Hoeneß: Ein Korb fürs Eishockey
Vor dem Topspiel der Basketballer schießt der Präsident gegen den Hallennachbarn.
Am Samstagabend steigt das Spitzenspiel der zweiten Bundesliga ProA: Zwei Teams, die unbedingt in die BBL wollen, treffen aufeinander: Der FC Bayern und die Würzburg Baskets. Die Würzburger Arena ist schon ausverkauft. „Ich erwarte 3000 verrückte Franken“, sagt Trainer Dirk Bauermann. Die Bayern fahren mit Selbstvertrauen zum Topspiel. „Das Mia-san-mia gilt auch für uns“, sagt Bauermann, „wir wissen, dass wir die stärkste Mannschaft sind.“
Es wird richtig interessant für die Bayern, die bisher „mit Abstand schwerste Aufgabe“, sagt Bauermann. Und genau zu diesem Zeitpunkt, die Bayern sind bisher ungeschlagen und erfreuen sich einer tollen Kulisse in der Olympia-Eishalle, attackiert Präsident Uli Hoeneß die anderen Sportarten abseits des Fußballs – und damit auch den Hallennachbarn EHC. In der Würzburger Mainpost sagte Hoeneß bezüglich der Erfolgschancen des Basketballprojekts: „Für mich ist das entscheidende Kriterium, ob uns der Nachweis gelingt, dass in München neben dem überragenden Fußball auch eine zweite Sportart wie Basketball akzeptiert wird. Alles andere ist völlig sinnlos.
Ich würde nie Handball machen, ich würde nie Eishockey unterstützen. Basketball kann eine Chance haben neben dem Fußball, aber nie gegen ihn." Dabei waren sich Eishockey – dessen Fanbasis traditionell den TSV 1860 unterstützt – und Basketball gerade etwas näher gekommen, als Bewohner der Eishallen-WG und als spannende Alternativen zum großen Fußball.
Im Interview maßregelte Hoeneß dann auch gleich noch seine Basketballer: „Eines muss allen klar sein: Bayern München ist ein Fußballverein, und Basketball wird hier immer an zweiter Stelle stehen.“
Julian Galinski