Himmelsstürmer im Vergleich: Hier unterscheiden sich Bayerns Karl und Kölns El Mala

Sie haben schon gemeinsam auf dem Platz gestanden in dieser Saison, für dieselbe Mannschaft. Sie, die großen Talente und Hoffnungsträger des deutschen Fußballs: Lennart Karl (17) vom FC Bayern und Said El Mala (19) vom 1. FC Köln. Die Teenager sind die Bundesliga-Entdeckungen der Saison, die unter der Woche mit dem 17. Spieltag die Hinrunde beschließt.
Am 18. November war das, im Mikheil Meskhi Stadium II der georgischen Hauptstadt Tiflis. Mit der deutschen U21, trainiert von Ex-Bayern-Profi Antonio Di Salvo.
Bayern sucht Backup für Diaz: El Mala ein Kandidat
Karl absolvierte seinen zweiten Einsatz bei den DFB-Junioren, startete als Linksfuß auf dem rechten Flügel. El Mala, der Rechtsfuß auf Linksaußen, war zum fünften Mal seit September für die U21 im Einsatz. Die beiden Flügelspieler harmonierten in jenem EM-Qualifikationsspiel auf Anhieb, El Mala legte Karl den Führungstreffer beim 2:0 auf.
Fortsetzung folgt? In der U21? Gar bei der WM 2026 in Nordamerika? Oder kommende Saison beim FC Bayern?
Die Münchner suchen einen talentierten Backup für Luis Díaz und haben sich natürlich längst nach intensivem Scouting erkundigt, was der gebürtige Krefelder, dessen Marktwert aktuell 40 Millionen Euro beträgt (zum Vergleich: Karl liegt bereits bei 60 Millionen), kosten würde.
El Mala und Karl erleben erste kleine Karriere-Schwankungen
Der 1. FC Köln will seinen neuen Stadthelden, der am Rhein längst mit dem Stadtheiligen Lukas Podolski verglichen wird, natürlich nicht verkaufen – die Schmerzgrenze dürfte absurd hoch sein, auch weil der Vertrag noch bis 2030 läuft.
Der Hype um Karl und El Mala begann mit dem Saisonstart, hat jedoch jeweils den ersten Höhepunkt bereits überschritten, die beiden Youngster erleben ihre ersten kleineren Karriere-Schwankungen. Die AZ erklärt, was das Duo verbindet und unterscheidet:
Karl hofft noch auf seine erste Normierung bei der A-Nationalmannschaft
Der Traum vom DFB: El Mala durfte im November eine Woche lang ins Training der Nationalelf reinschnuppern, sich präsentieren. Doch Bundestrainer Julian Nagelsmann ließ ihn noch nicht von der Leine.
Karl hofft auf eine erstmalige Nominierung bei den Testländerspielen im März. "Es geht nur über Leistung. Die haben sie bis jetzt gezeigt", sagte DFB-Sportdirektor Rudi Völler am Sonntag im Sport1-Doppelpass. Über Karl meinte Völler: "Ich bin mir sicher, Julian Nagelsmann wird seine Leistung wohlwollend beobachtet haben."

Karl hat aktuell einen Stammplatz beim FC Bayern - El Mala in Köln nicht
Ein Stammplatz im Verein: Den hat aktuell Karl, dessen starke Leistungen auf der Zehner-Position als Ersatz für den verletzten Jamal Musiala aufhorchen ließen. Karl stand in den jüngsten neun Partien achtmal in der Startelf und kommt in dieser Saison (vor dem Köln-Spiel) auf 22 Profi-Einsätze mit sechs Toren und zwei Vorlagen. Ein echter Kickstart.

El Mala erzielte in 18 Profi-Einsätzen sieben Tore, bereitete drei vor – dabei stand er lediglich sieben Mal in der Startelf. Warum der Shootingstar meist nur Ersatz ist? Er setze lieber auf El Malas Qualitäten als "Spielentscheider“, erklärte FC-Trainer Lukas Kwasniok und erntete dafür zuletzt starke Kritik von den Ultras. Längst ist El Mala zum Kölschen Politikum geworden.

El Mala der Flügelstürmer, Karl der wendige Dribbler
Die Qualitäten: Laut Völler verbinde El Mala Technik mit "Geschwindigkeit und Schusstechnik“. Der DFB-Sportdirektor: "Wenn Said reinkommt, bringt er die Leistung. Wenn er richtig dranbleibt, wird er sicher bald Stammspieler."
Trainer Vincent Kompany fand zuletzt lobende Worte, sagte, dass Karl "sehr hart arbeitet. Was er liefert jeden Tag im Training, im Spiel, bei den Meetings, ist auf allerhöchstem Niveau. Er macht so vieles richtig."
Während El Mala eher ein echter Flügelstürmer ist, der mit Wucht (1,87 m) und Tempo auf seine Gegenspieler zuläuft, ist Karl eher der zarte, kleine (1,68m) und wendige Dribbler, der die Bälle perfekt verteilt.
Karl leistet sich verbalen Ausrutscher
Die ersten Dellen: Während El Mala wie beschrieben um einen Stammplatz in Köln kämpft, schwärmte Karl bei einem Fanklub-Treffen öffentlich von Real Madrid als seinem Traumverein. Ein verbaler Ausrutscher, der ihm nach vereinsinternen Besprechungen verziehen wurde.
"Ein 17-Jähriger darf auch mal Fehler machen“, meinte Sportvorstand Max Eberl beschwichtigend und lobte: "Er zeigt seine Leistung auf dem Platz.“