Interview

Klaus Augenthaler im AZ-Interview: "Es kann nicht sein, dass Kinder verhungern!"

Als internationaler Jugendtrainer-Ausbilder ist Augenthaler für den FC Bayern weltweit unterwegs. Nun engagiert er sich auch für die Welthungerhilfe: "Es kann doch nicht sein, dass Kinder verhungern!"
| Thomas Becker
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Kommt für den FC Bayern viel rum auf der Welt und engagiert sich deshalb für den Kampf gegen den Hunger: Klaus Augenthaler.
Kommt für den FC Bayern viel rum auf der Welt und engagiert sich deshalb für den Kampf gegen den Hunger: Klaus Augenthaler. © imago/Future Image

AZ: Herr Augenthaler, viele Prominente rufen in der "Woche der Welthungerhilfe" dazu auf, sich für Menschen in Not einzusetzen. Wo ist Ihnen Hunger begegnet?
KLAUS AUGENTHALER: Ich war in den letzten drei, vier Jahren viel für den FC Bayern unterwegs, im "internationalen Programm": Äthiopien, Nigeria, Laos, Türkei, China, USA, Kanada, in Thailand im Dschungel, wo die Kinder die ganze Woche über nur Reis kriegen. Die Zahl der Hungertoten, steigt seit Jahren auf bald 750 Millionen! Dann fährt man durch München: Keine alten Autos, die Leute leben im Wohlstand - es kann doch nicht sein, dass Kinder verhungern! Ich weiß aber von Paul Breitner, der sich stark engagiert: Auch in Starnberg gibt es die "Tafel".

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Augenthaler: "An einem Haaland war Bayern bestimmt auch dran"

Was ist das "internationale Programm" des FC Bayern?
Kooperationsverträge der Länder mit dem FC Bayern. Hundert Tage im Jahr bin ich unterwegs. Man sieht was von den Ländern. Als Spieler war das immer nur Flughafen, Hotel, Stadion. 120 Kids aus acht Nationen kommen eine Woche nach München und spielen ein Turnier. Zur Ausbildung im Ausland sehen wir auch acht- oder zehnjährige Kinder. Aber um Sichtung geht es weniger.

Was die Akquise von Nachwuchskickern angeht, hat Dortmund die Nase vorn.
An einem Haaland war Bayern bestimmt auch dran, aber sein Berater wird gesagt haben: "Geh erst mal nach Dortmund, da kriegst du Einsatzzeiten!" Wo Lewandowski spielt, wird es schwierig. Aber jetzt kommen ja gute Spieler nach. . .

. . .die man angesichts der zig Englischen Wochen gut gebrauchen kann.
Es ist verrückt. Die Spirale dreht sich immer schneller. Nur: wie lang noch?

Der Jubel über den WM-Sieg 1990 ist noch nicht verstummt. Bei der Feier waren Sie nicht dabei. Warum?
Ich musste aus privaten Gründen absagen. Ich hätte mich total gefreut. Wenn wir uns treffen, ist es, als hätten wir uns nie aus den Augen verloren. Weil das eine gute Truppe war.

"Da gewinnt man den Henkelpott und steht in einem leeren Stadion"

Wie sehen Sie derzeit die Situation der DFB-Elf? Die Begeisterung um die Nationalelf war schon mal größer.
Ich habe nicht verstanden, dass einige Bayern-Spieler ausgemustert wurden. Aber es sind auch wieder viele gute junge Leute da. Deutschland wird wieder eine Rolle spielen.

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Und über allem klebt Corona. Wie haben Sie das Champions-League-Finale erlebt?
Das hat richtig wehgetan. Da gewinnt man den Henkelpott und steht in einem leeren Stadion. Am Anfang war man froh, dass wieder gespielt wurde. Aber nach einer Weile dachte man, bei einem Trainingsspiel zu sein. Ich hoffe, dass es bald wieder anders wird - aber so schnell wird das wohl nix.

Die Veranstaltung der Welthungerhilfe findet im Olympiastadion statt - da kommen sicher ein paar Gefühle hoch.
Ich habe hier über 250 Spiele bestritten. Das Konstrukt ist einmalig und gehört erhalten, auch wenn das Geld kostet. Schade, dass es selten für Fußball genutzt wird. Ich könnte mir vorstellen, hier nochmal zu spielen.

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