Guido Cantz vor Bayern gegen Stuttgart im AZ-Interview: Mario Gomez opfert sich auf

Guido Cantz, bekennender Fan des VfB Stuttgart, schwärmt im AZ-Interview von Mario Gomez und verrät, welchen Fußball-Promi er sich für "Verstehen Sie Spaß" wünschen würde.
| Julian Buhl
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Guido Cantz ist von kindesbeinen an Fan des VfB Stuttgart. Wir haben uns mit ihm unterhalten.
dpa/AZ Guido Cantz ist von kindesbeinen an Fan des VfB Stuttgart. Wir haben uns mit ihm unterhalten.

München - Der 46-jährige Guido Canz moderiert die Sendung "Verstehen Sie Spaß" in der ARD - und ist nebenbei noch großer Fan des VfB Stuttgart. AZ hat vor dem Duell des FC Bayern gegen die Schwaben am Samstag (15:30 im AZ-Liveticker) mit ihm gesprochen.

AZ: Herr Cantz, wer noch nicht wusste, dass sie Fan des VfB Stuttgart sind, weiß es spätestens seit dem 3:2-Auswärtssieg beim 1. FC Köln, wo Sie im VfB-Trikot ausgelassen auf der Tribüne jubelten.
GUIDO CANTZ: Jaja, das ging ja auch zwei Tage lang durchs Netz. Aber Stuttgart ist nun mal seit Kindesbeinen an mein Klub. Da muss man auch mal jubeln dürfen, auch in seiner Heimatstadt.

Waren Sie aufgrund der vielen und teilweise heftigen Reaktionen überrascht?
Definitiv. Ich bin ja selber immer noch aktiver Fußballer, habe erst letzte Woche die Ü32-Stadtmeisterschaft gewonnen. Ich kenne mich mit Fußball und seinen Emotionen also ganz gut aus. Da wundert es mich dann doch, was Leute einem alles vorwerfen. Ich bin in Köln geboren und lebe dort. Dass man deshalb kein Fan eines anderen Vereins sein darf, hat mich schon irritiert. Es hieß zum Beispiel: "Naja, wenn die Spieler ein Tor gegen ihren Ex-Verein schießen, dann jubeln die ja auch nicht." Ich bin nun mal kein Profifußballer und würde mir wünschen, dass man das ein bisschen lockerer sieht.

So wurde Guido Cantz zum Fan des VfB Stuttgart

In der nächsten Saison kann das ja nicht mehr passieren, weil Köln in die Zweite Liga muss.
Das finde ich sehr schade. Von der Stimmung im Stadion und der Tradition her gehört der 1. FC Köln für mich in die Erste Liga. Die werden im nächsten Jahr wiederkommen.

Wie sind Sie denn als Rheinländer zum VfB-Fan geworden?
Mein Vater kommt aus Stuttgart, hat aber in Köln studiert und dort meine Mutter kennengelernt. Mein älterer Bruder ist FC-Fan. Und ich war immer großer Fan von Hansi Müller und Karlheinz Förster. Das waren meine Idole in den 70er- und 80er-Jahren. Deshalb war es für mich nie eine Frage, dass der VfB mein Verein ist. Und ich finde: Genau wie seine Ehefrau, sucht man sich seinen Lieblingsverein nur ein Mal im Leben aus.

Wie sieht das mit dem Lieblingsverein bei ihrem Sohn aus?
Jetzt wird’s schwierig, weil meine Frau geborene Frankfurterin ist und ihr Herz für die Eintracht schlägt, ich VfB-Fan bin und wir in Köln wohnen. Aber mein Sohn erzählt immer, dass Manuel Neuer ein super Torwart ist und ich habe insgeheim rausgehört, dass er mit dem FC Bayern München sympathisiert.

Das macht den Liga-Abschluss des VfB am Samstag beim FC Bayern für Sie ja noch brisanter. Werden wir Sie da wieder jubeln sehen?
Ich würde gerne, habe aber in Berlin beruflich zu tun. Ich werde das Spiel natürlich trotzdem verfolgen. Die Bayern wollen da ihren Saisonabschluss feiern. Aber im Moment ist unter Tayfun Korkut alles möglich. Vielleicht netzt Mario Gomez drei Mal gegen seinen Ex-Verein und der VfB ist am Ende noch in der Europa League dabei.

Cantz hofft auf WM-Chance für Ulreich

Für Bayern geht’s ja eigentlich um nichts mehr, außer um Weißbierduschen und Jupp Heynckes’ Abschied.
Heynckes können die Bayern noch im Pokalfinale verabschieden. Ich würde übrigens Sven Ulreich wünschen, dass er in Berlin spielen und seine sehr gute Saison auch zu Ende spielen darf. Und, dass er mit zur WM fährt.

Aus alter VfB-Verbundenheit?
Ulreich wurde in Stuttgart belächelt. Ich habe im ersten Moment auch nicht so ganz verstanden, warum er nach München geht und sich auf die Bank setzt. Beim VfB war er nicht mehr erwünscht. Jetzt hat er gezeigt, dass er auf dem Niveau spielen kann. Da bin ich schon ein bisschen stolz, weil er lange im Trikot des VfB aufgelaufen ist. So lange laufen die Verträge der Bayern-Spieler

Welchen Anteil hat Ex-Bayer Gomez an der starken Rückrunde des VfB?
Er wird ja jetzt Vater und hatte das Ziel, nach Stuttgart zurückzugehen. Er hatte seine ersten Erfolge in Stuttgart, ist hier eine Identifikationsfigur und opfert sich für die Mannschaft auf. Wie abgebrüht er vorm Tor ist, konnte man bei seinen beiden Treffern gegen Hoffenheim mal wieder sehen. Und ich wünsche ihm und der Nationalmannschaft, dass er auch mit nach Russland fährt. Er wäre genau der richtige Spieler neben Timo Werner.

Wie ist es denn so um Ihre fußballerische Fähigkeiten bestellt?
Viermal die Woche Fußball ist ja dann schon auf einem gewissen Niveau. Ich habe immerhin in der Landesliga, der damals fünfte Liga, gespielt. Mittlerweile spiele ich bei den Alten Herren, wie das dummerweise heißt. Und auch regelmäßig in der Lotto-Elf Rheinland-Pfalz mit Leuten wie Guido Buchwald oder Stefan Kuntz. Kicken ist schon immer meine Leidenschaft gewesen. Und deshalb behaupte auch, dass ich ein wenig Ahnung von Fußball habe.

Und wie viel Spaß muss man als Fan des VfB verstehen?
Ob das immer Spaß war, weiß ich nicht. In den letzten Jahren musste man jedenfalls ziemlich leidensfähig sein. Der VfB Stuttgart hat ja jahrelang daran gearbeitet, endlich abzusteigen. Jetzt wurde wieder einiges im Verein neu aufgestellt.

Gibt es jemanden aus der Fußballbranche, dem Sie gerne mal im Rahmen Ihrer Sendung "Verstehen Sie Spaß" einen Streich spielen würden?
Jogi Löw ist ganz oben auf meiner Liste. An den Bundestrainer würde ich mich gerne mal heranwagen. Eine Idee wäre auch, die WM mal in ein Land zu vergeben, wo es gar nicht passen würde – wobei die Fifa uns das mit Katar ja schon vorweggenommen hat.

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