„Finale? Warum nicht!“

Dem Rooney-Schock nach 64 Sekunden folgt eine Aufholjagd, die Olic nach Ribérys Ausgleich mit dem 2:1-Siegtreffer in der Nachspielzeit krönt. Bayerns Traum lebt: „Wir sind im Vorteil“
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Die Torschützen auf Bayern-Seite: Franck Ribéry und Ivica Olic
dpa Die Torschützen auf Bayern-Seite: Franck Ribéry und Ivica Olic

MÜNCHEN - Dem Rooney-Schock nach 64 Sekunden folgt eine Aufholjagd, die Olic nach Ribérys Ausgleich mit dem 2:1-Siegtreffer in der Nachspielzeit krönt. Bayerns Traum lebt: „Wir sind im Vorteil“

Der Schockstart, das Rooney-Gegentor, alles schien vorbei. Doch am Ende steht ein grandioses, ein hart erkämpftes 2:1 (0:1). Gegen Topfavorit Manchester United. Bayerns Traum vom Halbfinale oder gar vom ersten Champions-League-Sieg seit 2001 lebt weiter. Der Rekordmeister fährt – dank Franck Ribérys Freistoß und Ivica Olics Tor in der Nachspielzeit – nächsten Mittwoch mit einem kleinen Vorsprung nach Old Trafford. Die Fans feierten, Trainer Louis van Gaal jubelte an der Außenlinie, die Stars waren stolz. „Ich denke“, sagte Nationalstürmer Mario Gomez, „der Vorteil liegt jetzt bei uns.“ Und Siegtorschütze Ivica Olic konnte sein Glück kaum fassen. „Unglaublich“, meinte er in den Katakomben, „das war mein größtes Spiel. Wir haben immer dran geglaubt, dass wir’s noch packen. Am Ende haben wir das zusammen geschafft.“

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge brachte die allgemeine Stimmung auf den Punkt. „Wir haben in der zweiten Halbzeit toll gespielt, toll gekämpft, toll gefightet. Jetzt haben wir wirklich eine kleine Chance, das Halbfinale zu erreichen“, sagte der Vorstandschef. Doch auch ihm ist klar, dass noch ein gutes Stück Arbeit vor den Siegern von gestern liegt: „Das wird ein heißes Spiel in Manchester – und es war auch wichtig für den Samstag. Jetzt müssen wir erstmal an Schalke denken.“ Franck Ribéry freilich, der unbedingt einmal die Champions League gewinnen will, dachte schon weiter: „Finale? Warum nicht?“

Vergessen war der furchtbare Start gegen ManU, die Horrorshow mit dem desorientierten Maskenmann Martin Demichelis. Der Argentinier stolperte, Wayne Rooney stand im Bayern-Strafraum so allein wie einst Neil Armstrong auf dem Mond – und traf locker, lässig, cool zum 0:1. Nach exakt 64 Sekunden.

Wie hatte Franz Beckenbauer vor Anpfiff gesagt? „Manchester, das sind auch nur Menschen. Man kann sie schlagen.“ Wohl wahr. Und das sogar ohne den angeschlagenen Retter vom Dienst, Arjen Robben, auf den Louis van Gaal gestern verzichtete (für ihn spielte Hamit Altintop). Und das, obwohl der Trainer mehrfach vor der „sehr guten Ordnung“ der Engländer gewarnt hatte. Da hatte er noch nicht geahnt, dass sein Team einen solch unordentlichen Start hinlegen würde.

Derart geschockt gaben sich die Gastgeber eine gute Viertelstunde dem kollektiven Frust hin. Dann blieb es insbesondere Franck Ribéry und Robben-Ersatz Altintop überlassen, die zunächst eher spärlichen Bayern-Angriffe nach vorne zu tragen. Chancen gab’s jedoch durchaus: Ribéry (21.), Altintop (28.). Nach dem Wechsel kamen sie dann mit Macht, die Bayern. Badstuber (51.), Altintop (56.), van Bommel (57.) prüften ManU-Keeper Edwin van der Saar. Doch es dauerte bis zur 77. Minute, ehe Ribéry mit einem abgefälschten Freistoß den erlösenden Ausgleich markierte. Den Sieg stellte Olic dann in der Nachspielzeit sicher.

Ein verdientes 2:1. Es wird spannend beim Rückspiel im „Theatre of Dreams“. Dann wird auch Arjen Robben wieder fit sein. Und der Holländer entscheidet solche Duelle ja gerne mal allein.

jos,ps

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