Jetzt schlagen die Bayern sogar die Großen!

Im Gegensatz zur letzten Saison gewinnt Guardiolas Team nun auch die Duelle mit den Top-6-Teams – auch Schalke 04 ist chancenlos. Ende der Woche könnte die Herbstmeisterschaft schon feststehen.
von  Patrick Strasser
Die Spieler des FC Bayern feiern den 3:1-Erfolg des FC Bayern gegen Schalke. Sehen Sie hier die AZ-Einzelkritik der Bayern-Stars.
Die Spieler des FC Bayern feiern den 3:1-Erfolg des FC Bayern gegen Schalke. Sehen Sie hier die AZ-Einzelkritik der Bayern-Stars. © dpa

Gelsenkirchen - Alle gegen Bayern. Sogar das Wetter spielte mit und verpasste den Gästen eine ordentliche Tracht Dauerregen – Gift fürs Kombinationsspiel der Münchner, für den schnellen Flachpass von Mann zu Mann. So unangenehm wie der Rasen. „Ein fürchterlicher Platz“, schimpfte Sportvorstand Matthias Sammer über den Untergrund der „Veltins Arena“. Rutschig bis seifig, standfest bleiben war eine Herausforderung. „Ganz schwer“, so Arjen Robben.

Nein, in der Sache mit dem Rasen kann man den Königsblauen keine Absicht unterstellen. Das ist eben in diesen Mehrzweckfußballtempeln so: das Geläuf leidet. Nicht aber die Bayern, die allen Widrigkeiten trotzen. Unterm Strich stand ein 3:1 der Guardiola-Mannschaft auf Schalke, der zwölfte Sieg im 13. Saisonspiel. Es wird einsam um den kommenden Meister an der Spitze.

Bissige, mutige Schalker und ein Patzer von Bayern-Torhüter Manuel Neuer bei Max Meyers Schuss zum 1:1 konnte die Gäste nicht beeindrucken. „Ein unangenehmer Ball, trotzdem muss ich ihn halten“, gestand der Nationaltorhüter ein, „der Ball wird noch mal schnell. Blöd, dass der Platz so nass war.“ Zu verzeihen, schließlich war es erst sein fünfter Liga-Gegentreffer. Es folgte: Bayerns Schicht auf Schalke. Aber war es wirklich ein Kampf, ein Arbeitssieg wie viele Beobachter meinten? Mitnichten!

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Fast unglaubliche drei Minuten lang und über sagenhafte 48 Stationen hinweg bereiteten die Passweltmeister den Kopfballtreffer von Javi Martínez zum 2:1 vor. Keine Schalker am Ball, keine Chance. Ein Meisterstück für den Ballbesitz-Lehrfilm. „Man sieht: Ein kleiner Fehler wird von den großen Bayern gleich bestraft“, meinte Schalke-Coach André Breitenreiter. Deren Sportdirektor Horst Heldt meinte resignierend: „Die Qualität der Bayern ist eben die: Sie bleiben ruhig, warten auf ihre Chance.“

 

Pep und der pure Luxus

 

Und schlagen nun sogar die Großen! Der Unterschied zur letzten Saison: Bayern kann nun auch richtig schwierig! 3:0 gegen Leverkusen, je 5:1 gegen Wolfsburg und Borussia Dortmund, nun das 3:1 bei Schalke. Woran liegt die Wende, diese neue Qualität? Pep Guardiola kennt die Seinen und die Liga nach fast zweieinhalb Jahren noch besser, auf Schalke fehlten Ribéry, Götze, Thiago, außerdem konnte Boateng zunächst geschont werden. Der pure Luxus.

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In der letzten Saison schafften die Bayern in den Duellen innerhalb der Top-Sechs lediglich zwölf Punkte von möglichen 30. Am wenigsten gegen Mönchengladbach (0:0 und 0:2) und den FC Schalke (1:1 und 1:1). Den VfL Wolfsburg (2:1, 1:4), Bayer Leverkusen (1:0, 0:2) und den FC Augsburg (4:0, 0:1) konnte man nur in der Hinrunde besiegen. Ergo: Aus den übrigen 24 Spielen, gegen die „Kleineren“ holte die Guardiola-Truppe 67 Punkte von 72 – eine unfassbare Quote. Ein 0:0 beim Hamburger SV im September 2014 und das 1:2 in Freiburg (als der Titel schon feststand) waren die einzigen Ausrutscher.

 

Schon am Samstag Herbstmeister?

 

„Wir haben die Liga in der letzten Saison ebenfalls deutlich gewonnen, auch wenn wir die Topspiele nicht gewonnen haben“, so Thomas Müllers Einwand. Der Torjäger findet: „Es ist doch logisch, dass einem bessere Mannschaften das Leben schwerer machen als kleinere Teams.“ Nächsten Samstag geht es gegen die überraschend guten Herthaner (bereits nach dem Spiel kann Bayern als Herbstmeister feststehen), am 5. Dezember folgt die wohl letzte schwierige Aufgabe des Kalenderjahres bei Borussia Mönchengladbach.

Nach dem 1:3 des BVB beim HSV sind es nun schon acht Punkte Vorsprung. „Wir mussten zuschlagen“, sagte Robben, „die Botschaft vom Trainer vor dem Spiel war: Wenn man etwas erreichen will, muss man immer Vollgas geben.“