfeller nur abklatschen, Zé Roberto, der 34-jährige Jungspund, verwandelte - 1:1 (24.). Bayern klar überlegen, nur fahrlässig (Toni/Klose) in der Chancenverwertung. „Das geht schon die ganze Saison so", lästerte Beckenbauer, „20 Chancen und ein Treffer - eine schwache Ausbeute." Da ist was dran.

Besserung nach der Pause? Da war plötzlich die Abwehr grob-fahrlässig, Kringe vergab per Flugkopfball völlig frei (62.). Der BVB bestimmte das Tempo, die Bayern hingen durch, insbesondere Ribéry. Höhepunkt der Chancenstümperei: Klose, Donovan und Altintop verdaddeln das mögliche 2:1 (79.).

Doch dann Klose, endlich. Er machte es wie Kahn, immer weiter. Bis er drin war, drei Minuten vor Schluss und in der Nachspielzeit - 3:1, der doppelte Klose. Ein satter Salto. Der Nimbus der Sonntagskicker bleibt, nun sind sie seit 24 Spielen sonntags ungeschlagen. Nur Franz Beckenbauer hatte am Ende immer noch was zu meckern: „Es war höchst gefährlich. Man hat sich sehr viel Zeit gelassen.“

Patrick Strasser

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