Franck Ribéry: "Wäre vermutlich arbeitslos"

Ribéry gibt Einblick in seine Vergangenheit, spricht über Existenzängste, das Haushaltsbuch seiner Frau und sagt, was ohne sein Talent geworden wäre.
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Torschütze für den FC Bayern München beim 3:0-Sieg über Guangzhou Evergrande im Halbfinale der Klub-WM: Franck Ribéry (r.).
firo/Augenklick Torschütze für den FC Bayern München beim 3:0-Sieg über Guangzhou Evergrande im Halbfinale der Klub-WM: Franck Ribéry (r.).

Franck Ribéry vom FC Bayern München gibt Einblick in seine Vergangenheit, spricht über Existenzängste, das Haushaltsbuch seiner Frau Wahiba und sagt, was aus ihm ohne sein Talent geworden wäre.

München - Franck Ribéry steht vor der Erfüllung seines ganz großen Traums: Nach der Klub-WM würde der Franzose in Diensten des FC Bayern München am 13. Januar in Zürich nur zu gerne den "Ballon d'Or" - den goldenen Ball - für den Weltfußballer des Jahres entgegen nehmen.

In einem Interview mit der "Sport Bild" erinnert sich der 30-Jährige nun daran, was für ein Glück er doch hatte. In ärmlichen Verhältnissen in Nordfrankreich aufgewachsen, half ihm nur der Fußball.

Was ohne sein Talent aus ihm geworden wäre? "Es wäre sehr schwierig geworden, die Menschen bei uns sind sehr arm", sagte Ribéry. "Wahrscheinlich wäre ich das heute auch - und vermutlich arbeitslos, so wie viele bei uns."

Ein ehrlicher Einblick, den Ribéry da gewährt. Zudem spricht er über seine Zeit auf dem Bau, seine schwierigste Phase als Fußballer, seine Ratschläge an David Alaba und Existenzängste.

Franck Ribéry im Interview mit der "Sport Bild" über...

...seine Perspektive als er 17 Jahre alt war: "Ich musste auf dem Bau arbeiten, um Geld zu bekommen. Ich hatte einen Kredit (3000 Euro, d. Red.) aufgenommen, um mir Möbel kaufen zu können. (...) Das war damals viel Geld für mich. (...) Aber wenn du solche Situationen mitgemacht hast und jetzt hier oben beim FC Bayern angekommen bist, macht es dich stärker. So bin ich zu einem Kämpfer geworden. Diese Situationen (...) haben meinen Charakter geschult."

...den Sexskandal und das WM-Aus Frankreichs 2010: "Ich komme aus dem Ghetto, aus dem Nichts. Ich habe alles erlebt, 2010 war das schlimmste Jahr meiner Karriere. Da haben viele Leute in Frankreich und auf der ganzen Welt gesagt: Ribéry ist kaputt, der kommt nie wieder zurück. Nur der FC Bayern hat immer an mich geglaubt."

...Existenzängste: "Meine heutige Frau Wahiba hatte damals (2004, als Ribéry in Brest spielte, d. Red.) schon ein kleines Haushaltsbuch, in das sie alle Ausgaben geschrieben hat: Pasta, Milch - alles, was wir zum Leben brauchten, hat sie darin aufgelistet. Das Buch hat sie bis heute aufgehoben. Heute denke ich beim Einkaufen oft daran, wie gut es mir geht. So etwas kannst du nicht vergessen."

...seine Beziehung zu David Alaba: "Als er mit 18 zu uns Profis kam, hat er auf meine schöne Uhr geschaut, mein Auto. Ich habe ihm auch damals schon gesagt: 'Du hast Zeit! Konzentrier dich auf Fußball, dann kommt das alles von alleine.' Er bedankt sich bei mir heute noch dafür. Auch sein Vater kam zu mir und sagte, wie glücklich er ist, dass ich David geholfen habe."

 

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