Klinsmanns Weg: Nach Rom – oder in den Zirkus?

In der Champions League entscheidet sich das Schicksal des neuen Bayern-Trainers – wenn sein Team in der Liga weiter hinterherrumpelt
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MÜNCHEN - In der Champions League entscheidet sich das Schicksal des neuen Bayern-Trainers – wenn sein Team in der Liga weiter hinterherrumpelt

Angeblich sollen ja alle Wege nach Rom führen. Sagt der Volksmund. Ob allerdings auch Jürgen Klinsmanns Weg seine Bayern-Profis nach Rom führt, zum Finale der Champions League am 27. Mai 2009, wird unterm Fußball-Volk schon massiv angezweifelt vier Monate nach Dienstantritt des Klubtrainer-Novizen an der Säbener Straße.

Klinsmann selbst wähnt sich, wie er gebetsmühlenartig beteuert, „auf einem guten Weg“ – der sich jedoch in der Bundesliga nach dem schlechtesten Saisonstart seit 31 Jahren mit Platz elf als steiniger erweist. Tröstlich für Klinsmann, dass er wenigstens in der Champions League als Gruppenprimus mit einem Sieg (1:0 in Bukarest) und einem Unentschieden (1:1 gegen Lyon) auf Kurs ist. Und sich vor dem Duell gegen den AC Florenz (heute 20.45 Uhr, Premiere live) schon Hoffnungen aufs Achtelfinale machen kann. „Dieses Spiel gibt uns eine Riesenchance mit einem Bein vielleicht schon in die nächste Runde vorzustoßen. Danach wollen wir sieben Punkte haben“, sagte er. Und grüßte, bestens gelaunt, italienisch: „Buon giorno“.

Rumpeln seine Bayern freilich weiter durch die Bundesliga und der Spitze hinterher, braucht Klinsmann viele gute Tage in der Champions League. Dann muss Klinsi quasi nach Rom mit seinen Fußball-Gladiatoren. Sonst gibt’s Zirkus in München. Und zwar maximalen. Auch wenn Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge seinem Wunschtrainer kürzlich die Job-Garantie bis Saisonende gegeben hat. Makulatur, wenn der Erfolg ausbleibt. „Es geht um die Stimmung an der Säbener Straße, darum, einen Trend von Enttäuschung zu stoppen, darum, den Ansprüchen, die ein FC Bayern zu Recht auch selbst formuliert, auf dem Spielfeld gerecht zu werden“, schreibt Ex-Trainer Felix Magath, der trotz vorherigem Doppel-Double Mitte seiner dritten Saison im Januar 2007 gefeuert wurde, in seiner „Kicker“-Kolumne. „Klinsmann ist auf einem guten Weg, aber er braucht auch gute Ergebnisse“, sagt Präsident Franz Beckenbauer. Sonst geht der Daumen nach unten für Klinsmann, bei den Fans in der Arena, gezwungenermaßen dann auch bei den Bossen – und der Chefgladiator grüßt als „Morituri“, als „Todgeweihter“ in punkto Klubtrainer-Karriere. F. Meier, S. Bütow

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