Katar im Kopf: AZ-Noten für die Bayern-Bosse

Die Bosse des FC Bayern haben ein kompliziertes Halbjahr hinter sich - wegen der Corona-Folgen und Diskussionen um das Sponsoring mit Qatar Airways. Der fünfte und letzte Teil der AZ-Zeugnisse.
| Maximilian Koch
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Die Meinung zu Katar spaltet den FC Bayern und auch ihre Bosse: Oliver Kahn (li.) und Herbert Hainer. (Archivbild)
Die Meinung zu Katar spaltet den FC Bayern und auch ihre Bosse: Oliver Kahn (li.) und Herbert Hainer. (Archivbild) © sampics / Stefan Matzke

Das Thema Katar dürfte die Führungsetage des FC Bayern noch einige Zeit beschäftigen. Zu groß war der Widerstand der eigenen Basis auf der denkwürdigen Jahreshauptversammlung Ende November, zu emotional ist die Debatte inzwischen aufgeladen.

"Sicher ist in Katar vieles nicht so, wie sich das die Menschen nach unseren Maßstäben vorstellen, aber meine Überzeugung ist: Es kann auch keine Lösung sein, auszugrenzen oder einen Dialog nicht zu führen", sagte Vorstandschef Oliver Kahn nun in der "SZ" und gab damit die Klublinie vor.

Wie agieren die Bayern-Bosse künftig im Katar-Konflikt?

Zudem ließ Kahn offen, wie Bayern künftig mit dem bis 2023 laufenden Vertrag mit seinem umstrittenen Partner umgehen wird. "Wir werden ihn erfüllen und in der Zwischenzeit genau beobachten, wie sich die Dinge entwickeln. Und dann werden wir entscheiden, wie es weitergeht", sagte er.

"Natürlich" gehe es bei der "lukrativen" Kooperation "auch um wirtschaftliche Interessen, aber das eine schließt das andere nicht aus", ergänzte Kahn. Allerdings glaube er nicht an die Sinnhaftigkeit einer Alternative. "Katar boykottieren? Dort keine WM zu spielen? Und dann? Entwickelt sich dort dann etwas zum Besseren?", fragte er.

Katar im Kopf - und die finanziellen Belastungen der Corona-Pandemie vor Augen: Im fünften und letzten Teil der AZ-Hinrundenzeugnisse sind die Bosse dran.

Julian Nagelsmann hat abgeliefert

Julian Nagelsmann: Der Trainer-Neuzugang aus Leipzig war längst nicht nur in sportlichen Fragen gefordert, sondern auch als Außenminister des Klubs. Und Nagelsmann löste alle Aufgaben souverän, gab er auch auf vereinspolitischer Ebene ein glänzendes Bild ab. Fußballerisch lief es ohnehin prächtig: Platz eins in der Bundesliga, Platz eins in der Champions-League-Gruppenphase, unter Nagelsmann spielt Bayern sogar noch einen Tick attraktiver und taktisch flexibler als unter Vorgänger Hansi Flick.

Als "absoluten Glücksfall" bezeichnete Präsident Herbert Hainer den neuen Coach. Nagelsmann muss nun in der Rückrunde Titel folgen lassen. Und dafür sorgen, dass die 0:5-Klatsche im Pokal in Gladbach ein Ausrutscher bleibt...  Note 2

Hasan Salihamidzic: Auf den Sportvorstand wartet viel Arbeit

Hasan Salihamidzic: Von den Sommer-Transfers des Sportvorstands ist bislang nur Dayot Upamecano ein Treffer. Marcel Sabitzer muss sich steigern, Omar Richards spielt kaum eine Rolle, Sven Ulreich war lange verletzt. Zudem ziehen sich die Vertragsverlängerungen mit Serge Gnabry, Kingsley Coman und Niklas Süle hin - Salihamidzic hat gewaltig Arbeit vor sich.

Stark und wichtig: Mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka konnten zwei Leistungsträger langfristig an den Klub gebunden werden. Note 3

Oliver Kahn: Zwischen sportlichen und ökonomischen Interessen

Oliver Kahn: Der Vorstandschef ist als Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge in riesige Fußstapfen getreten, bislang schlägt sich der frühere "Titan" ordentlich. Kahn sieht seine Rolle als "Mittler zwischen sportlichen und wirtschaftlichen Interessen", wie er sagte. "Wir managen als Fußballklub auch zwei Jahre Pandemie." Im Vergleich zu anderen europäischen Topklubs kommt Bayern gut durch die Krise. Note 3

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Herbert Hainer: Selbstkritik zeigt Stärke

Herbert Hainer: Auf der Jahreshauptversammlung hatte das Kluboberhaupt genauso wie seine Kollegen im Präsidium nicht das allerbeste Gespür für die Mitglieder - und die Stimmung in der Halle. Doch Hainer, Kahn und Co. zeigten sich anschließend selbstkritisch, suchten das direkte Gespräch mit den Katar-Protestlern. Ein Zeichen von Stärke. Note 3

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