Hoeneß frei: Fifa-Präsident Infantino freut sich

Vorzeitige Entlassung für Ex-Bayernpräsident Uli Hoeneß: Der 64-Jährige ist seit Montagmorgen ein freier Mann. Wo er sich jetzt befindet, was er plant...
| AZ/dpa
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Verbüßt den Rest seiner Strafe auf Bewährung: Uli Hoeneß.
dpa 10 Verbüßt den Rest seiner Strafe auf Bewährung: Uli Hoeneß.
Journalisten warten am 29.02.2016 vor der Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech in Rothenfeld bei Andechs (Bayern) auf die Freilassung des Ex-Fußballmanagers Hoeneß. Die Bilder.
dpa 10 Journalisten warten am 29.02.2016 vor der Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech in Rothenfeld bei Andechs (Bayern) auf die Freilassung des Ex-Fußballmanagers Hoeneß. Die Bilder.
Journalisten warten am 29.02.2016 vor der Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech in Rothenfeld bei Andechs (Bayern) auf die Freilassung des Ex-Fußballmanagers Hoeneß. Die Bilder.
dpa 10 Journalisten warten am 29.02.2016 vor der Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech in Rothenfeld bei Andechs (Bayern) auf die Freilassung des Ex-Fußballmanagers Hoeneß. Die Bilder.
Journalisten warten am 29.02.2016 vor der Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech in Rothenfeld bei Andechs (Bayern) auf die Freilassung des Ex-Fußballmanagers Hoeneß. Die Bilder.
dpa 10 Journalisten warten am 29.02.2016 vor der Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech in Rothenfeld bei Andechs (Bayern) auf die Freilassung des Ex-Fußballmanagers Hoeneß. Die Bilder.
Journalisten warten am 29.02.2016 vor der Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech in Rothenfeld bei Andechs (Bayern) auf die Freilassung des Ex-Fußballmanagers Hoeneß. Die Bilder.
dpa 10 Journalisten warten am 29.02.2016 vor der Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech in Rothenfeld bei Andechs (Bayern) auf die Freilassung des Ex-Fußballmanagers Hoeneß. Die Bilder.
Journalisten warten am 29.02.2016 vor der Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech in Rothenfeld bei Andechs (Bayern) auf die Freilassung des Ex-Fußballmanagers Hoeneß. Die Bilder.
dpa 10 Journalisten warten am 29.02.2016 vor der Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech in Rothenfeld bei Andechs (Bayern) auf die Freilassung des Ex-Fußballmanagers Hoeneß. Die Bilder.
Das Haus von Uli Hoeneß in Bad Wießsee.
dpa 10 Das Haus von Uli Hoeneß in Bad Wießsee.
Journalisten in Wartestellung vor dem Haus von Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß in Bad Wießsee.
dpa 10 Journalisten in Wartestellung vor dem Haus von Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß in Bad Wießsee.
Laut seinem Sohn Florian verbringt Hoeneß seinen ersten Tag in Freiheit im eigenen Haus.
dpa 10 Laut seinem Sohn Florian verbringt Hoeneß seinen ersten Tag in Freiheit im eigenen Haus.
Ein Auto fährt am Montag aus der Einfahrt zum Haus von Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß in Bad Wießsee.
dpa 10 Ein Auto fährt am Montag aus der Einfahrt zum Haus von Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß in Bad Wießsee.

München - Uli Hoeneß ist wieder ein freier Mann. Schon nach der Hälfte seiner dreieinhalbjährigen Gefängnisstrafe wurde der 64-Jährige am Montag vorzeitig aus der Haft entlassen, wie das bayerische Justizministerium der Deutschen Presse-Agentur in München auf Anfrage mitteilte. Einzelheiten zum genauen Zeitpunkt und zum Ort der Entlassung nannte das Ministerium nicht. Hoeneß ist jetzt auf Bewährung frei.

 

Hoeneß soll sein Haus am Montag nicht verlassen

 

Der neue FIFA-Präsident Gianni Infantino sagte in Zürich: "Ich freue mich ungemein, dass er wieder da ist." Hoeneß sei eine Ikone des FC Bayern und des deutschen Fußballs. "Es ist für den Fußball und ihn selbst gut, dass er wieder da ist."

Nach Angaben seines Sohnes Florian ist Uli Hoeneß bereits zu Hause in seinem Anwesen oberhalb von Bad Wiessee am Tegernsee. Florian Hoeneß sagte wartenden Journalisten am Montagmorgen vor dem Haus, sein Vater sei daheim. Er werde sein Haus am ersten Tag nach der Haftentlassung nicht verlassen.

 

Wie verbringt Hoeneß seine ersten Stunden in Freiheit?

 

Wie die "Welt" berichtet, ist aus dem Haus laute Musik zu hören. Dafür sorgte demnach auch eine Blaskapelle, die für Hoeneß spielte. Sind weitere Gäste zu erwarten? "Hier kommt weder ein Tönnies (Aufsichtsratschef des FC Schalke 04) noch ein Beckenbauer zum Gratulieren", sagte Hoeneß´ Sohn Florian laut "Welt" am Morgen.

 

Am Mittwoch gegen Mainz schon wieder im Stadion?

 

Der erste offizielle Auftritt von Hoeneß, so schien es, sollte eine Laudatio für seinen Freund und Ex-Bayern-Trainer Jupp Heynckes am 13. März sein. Wie die "Bild" nun berichtet, soll Hoeneß aber bereits am Mittwoch wieder bei einem offiziellen Anlass zu sehen sein: Beim Bayern-Heimspiel gegen den FSV Mainz 05. "Er wird seinen Platz auf der Tribüne einnehmen", schreibt das Blatt.

 

Freilassung lief wohl in einer Nacht- und Nebelaktion

 

Die Entlassung vollzog sich offenbar in einer von der Justiz eingefädelten Nacht- und Nebelaktion. Vor der Außenstelle Rothenfeld des Landsberger Gefängnisses, in der Hoeneß seit Anfang 2015 als Freigänger übernachtete, wurde er am Morgen jedenfalls nicht gesehen. Gut möglich, dass er die letzte Nacht hinter Gittern wieder in Landsberg schlief, wo er die ersten sieben Monate zugebracht hatte.

Unbemerkt von den Medien wurde der 64-Jährige dann bei neblig-kaltem Wetter frühmorgens zu seinem Landhaus an den Tegernsee gefahren.

 

Beckenbauer am Montag: "Bayern braucht ihn"

 

"Uli soll erstmal abschalten - und dann wieder einsteigen. In welcher Funktion auch immer. Bayern braucht ihn", erklärte Franz Beckenbauer in der "Bild" (Montag). In der Liga wäre Hoeneß jedenfalls schon jetzt willkommen. "Das sind Dinge, die muss er für sich selbst entscheiden mit den anderen Verantwortlichen", sagte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler dem TV-Sender Sky.

Der FC Bayern und Uli Hoeneß - das wird immer zusammen gehören. Mit seinen Basketballern fieberte der 64-Jährige schon am vergangenen Wochenende beim Pokalfinale in der Halle mit, das Comeback im Stadion rückt auch näher. In den nächsten Monaten "werde ich Fußball genießen, ins Stadion gehen und wieder Fan sein", sagte Hoeneß im "kicker". Sein Platz auf der VIP-Tribüne ist für ihn frei.

 

Entlassung dank seltener Halbstrafenregelung

 

 

Das Münchner Landgericht hatte Hoeneß am 13. März 2014 wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt., dessen Präsident er bis zu seiner Verurteilung war. Die meisten Wochenenden verbrachte er in seinem Haus in Bad Wiessee am Tegernsee, weil ihm Urlaub zustand.

 

 

 

Hoeneß kam aufgrund der selten angewandten Halbstrafenregelung bereits nach 21 Monaten Gefängnis frei. Üblicherweise werden Haftstrafen erst nach zwei Dritteln zur Bewährung ausgesetzt. Paragraf 57 des Strafgesetzbuchs ermöglicht aber in Ausnahmefällen die Aussetzung der Strafe schon nach der Hälfte der Zeit. Die Bewährungszeit wurde im Fall von Hoeneß auf drei Jahre festgelegt. Er darf sich in dieser Zeit strafrechtlich nichts zuschulden kommen lassen.

Bei der Entscheidung zugunsten des 64-Jährigen wurden unter anderem dessen Persönlichkeit, sein Vorleben, die Umstände der Tat und das Verhalten während der Haft berücksichtigt. Hoeneß habe sich trotz seiner Position stets in die Gefangenengemeinschaft integriert, so das zuständige Gericht. Bei seinen zahlreichen Ausgängen sei es zu keinen Beanstandungen gekommen. Den Schaden habe der ehemalige FC-Bayern-Chef durch Zahlungen in Höhe von mindestens 43 Millionen Euro wieder gutgemacht.

 

Hoeneß bald wieder Bayern-Präsident?

 

Hoeneß dürfte als freier Mann erst einmal Urlaub machen und die Öffentlichkeit vorerst meiden, hieß es aus seiner Umgebung. Am 13. März aber hat der Ex-Präsident des FC Bayern seinen wahrscheinlich ersten öffentlichen Auftritt: In Mönchengladbach will er die Laudatio auf Trainer-Urgestein Jupp Heynckes (70) halten. Der frühere Bayern-Trainer erhält den Ehrenring seiner Heimatkommune für "seine herausragenden Verdienste um die sportliche Bedeutung der Stadt". Es war der Wunsch von Heynckes, dass kein anderer als sein Sportsfreund Hoeneß die Laudatio hält.

Dieter Hoeneß:

Erst Mitte des Jahres will Hoeneß angeblich seine Entscheidung bekanntgeben, ob er beim FC Bayern wieder an vorderster Front mitmischt. Fans, Mitglieder und Freunde würden ihn nur zu gerne wieder auf dem Vereinsthron sehen. Die Präsidentenwahl findet im November statt, eine Ämterteilung mit dem amtierenden Präsidenten Karl Hopfner ist eine bestens vorstellbare Variante. Hoeneß würde dann den FC Bayern als Präsident führen, Hopfner weiter den Posten als Aufsichtsratsvorsitzender an der Seite von einflussreichen Wirtschaftsführern behalten. Hopfner hatte mehrfach betont, dass er nicht gegen Hoeneß um das Präsidentenamt kandidieren werde.

Viele Bayern-Anhänger haben noch die Worte von Hoeneß bei der letzten Mitgliederversammlung vor seiner Inhaftierung im Mai 2014 im Ohr: "Und dann, wenn ich zurück bin, werde ich mich nicht zur Ruhe setzen", hatte der Fußballmanager damals gesagt und hinzugefügt: "Das war's noch nicht!"

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