Interview

Herbert Hainer: "Gerd Müller war der Ursprung des FC Bayern"

Am Dienstag wird Gerd Müller, der an Demenz leidet, 75 Jahre alt. In der AZ spricht Bayern-Präsident Herbert Hainer über den "Bomber der Nation".
| Maximilian Koch
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Gerd Müller im Münchner Olympiastadion, dem Ort seines größten Erfolgs: Dem WM-Titel 1974.
Gerd Müller im Münchner Olympiastadion, dem Ort seines größten Erfolgs: Dem WM-Titel 1974. © sampics/Augenklick

München - AZ-Interview mit Herbert Hainer. Der 66-jährige frühere Vorstandsvorsitzender der Adidas AG wurde im November 2019 als Nachfolger von Uli Hoeneß zum Präsidenten des FC Bayern gewählt. In der AZ spricht er über die enorme Bedeutung von Gerd Müller für den FC Bayern.

Der 66-jährige frühere Vorstandsvorsitzender der Adidas AG wurde im November 2019 als Nachfolger von Uli Hoeneß zum Präsidenten des FC Bayern gewählt.
Der 66-jährige frühere Vorstandsvorsitzender der Adidas AG wurde im November 2019 als Nachfolger von Uli Hoeneß zum Präsidenten des FC Bayern gewählt. © Sammy Minkoff

Gerd Müller beim FC Bayern: 998 Spiele, 1.251 Tore

AZ: Herr Hainer, am Dienstag wird Gerd Müller, der legendäre Torjäger, der Bomber der Nation, 75 Jahre alt. Was sagen Sie als Bayern-Präsident: Welche Rolle nimmt Müller in der Historie des Vereins ein?
HERBERT HAINER: Ich denke, Franz Beckenbauer hat es ganz wunderbar auf den Punkt gebracht: Er sagt, Gerd war der wichtigste Spieler in der Geschichte des FC Bayern, der Ursprung, denn ohne seine Tore wäre dieser Verein nicht der, der er heute ist. Wenn Franz Beckenbauer so etwas sagt, wer würde da schon widersprechen? Das ist praktisch ein "kaiserliches Dekret" (lächelt). Insgesamt hat Gerd Müller in 998 Spielen für den FC Bayern unglaubliche 1.251 Tore geschossen - und darunter immer die wichtigen. Ganz egal, mit wem man über Gerd Müller spricht: Es schwingt immer tiefster Respekt, oft auch Ehrfurcht mit - sowohl mit Blick auf den Torjäger als auch auf den Menschen. Wir alle hier beim FC Bayern werden Gerd Müller immer zu Dank verpflichtet sein.

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Wäre der FC Bayern in der heutigen Form überhaupt denkbar ohne Müller und seine vielen, vielen Treffer, die er für den Verein in seiner illustren Karriere erzielt hat?
Wie schon gesagt, waren seine Tore mit eine entscheidende Basis für alles, was im Laufe der Jahrzehnte entstanden ist. Ich denke, es ist wichtig für einen so großen Verein mit einer so erfolgreichen, stolzen und langen Historie, dass man Spieler wie Gerd Müller in Ehren hält. Figuren wie er sorgen für die Identifikation und dafür, dass der FC Bayern bei den Fans nun schon seit Jahrzehnten ankommt. Gerd Müller hat sehr vielen Menschen eine Inspiration gegeben, was man aus seinem Leben machen kann. Er steht für erfolgreichen Fußball, für viele, viele Tore - und für gelebte Bescheidenheit. Er wurde von den Fans in ganz Deutschland geliebt, selbst von denjenigen, die es sonst nicht mit dem FC Bayern halten. Er war einer der größten Fußballer, und trotz seiner Popularität ist er immer bodenständig geblieben. Gerd Müller verkörpert, für was der FC Bayern bis heute steht.

Gerd Müller, der legendäre Bomber der Nation wird 75: Er hat den deutschen Fußball in der Nationalmannschaft und beim FC Bayern geprägt wie kein Zweiter.
Gerd Müller, der legendäre Bomber der Nation wird 75: Er hat den deutschen Fußball in der Nationalmannschaft und beim FC Bayern geprägt wie kein Zweiter. © imago/Horstmüller

Wie begleiten Sie persönlich und der FC Bayern Gerd Müller, der schon seit vielen Jahren in einem Pflegeheim ist, in dieser schwierigen Zeit?
Er leidet leider an Demenz und lebt in einem Heim; dort fühlt er sich wohl und wird bestens betreut, vor allem von seiner Frau Uschi, die sich liebevoll jeden Tag um ihn kümmert. Der FC Bayern hilft Gerd Müller, wo man nur helfen kann. Dieser 75. Geburtstag ist ein besonderer Tag für den Verein; wir wollten Gerd im FC Bayern Museum mit einer Veranstaltung für ihn ehren. Leider mussten wir das wegen der Corona-Maßnahmen absagen, das bedauern wir bei allem Verständnis sehr: Gerd hätte zwar nicht anwesend sein können, aber es wäre uns ein großes Bedürfnis gewesen, ihn an seinem Tag als das zu würdigen, was er für uns alle ist: eine große Persönlichkeit des FC Bayern und ein großartiger Mensch.

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