Eberl erklärt großen Unterschied zwischen Gnabry und Goretzka: "Kaderpolitische Entscheidung"
Leon Goretzka und Serge Gnabry, zwei Spieler, deren Karriere ziemlich viele Gemeinsamkeiten hat. Beide 30 Jahre alt, beide seit 2018 fester Bestandteil des Kaders beim FC Bayern. Das Duo erlebte zusammen Höhepunkte wie den Champions-League-Sieg 2020, aber auch Tiefpunkte. Kritik, Bankplätze, nicht Nichtnominierungen bei der Nationalmannschaft.
Rolle von Gnabry wird laut Kompany unterschätzt
Goretzka und Gnabry werden sogar von der gleichen Agentur beraten. "ROOF", die ihren Sitz in Grünwald hat, vertritt beide Akteure. "Sie sind aber trotzdem keine Zwillinge", betonte Sportvorstand Max Eberl auf der Pressekonferenz vor dem Duell gegen die TSG Hoffenheim (Sonntag, 17.30 Uhr). Und das ist der Hauptgrund, warum der Vertrag von Gnabry bis 2028 verlängert wurde und Goretzka nun in seine letzten sechs München-Monate geht.
Beide DFB-Spieler haben in der Mannschaft von Trainer Vincent Kompany einen unterschiedlichen Stellenwert. "Serge hat mit seinen Leistungen gezeigt, was er auch in der Zukunft bringen kann", so der Belgier. Neben dem Sportlichen – Gnabry kommt in der Bundesliga bisher auf sechs Vorlagen und fünf Assists – ist es vor allem die Rolle in der Kabine. "Diese wird manchmal ein bisschen unterschätzt", meint Kompany.
Serge hat mit seinen Leistungen gezeigt, was er auch in der Zukunft bringen kann.
Gnabry ist für die Integration der Bayern-Spieler zuständig
Gnabry hat "eine Rolle, die wichtig ist für uns". Der Flügelstürmer kümmert sich bei den Bayern zusammen mit Joshua Kimmich um die Integration der Neuzugänge. "Ich versuche, die Spieler, die neu kommen, aufzunehmen, ihnen ein gutes Gefühl zu geben, im Verein, in der Kabine", sagte Gnabry vor wenigen Wochen selbst. Er trat damit in die Fußstapfen von Thomas Müller. Und das durchaus erfolgreich.
Sommer-Neuzugang Luis Díaz hat sich innerhalb weniger Wochen in die Mannschaft integriert, Harry Kane hat ihn sogar als liebsten Doppelbett-Partner bei Auswärtsspielen angegeben. "Serge ist ein wichtiger Spieler für den FC Bayern", fasst es auch Eberl zusammen. Da leistet man sich an der Säbener Straße das Gehalt von Gnabry, das aktuell bei rund 15 Millionen Euro pro Jahr liegen soll, gern.

Goretzka kommt an Pavlovic und Kimmich nicht mehr vorbei
Anders bei Goretzka. Schon seit mehreren Wochen war intern klar, dass der auslaufende Vertrag mit dem Mucki-Mittelfeldspieler nicht verlängert werden soll (die AZ berichtete). "Das ist eine kaderpolitische Entscheidung", erklärte Bayerns Sportvorstand nochmal. An Aleksandar Pavlovic und Kimmich kommt Goretzka in dieser Saison nicht vorbei.
Tom Bischof, der zuletzt auch auf der Linksverteidigerposition sein Talent zeigte, soll in Zukunft noch mehr Spielzeit im Zentrum bekommen. "Wir haben mit Leon ganz transparente Gespräche geführt", so Eberl: "Dann haben wir uns darauf geeinigt, dass man im Sommer getrennte Wege geht." Die Zeit vom bayerischen Stehaufmännchen Goretzka ist also endgültig vorbei.

Atlético Madrid und Arsenal wollten Goretzka
Man wäre sogar bereit gewesen, ihn im Winter ziehen zu lassen. Atlético Madrid und der FC Arsenal waren heiß auf Goretzka. Der Spieler selbst entschied sich für einen Verbleib, will mit dem Rekordmeister ein letztes Mal um Titel spielen. Und wer weiß, vielleicht endet die gemeinsame Zeit von Goretzka und Gnabry in München ja mit einem titelreichen Happy End. Aktuell hat man noch in allen drei Wettbewerben gute Chancen.
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