Kommentar

Kakadu und Kompany feiern vor der Südkurve: Aus dem Bär des FC Bayern wird ein Biest

Der FC Bayern ist erneut Meister. Die DFL sollte eine Trostschale einführen. Dafür plädiert FC-Bayern-Reporter Patrick Strasser.
von  Patrick Strasser

Die Meisterparty der Bayern hatte zwei Protagonisten: Der Kakadu, Glücksbringer der Mannschaft aus Porzellan seit der letzten Saison mit nur einem Titel, war wieder am Start. Höchstpersönlich und auf den Meistershirts. Der Vogel hat noch wichtigere Aufgaben vor sich: Federn drücken auf dem Weg in die Endspiele im DFB-Pokal und der Champions League.

Kompany feiert vor der Südkurve

Der zweite Typ, der aus der Meistermasse der Münchner herausstach, als sie die – endgültig zementierte – Uneinholbarkeit in dieser Bundesligasaison nach dem 4:2 gegen den VfB Stuttgart vor der Südkurve feierten, war Vincent Kompany. Von den Fans mit Sprechchören gefeiert, von den Spielern nach vorne gebeten, explodierte der sonst so bedächtige und in sich ruhende Kopfmensch Kompany. Mit jeder Phase seines Körpers feierte er samt Siegerfaust seine zweite Meisterschaft. Raus mit der Anspannung, raus mit der Freude. Es ist fünf vor zwölf – gut möglich, dass aus dem sanftmütigen Vinnie, dem Typ Bär zum Anlehnen, noch ein Feierbiest wird im Wonne- und Titelmonat Mai.

Zweite Saison, zweite Meisterschaft – diesmal schon am 30. Spieltag. Mit ihrem "Glücksgriff"  (Bayern-Patron Uli Hoeneß) ist eines gewiss: So lange dieser so zielstrebige Vincent Kompany ("Ich bin immer im Tunnel") an der Säbener Straße im Amt bleibt, wird es hierzulande keinen anderen Meister geben. Ausrutscher in der Liga? Null-Bock-Kicks? Nicht mit Kompany! Er hat seine Mannschaft zu einer Maschine geformt, die aus jedem weiteren Sieg neue Energie zieht, die mit jedem weiteren Tor ihre Akkus auflädt.

Kompany-Bayern sind für die Auslandsvermarktung der Liga ein Graus

Für Uli H. und alle anderen Bayern-Fans ein Traum. Für den Rest der Bundesliga bedeutet die Ära Kompany: Nix zu machen, nix zu holen. Konstanz hier, Langeweile im (nicht existenten "Titelrennen") dort. Für die Auslandsvermarktung der Liga ein Graus. Die DFL-Bosse sollten eine Trostschale einführen. Dann darf der Zweite hinter Bayern feiern: Als Erster vom Rest.

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