Kiez-Kicker in der Krise: Kompany rotiert gegen St. Pauli ordentlich durch

Nach Siegen gibt’s immer Wurstsalat: Damit eine seiner bayerischen Lieblingsspeisen auch weiter so häufig serviert werden kann, rotiert Bayerns Erfolgstrainer gegen den FC St. Pauli kräftig durch.
von  Patrick Strasser
Bayern-Trainer Vincent Kompany.
Bayern-Trainer Vincent Kompany. © IMAGO/Shutterstock

Wenn Vincent Kompany an der Säbener Straße wieder mal über die Aufstellung grübelt, dann biegt der 39-Jährige gerne ab - zur Kaffeemaschine. Lust und Last zugleich.

"Ich trinke wirklich viel Kaffee. Ob es zehn Tassen am Tag sind, weiß ich nicht", dachte der Bayern-Trainer laut nach und rechnete zusammen: "Morgens ein paar, nachmittags ein paar und manchmal später auch noch eine." Ob der Belgier beim Kaffeetrinken die besten Ideen hat?

Ein anderes Ritual von Kompany ist jeden Morgen sein geliebter Smoothie - u.a. aus Roter Bete, Beeren, Avocado, Kurkuma und Ingwer. In der Dezember-Ausgabe des Bayern-Magazins "Säbener 51" verriet Kompany: "Wir haben hier (gemeint ist die Säbener Straße, d. Red.) eine fantastische Küche. Und auch wenn meine eigene Leistung als Spieler keine Rolle mehr spielt, achte ich auf meine Ernährung." Sprach’s und fügte lachend hinzu: "Das funktioniert meistens sehr gut - bis ich abends nach Hause komme."

St. Pauli machte Bayern vergangene Saison das Leben schwer

Was keine Kritik an seiner Frau Carla Higgs sein soll. Klingt eher danach, dass Papa Vincent (gemeinsam haben sie drei Kinder: Tochter Sienna, geboren 2010, sowie die Söhne Kai, geboren 2013, und Caleb, geboren 2015) eine Naschkatze ist.

Wichtiger als Süßes ist Kompany: Pfeffer. Der Coach erklärt zum scharfen Gewürz: "Pfeffer gehört für mich einfach dazu - und eine Suppe ohne Pfeffer gibt’s bei mir nicht. Ich mag Kräuter und Aromen. Das hängt sicher mit meinen afrikanischen Wurzeln zusammen. Zu Hause bei uns gab es traditionelle belgische Küche, aber genauso Gerichte aus dem Kongo, der Heimat meines Vaters - Pili-Pili zum Beispiel. Das ist eine scharfe Chilisauce, die man mit Fufu oder Pondu isst. Diese Mischung aus belgischen und afrikanischen Traditionen hat mich geprägt."

Mit dem FC St. Pauli kommt am Samstag (15.30 Uhr, Sky) eine Mannschaft in die Allianz Arena, die Bayern in der letzten Saison als Aufsteiger gleich zweimal ordentlich in die Suppe spuckte. Ein knappes 1:0 in Hamburg, ein enges 3:2 in München. "Sie haben lange gekämpft", meinte Kompany am Freitag, "wir wissen, dass das nicht einfach wird - auch wenn sie acht Mal verloren haben."

St. Pauli kommt mit historischem Negativlauf nach München

Nach einem starken Start mit sieben Punkten aus den ersten drei Partien stecken die Kiezkicker in einem Formtief. Die acht Niederlagen in Folge sind Vereins-negativrekord in der Bundesliga. Einen angeschlagenen Gegner zu unterschätzen - is’ nich’ mit Kompany. "Das Wichtigste für uns ist, dass wir in unserer Vorbereitung keinen Unterschied machen zwischen Arsenal und Pauli", meinte der Bayern-Trainer nach dem 1:3 in London, der ersten Niederlage der Saison im 19. Pflichtspiel und fügte hinzu: "Wir wollen nie verlieren, wir akzeptieren und mögen das nicht. Aber es geht um die Reaktion, gerade in dieser Phase der Saison."

Nach dem für Kopf und Körper anstrengenden Spiel bei Arsenal folgt nach der St. Pauli-Partie am Mittwoch die knifflige Auswärtsaufgabe im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Union Berlin. Bei den Eisernen hat sich Bayern vor drei Wochen in der Liga schwergetan, holte in letzter Minute noch ein 2:2.

Diese Saison wollen die Münchner nach sechs Jahren unbedingt wieder das Pokal-Endspiel erreichen, also könnte Kompany diesen Samstag gegen St. Pauli im großen Stile rotieren - er nimmt sich die große Freiheit. Gerade die zuletzt angeschlagenen Serge Gnabry, Dayot Upamecano, Konrad Laimer und Joshua Kimmich könnten - wie viele andere auch - zunächst auf der Bank sitzen. Luis Díaz steht nach seiner Sperre in der Königsklasse wieder zur Verfügung.

Egal, wer spielt - das Wie ist für den Trainer entscheidend. "Ich will eine Mannschaft mit der Wucht eines Hurrikans: die zusammenarbeitet, miteinander verbunden ist, sich gegenseitig trägt, Freude hat. Dann gibt es kein Limit." Nach Siegen genießt Kompany eine spezielle Belohnung: Bayerischen Wurstsalat.

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