Interview

Freiburgs Höler im AZ-Interview: "Upamecano ist ein Verteidigungsmonster"

Freiburgs Lucas Höler spricht im AZ-Interview über den Abwehr-Star des FC Bayern, das Duell an diesem Samstag – und Trainer Christian Streich: "Er würde das auch bei einem Topklub hinbekommen."
| Maximilian Koch
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"Unabhängig von der Leistung könnte es sein, dass wir Upa eine Pause geben", sagt Bayern-Coach Nagelsmann über Abwehrchef Upamecano, der beim 0:5-Debakel in Gladbach vollkommen neben sich stand.
"Unabhängig von der Leistung könnte es sein, dass wir Upa eine Pause geben", sagt Bayern-Coach Nagelsmann über Abwehrchef Upamecano, der beim 0:5-Debakel in Gladbach vollkommen neben sich stand. © picture alliance/dpa

München/Freiburg - AZ-Interview mit Lucas Höler: Der 27-jährige Stürmer spielt seit 2018 beim SC Freiburg, dem Gegner des FC Bayern an diesem Samstag. Er erzielte bereits drei Tore gegen die Münchner.

AZ: Herr Höler, Sie wurden aufgrund Ihrer langen Haarpracht in Freiburg schon "Bachelor" genannt, Sie benutzen als einziger Spieler Haarspülung beim Duschen, wie Sie bei "11 Freunde" verraten haben: Würden Sie sich von der langen Mähne trennen, wenn der Sportclub die Champions League erreicht?
LUCAS HÖLER: Wenn das eine Bedingung ist, dann gerne (lacht). Aber ich denke, wir können auch mit meinen langen Haaren Großes erreichen.

Wie sehen Sie die Perspektiven für diesen ganz großen Coup: Schafft es Freiburg in den internationalen Wettbewerb?
Schwer zu sagen, wir haben erst zehn Spieltage bestritten. Wir stehen natürlich super da, weil wir einen tollen Saisonstart hatten. Aber es ist nicht unser ausgegebenes Ziel, die Qualifikation für Europa zu schaffen. Wenn wir die 40 Punkte erreicht haben, können wir uns neue Ziele stecken. Aber wir wissen auch, dass mal eine Delle kommen wird in dieser Saison.

Wenn man nach zehn Spielen als einziges deutsches Team noch ungeschlagen ist, ist das aber schon eine Ansage.
Auf jeden Fall, da sind wir alle stolz drauf. Eine super Momentaufnahme, aber darauf sollten wir uns nicht ausruhen. Es wird darum gehen, wie wir mit unserer ersten Niederlage umgehen.

Lucas Höler
Lucas Höler © IMAGO / Sportfoto Rudel

Jetzt geht es zu den Bayern, die in der Champions League beim 5:2 gegen Benfica überzeugt haben. Wie muss man in München auftreten?
Kompakt als Mannschaft, aber auch mutig. Wir müssen zusammen verteidigen, zusammen angreifen und all das zeigen, was uns bislang ausgezeichnet hat. Wir dürfen auch nicht so viel Respekt haben - und Bayern sollte nicht den besten Tag erwischen. Wir sind alle fit und bereit.

War die hohe Pokal-Niederlage des FC Bayern in Gladbach gut oder schlecht für den Rest der Liga?
Durch die Niederlage wurde Bayern gereizt. Gladbach hat allerdings auch vorgemacht, wie es gehen kann, wie man Bayern schlagen kann. Taktisch war das super.

In den vergangenen drei Partien haben die Münchner neun Gegentore kassiert. Ist die Abwehr anfälliger als zu Saisonbeginn?
Man kriegt das natürlich mit, schaut sich den Gegner an und liest die Ergebnisse. Da fällt schon auf, dass Bayern gerade mehr Gegentore kassiert als zuvor. Da versuchen wir unsere Chance zu nutzen und am Samstag auch das eine oder andere Tor zu schießen.

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Gibt es einen Bayern-Star, der Sie besonders beeindruckt?
Da fasziniert mich fast jeder Spieler: Lewandowski, Müller, all die anderen Offensivspieler, die schnell und dribbelstark sind. Aber auch Upamecano.

Was macht Dayot Upamecano so stark?
Er ist ein Verteidigungsmonster, Hernández auch. Upamecano ist ein extrem starker Zweikämpfer mit einem sehr robusten Körper. Wenn du da nicht zu hundert Prozent reingehst und dich konzentrierst, hast du keine Chance gegen ihn. Das wird eine große Aufgabe - aber ich freue mich auf das Duell.

Er beeindruckt Lucas Höler: Bayerns Abwehrstar Dayot Upamecano.
Er beeindruckt Lucas Höler: Bayerns Abwehrstar Dayot Upamecano. © imago images/Passion2Press

Sie sind ein defensiv sehr fleißiger Stürmer, der nicht nur an seinen Toren gemessen wird. Haben Sie eigentlich ein Vorbild?
Mein Vorbild war früher immer Miro Klose. Er war auch eher so ein Spätzünder wie ich, nicht so der Riese vorne drin im Sturm. Es hat ihn auch ausgezeichnet, dass er manche Wege mit nach hinten gemacht hat, um den Ball zu klauen.

Was ist die größte Stärke von Trainer Christian Streich, der Freiburg Jahr für Jahr top aufstellt?
Er hat den Riesenvorteil, dass er sehr lange in Freiburg ist. Eine solche Konstante gibt es wohl nirgendwo sonst auf der Welt. Deswegen kennen wir ihn genau, wir Spieler wissen, was er von uns will. Wir sind auf jeden Gegner perfekt vorbereitet, die Kommunikation ist ideal. Das Miteinander macht uns so stark.

Wird Streich Freiburg jemals verlassen?
Ich denke, er hatte in der Vergangenheit schon viele Angebote, die gar nicht an die Öffentlichkeit gekommen sind. Streich fühlt sich in Freiburg unheimlich wohl - es wäre für den Klub und uns Spieler sehr gut, wenn er bei uns bleibt.

Würden Sie ihm eine größere Aufgabe zutrauen - etwa bei Bayern oder die Nationalelf?
Zutrauen auf jeden Fall. Er leistet seit vielen Jahren sehr gute Arbeit in Freiburg, das könnte er auch woanders machen. Vom Fachwissen her und von seiner Beziehung zu den Spielern, würde er das auch bei einem Topklub hinbekommen.

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