Hainer erklärt, warum sich Bayern bei Transfers so zurückhält

Beim FC Bayern tut sich weiterhin nichts in Sachen Transfers. Präsident Herbert Hainer hat nun anhand konkreter Zahlen geschildert, wie schwierig sich die Situation in Corona-Zeiten gestaltet. Auch für den deutschen Branchenprimus.
| Julian Buhl Maximilian Koch
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Gehören zur Führungsriege des FC Bayern: Präsident Herbert Hainer (l.) und Vorstandsmitglied Oliver Kahn.
Gehören zur Führungsriege des FC Bayern: Präsident Herbert Hainer (l.) und Vorstandsmitglied Oliver Kahn. © Sammy Minkoff/Augenklick

München - Wie wirkt sich die Corona-Krise konkret auf die Finanzen des FC Bayern aus? Und was bedeutet dies für die so dringend benötigten Transfers, die nur noch bis zum 5. Oktober getätigt werden können?
Auf diese aktuell entscheidenden Fragen im Kosmos der Münchner gab Präsident Herbert Hainer am Mittwoch überraschend klare Antworten.

Am Rande eines Termins der Bayern-Basketballer sagte das Klub-Oberhaupt: "Wenn wir alles zusammenrechnen, dann fehlen uns Pi mal Daumen 100 Millionen. Und dem müssen wir auch Rechnung tragen."

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Soll heißen: Die Zurückhaltung in der bisherigen Transferperiode hat aus Hainers Sicht ihre Berechtigung. Dabei hat Bayern bislang "nur" rund 45 Millionen Euro (Prämien können hinzukommen) für Topstar Leroy Sané ausgegeben, die weiteren Neuzugänge kamen ablösefrei.

Agiert der FC Bayern auf dem Transfermarkt zu vorsichtig?

Auf der Gegenseite stehen Einnahmen in Höhe von 30 Millionen Euro für Thiago, der sich dem FC Liverpool anschloss. Außerdem spart sich der Klub die hohen Gehälter von Philippe Coutinho und Ivan Perisic. Und: Bayern winken mehr als 20 Millionen Euro aus dem Verkauf von Michaël Cuisance. Der Franzose absolvierte am Mittwoch seinen Medizincheck bei Leeds United, die Verpflichtung ist beschlossene Sache.
Auch Javi Martínez könnte bis zum Ende der Transferperiode noch wechseln.

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Man hat den Eindruck, dass die Münchner im Vergleich zur europäischen Konkurrenz sehr vorsichtig agieren. Zu vorsichtig? "Wir haben keine Zuschauer in den Stadien. Das heißt, wir haben weniger Einnahmen. Das ist eine herausfordernde Zeit für jeden Klub, aber auch für den FC Bayern München", sagte Hainer und rechnete vor: "Uns fehlen pro Heimspiel mehr oder weniger vier Millionen an Ticketing, an Essen, Trinken und Catering. Wir machen deutlich weniger Merchandising-Umsätze, weil die Leute keine Trikots kaufen, wenn sie nicht ins Stadion gehen dürfen."

Hainer über Transfers: "Halten uns alle Optionen offen"

Bei aller Vernunft darf Bayern aber natürlich nicht seine sportlichen Ambitionen aus den Augen verlieren. Das Aufgebot, so klein wie es jetzt ist, wird nicht genügen, um in drei Wettbewerben bis zum Schluss wettbewerbsfähig oder sogar erneut titelfähig zu sein. "Wenn das Fenster zu ist, können wir uns gerne über Ziele unterhalten", erklärte Trainer Hansi Flick vielsagend und fügte an: "Wir haben Weltklasse-Spieler hier, die haben auch ihre Ziele. Wir wollen Titel gewinnen. Wir müssen, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, auch einen dementsprechenden Kader zur Verfügung haben."

Kann Sportvorstand Hasan Salihamidzic bis kommenden Montag Ergebnisse liefern? "Wir halten uns alle Optionen offen, aber es muss auch wirtschaftlich sinnvoll sein", sagte Hainer: "Denn für uns ist es genauso schwer wie für alle anderen Klubs auch."

Kommt Thomas Lemar von Atlético Madrid?

Laut "Sport Bild" ist Thomas Lemar ein Kandidat für Bayern. Der 24-Jährige, der im offensiven Mittelfeld flexibel eingesetzt werden kann, kommt bei Atlético Madrid nicht mehr regelmäßig zum Einsatz und dürfte wohl wechseln – oder verliehen werden. Dieses Modell streben die Münchner offenbar wie schon im Vorjahr bei Coutinho und Perisic an. Lemar wäre der nächste Franzose in Flicks Team.

Weitere Abgänge, abgesehen von Cuisance und Martínez, soll es nicht geben. David Alaba hat keine attraktiven Angebote vorliegen, er würde auch gern bei Bayern bleiben. Derzeit sieht es so aus, als würde er seinen bis 2021 auslaufenden Vertrag erfüllen. Alles Weitere ist offen. 

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