Hoeneß erzählt, wen der FC Bayern vor Kompany kontaktiert hat: "Er wäre gekommen, wenn..."

Vincent Kompany wird immer wieder als möglicher Nachfolger von Pep Guardiola bei seinem Ex-Klub Manchester City gehandelt. Uli Hoeneß erzählt nun, wie der FC Bayern vorgesorgt hat – und welcher Premier-League-Trainer noch vor dem Belgier kontaktiert wurde: "Er wäre gekommen."
Bernhard Lackner |
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Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß ist mit der Arbeit seines Cheftrainers Vincent Kompany mehr als zufrieden.
Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß ist mit der Arbeit seines Cheftrainers Vincent Kompany mehr als zufrieden. © IMAGO

Ziemlich genau zwei Jahre ist es mittlerweile her, da hat die turbulenteste Trainersuche in der Geschichte des FC Bayern ihren Lauf genommen. Die Trennung vom damaligen Chefcoach Thomas Tuchel im Sommer 2024 war bereits beschlossene Sache. Nur ein Nachfolger, der ließ sich partout nicht finden. Stattdessen handelten sich die Münchner eine Absage nach der anderen ein.

Am Ende einer dreimonatigen Farce wurde schließlich Vincent Kompany verpflichtet, der kurz zuvor sang- und klanglos mit dem FC Burnley aus der Premier League abgestiegen war. Eine äußerst mutige Entscheidung, die sich – wie man nun weiß – als absoluter Volltreffer herausstellen sollte.

Hoeneß gibt Einblicke in Kompany-Verpflichtung

"Wir waren anfangs skeptisch", sagt Ehrenpräsident Uli Hoeneß nun rückblickend im Interview mit dem "Kicker" und gibt Einblicke in die Verhandlungen. "Das war die Idee von Max Eberl. Das erste Gespräch fand im Käfer statt, mit Herbert Hainer, Max, Christoph Freund, Vincent und seinem Vater, früher Bürgermeister in Belgien", erzählt Hoeneß, der sich vom ehemaligen Weltklasse-Innenverteidiger aber schnell überzeugen ließ: "Nach einer halben Stunde habe ich Max einen Stoß gegeben und den Daumen nach oben gezeigt, ich wusste: Das ist er!"

Einen namhaften Fürsprecher hatte Kompany im ehemaligen Bayern-Trainer Pep Guardiola, unter dem der Belgier für Manchester City über Jahre hinweg als Kapitän auflief. "Als wir Pep Guardiola vor Vincents Verpflichtung angerufen und gefragt haben, was er von ihm hält, hat er gesagt, wir können ihn blind nehmen", erzählt Hoeneß. Nach dem Treffen im Käfer habe er Sportvorstand Eberl schließlich zu verstehen gegeben, dass er die Verpflichtung von Kompany unter Dach und Fach bringen solle. "Ich habe Max dann gesagt, er soll bitte Wäsche zum Übernachten mitnehmen, ohne Vertrag brauche er nicht von den Verhandlungen zurückzukommen", erinnert sich Hoeneß.

Für die Bayern hat sich die Verpflichtung längst als absoluter Glücksgriff erwiesen. Kompany genießt innerhalb des Klubs und bei den Fans höchstes Ansehen und steht für spektakulären Offensiv-Fußball. Für seine gute Arbeit wurde der Belgier bereits im Oktober vergangenen Jahres mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2029 belohnt.

Hoeneß: Das war "ein kleiner Hintergedanke" bei der Kompany-Verlängerung

"Wann hat man schon mal nach gut einem Jahr den Vertrag verlängert? Der läuft jetzt bis 2029, das wären fünf Jahre, im heutigen Fußball eine Ewigkeit. Das war ein unglaublicher Vertrauensvorschuss", meint Hoeneß, der zugibt, dass die vorzeitige Verlängerung auch einem anderen Zweck diente.

In England wird Kompany immer wieder als möglicher Nachfolger von Guardiola in Verbindung gebracht, sollte dieser Manchester City im Sommer verlassen. Um sich auf den Fall der Fälle vorzubereiten, haben die Bayern ihren Erfolgscoach langfristig an sich gebunden. "Das war vor allem Überzeugung, das andere ein kleiner Hintergedanke", gesteht Hoeneß: "Wir wollten zum Ausdruck bringen, dass wir von seiner Arbeit total überzeugt sind und er ein Trainer ist, der die Leute hier lange begeistern kann."

Kennen und schätzen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Manchester City: Vincent Kompany (l.) und Pep Guardiola
Kennen und schätzen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Manchester City: Vincent Kompany (l.) und Pep Guardiola © IMAGO / News Images

Hoeneß bestätigt: Vor Kompany wollte Bayern Glasner verpflichten

Tatsächlich hatten die Bayern während ihrer Trainersuche noch einen anderen Übungsleiter aus der Premier League im Visier, mit dem sogar noch vor Kompany Kontakt aufgenommen wurde. Oliver Glasner, der einst in der Bundesliga Eintracht Frankfurt und den VfL Wolfsburg trainierte, sollte es zwischenzeitlich werden. Wie Hoeneß nun bestätigt, wäre der Österreicher auch gekommen, "hätte ihn Crystal Palace freigegeben".

Oliver Glasner war vor zwei Jahren einer der Kandidaten auf den Trainerposten beim FC Bayern.
Oliver Glasner war vor zwei Jahren einer der Kandidaten auf den Trainerposten beim FC Bayern. © IMAGO/Daniel Weir

Laut übereinstimmenden Berichten scheiterte der Wechsel, da Palace-Eigentümer Steve Parish für Glasner eine Mond-Ablöse von 100 Millionen Euro aufrief. Zum Vergleich: Bei Kompany soll eine Summe von rund zehn Millionen Euro gereicht haben, um ihn aus seinem Vertrag beim FC Burnley herauszukaufen...

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