"Gegner mit viel Tradition": FC Bayern in Final-Arena gegen die "Matratzenmacher"

Das kann ja nicht schaden. Schon mal Finalluft schnuppern, das Endspielstadion testen in der Ligaphase der Champions League. Wäre aber auch eine zu schöne Klammer. Bei der Auslosung im Grimaldi Forum von Monaco wurde dem FC Bayern als einer der vier Auswärtsgegner Atlético Madrid zugelost. Die Bayern treten also im stimmungsvollen Metropolitano an. Dort steigt am 5. Juni 2027 auch das Endspiel.
Die weiteren Reisen gehen zu – we call it a Klassiker – Manchester United mit Kapitän Bruno Fernandes, zum "Player of the Season" der Premier League gewählt, zum OSC Lille und Viking Stavanger. Der norwegische Meister eliminierte in den Playoffs Dinamo Zagreb. Der letzte Trip der Münchner nach Norwegen liegt ein paar Jährchen zurück. In den Jahren 1999 und 2000 trat Bayern unter Trainer Ottmar Hitzfeld viermal gegen Rosenborg Trondheim an.
"Es sind sehr ausgewogene und interessante Gegner mit viel Tradition"
Zu Hause in der Allianz Arena empfangen Kimmich & Co. den Vorjahresfinalisten FC Arsenal mit DFB-Stürmer Kai Havertz, Real Betis (Sevilla), Bodø/Glimt aus Norwegen und Slavia Prag. Die genauen Termine (acht Spieltage von September bis Ende Januar) veröffentlicht die Uefa bis Samstagvormittag.
Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen, wie Sportvorstand Max Eberl und Marketing-Vorstand Rouven Kasper in Monaco vor Ort dabei, sprach von "keinen einfachen Gegnern, vor denen wir Respekt haben, aber gegen die wir gewinnen wollen." Kapitän Manuel Neuer meinte: "Es sind sehr ausgewogene und interessante Gegner mit viel Tradition. Grundsätzlich wollen wir wieder unter die Top acht kommen, das ist unser großes Ziel."
Die Top 8 sind für Bayern nötig, um die Playoffs zu vermeiden
Arsenal als echte Herausforderung, dazu Atlético, ManUnited, Betis und Lille (in der Reihenfolge ihrer geschätzten Stärke) als knifflige, aber machbare Prüfsteine. Dazu kommen die zwei norwegischen, unberechenbaren Underdogs sowie Außenseiter Slavia Prag, der tschechische Meister. Eine Platzierung unter den Top acht ist bei diesen Gegnern ein Muss.

Der Vorteil: Die besten acht Mannschaften der Ligaphase mit 36 Teams qualifizieren sich direkt fürs Achtelfinale (wie Bayern in der Vorsaison als Zweiter hinter Arsenal). Die Teams auf den Plätzen 9 bis 24 müssen in die Strafrunde, in Playoff-Duelle um die anderen acht Achtelfinalplätze – das widerfuhr den Bayern im Februar 2024 gegen Celtic Glasgow.
Bayern muss zu Atlético – bitte genügend Schienbeinschoner einpacken
Für die Reise in die spanische Hauptstadt heißt es mit Blick auf die Zeugwarte: Übergepäck buchen – lieber eine ordentliche Ladung Schienbeinschoner einpacken. Schließlich geht es gegen "die größte Rabaukentruppe im Weltfußball". So bezeichnete Bayern-Legende Thomas Müller Atlético Madrid während eines Champions-League-Spiels in der Allianz Arena (4:0) im Oktober 2020. Dass er sich so über eine Schiedsrichterentscheidung beschwerte, war über die Außenmikrofone gut zu hören, da das Stadion wegen der Corona-Pandemie nahezu leer war.

Atléticos Spitzname: "Los Colchoneros", auf Deutsch die "Matratzenmacher". Einst war die meistverkaufte Matratze Spaniens rot-weiß gestreift und bildete damit die Vereinsfarben ab. Das Gesicht der Matratzenmacher ist seit 2011 Diego Simeone (56). Der – defensiv formuliert – charismatische Trainer aus Argentinien trägt am Spielfeldrand stets komplett schwarz und treibt seine Mannschaft leidenschaftlich an. Simeone führte "Atléti" zwei Mal ins Champions-League-Finale, 2014 und 2016 verloren die Spanier. In seiner Trainer-Vita stehen zwei Europa-League-Triumphe und zwei Titel in Spaniens La Liga.
FC Bayern will zweimal in dieser Saison im Metropolitano spielen
Bayerns Bilanz gegen Atlético: Acht Spiele, vier Siege, zwei Niederlagen. 1974 glückte in Brüssel der erste Erfolg im Europapokal der Landesmeister. Nach dem 1:1 nach Verlängerung – mit Katsche Schwarzenbeck als Last-Minute-Retter – gewann das Team von Trainer Udo Lattek zwei Tage später mit 4:0.
Das heutige Atlético muss ohne den einstigen Bayern-Schreck Antoine Griezmann (ist zu Orlando City) auskommen. Mit Julián Álvarez will der nächste Angreifer weg – zu Arsenal? Bleibt Stürmer-Star Ademola Lookman.
Und bei Bayern eine große Hoffnung, die Neuer so formulierte: "Dass wir in dieser Saison zweimal im Atlético-Stadion spielen werden."