FC Bayern: Wie Coutinho Lewandowski zur Höchstleistung treibt

Während alle Welt von Bayerns Neuzugang Philippe Coutinho spricht, überragt Torjäger Robert Lewandowski mit seinem Dreierpack gegen Schalke. "Diese Effizienz, diese Kaltschnäuzigkeit – einzigartig", sagt sein Trainer. 
| Patrick Strasser
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Drei Tore, drei Finger: Bayerns Stürmerstar Lewandowski.
Drei Tore, drei Finger: Bayerns Stürmerstar Lewandowski. © firo/Augenklick

München/Gelsenkirchen - Drei Finger für drei Tore. Stolz zeigte Robert Lewandowski diese Geste in sämtliche Kamera-Objektive, wie man das heutzutage eben so macht als erfolgreicher Fußballprofi – immer an Instagram denken.

Und natürlich nahm der Torjäger des FC Bayern den Spielball nach seinem Dreierpack, der das 3:0 beim FC Schalke zementierte, mit nach Hause. Macht man so als Fußballer, seit ewigen Zeiten. Ein Ritual.

Lewandowski: Voller Fokus auf die Torjäger-Kanone 

Wichtiger aber war dem 31-Jährigen, mit einer starken Leistung aller Welt zu zeigen: Leute, Leute – ihr könnt gerne Neuzugang Coutinho vom FC Barcelona als Weltstar feiern, auch Ergänzungsspieler Ivan Perisic. Aber der Beste, der Toptorjäger, das bin immer noch ich!

Leicht abgewandelt vom Ausspruch "L'état c'est moi" (übersetzt: Der Staat bin ich), ein Schlagwort des Absolutismus und zumeist Ludwig XIV. zugeschrieben, betont der Pole mit seiner exzellenten Frühform "Lewy, c'est moi".

Während alle auf das Debüt von Coutinho blickten, stahl der gute, nein sehr gute, alte Lewandowski dem Brasilianer die Show: Ein cool verwandelter Elfer, ein wunderbarer Freistoß und ein Präzisionsschuss nach perfekter Ballannahme. Da verneigte sich auch der Neu-Bayer, von dem man sich so viel Magie in München erhofft. "Robert ist eine Legende. Ich bin erst drei, vier Tage hier, aber ich habe seine Qualität schon im Training gesehen", sagte Coutinho.

In den bisherigen vier Pflichtspielen der Bayern traf Lewandowski sieben Mal, in den ersten beiden Bundesliga-Partien fünf Mal und ist damit der erste Spieler seit Roy Makaay 2005, der an den ersten beiden Spieltagen doppelt zuschlägt. Am ersten Spieltag war Hertha beim 2:2 zwei Mal das Lewy-Opfer.

Einzelkritik: Drei Zweier - Lewandowski überragt alle!

Niko Kovac begeistert von Lewandowski

"Diese Effizienz, diese Kaltschnäuzigkeit – die ist einzigartig", feierte ihn Trainer Niko Kovac, "Lewy ist der amtierende Torschützenkönig, er will diese Krone weiterhin behalten." Na logo. "Ich erwarte von mir immer mehr, weil ich weiß: Ich kann immer besser spielen und habe Potenzial nach oben", so der Torjäger.

Keine Drohungen, bitte. Der Vizekapitän, inzwischen viel offener und integrativer in der Gruppe, hat mittlerweile erkannt: "Alleine kann man ein Spiel gewinnen, aber mit der Mannschaft gewinnst du Titel."

Daher wollen die Bayern seinen Vertrag um weitere zwei Jahre bis 2023 verlängern und ihn wohl wieder zum Top-Verdiener machen, was er bis zur Ankunft Coutinhos an der Säbener Straße war. Zu 95 Prozent ist alles klar, sagte Lewandowski. Nächste Woche soll die Unterschrift erfolgen.

Lewandowski ist zufrieden mit den Neuverpflichtungen

Der einstige Traum von Real Madrid ist gestrichen, er will nun unbedingt mit dem FC Bayern die Champions League gewinnen. Und ist zufrieden mit den Neuverpflichtungen. "Unser Kader ist optimal. Es sieht wirklich sehr gut aus. Wir konnten in der zweiten Halbzeit zwei Wechsel machen und dann kam frisches Blut rein, das hat mich sehr gefreut", sagte er und dachte dabei auch an seinen Kumpel Perisic, für eine Saison von Inter Mailand ausgeliehen.

Lewandowski erwartet einen harten Titel-Zweikampf mit seinem ehemaligen Verein: "Dortmund hat einen richtig guten Kader, kann in der zweiten Halbzeit auch mit zwei, drei neuen Spielern das Spiel umdrehen (wie durch Julian Brandt beim 3:1 am Freitag in Köln, d.Red.)", erklärte er. Lewandowskis Ausblick: "Wir sind seit sieben Jahren Meister, wissen, dass Dortmund versucht, anzugreifen. Wir müssen immer bereit sein und von Sieg zu Sieg gehen." Dank ihm.

Knackt Lewy noch die Gern-Müller-Bestmarke?

"Lewa", so nennt Sportdirektor Hasan Salihamidzic ihn, "ist der Wahnsinn. Er hat die Messlatte schon mal ziemlich hoch gesetzt mit fünf Toren. Mal schauen, wie viele Tore er dieses Jahr noch schießt." Bleibt er bei 2,5 pro Spiel, sind es am Ende 85 – ein Scherz.

Dennoch: In Top-Form könnten die 40 Tore von Gerd Müller, dem Bomber der Nation, aus der Saison 1971/72 nicht mehr lange eine Bundesliga-Bestmarke für die Ewigkeit sein.

FC Bayern: Die Vertragslaufzeiten der SpielerLesen Sie hier: Traumspiel in Vilshofen - Coutinhos Torpremiere für den FC Bayern

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