FC-Bayern-Wechsel von Nathaniel Brown naht: Jetzt spricht DFB-Kapitän Joshua Kimmich

Als es um Nathaniel Brown ging, den Überflieger im DFB-Team, der am Dienstag zarte 23 Jahre alt wurde, geriet Joshua Kimmich ganz schön ins Schwärmen. "Auf dem Platz ist er sehr mutig. Er bringt seine Qualitäten ein, die er definitiv hat", sagte der Kapitän über Brown, der beim 7:1 gegen Curaçao sein WM-Debüt gab und gleich an zwei Treffern direkt beteiligt war: "Ich bin froh, dass wir ihn hier dabei haben. Er hat ein super Spiel gemacht, eine Vorlage, ein Tor – so kann man mal in einer WM starten. Das ist mir damals nicht gelungen gegen Mexiko."
2018 war das, Kimmich unterlag mit der DFB-Elf in der Gruppenphase 0:1 und schied anschließend als amtierender Weltmeister in der Gruppenphase aus. Eine Blamage. Bei seiner dritten WM will Kimmich endlich erfolgreich sein – am liebsten bis zum Finale am 19. Juli vor den Toren New Yorks. Was dabei hilft? Der gute Mix in der Mannschaft mit erfahrenen Spielern wie Kimmich und Torhüter Manuel Neuer sowie jungen Akteuren wie Brown, Jamal Musiala und Florian Wirtz. Da sei ein "besonderer Hunger, ein besonderer Antrieb" zu spüren, schilderte Kimmich: "Mit Ausnahme von Manu ist kein Weltmeister dabei. Man merkt bei den Jungs, dass eine WM das Größte ist, was es als Fußballer gibt."
"Er hat sich bei mir noch nicht über den FC Bayern erkundigt": Kimmich über Brown-Wechsel nach München
Auch für Brown, der nach dem Auftaktsieg in Houston vom "schönsten Moment meiner Karriere" sprach. Der Linksverteidiger sei "generell sehr ruhig und zurückhaltend neben dem Platz", erzählte Kimmich, "da ist er immer in einer Dreiergruppe unterwegs mit Assan (Ouédraogo, d.Red.) und Pavlo (Aleksandar Pavlovic)." Doch während der Spiele legt Brown diese Schüchternheit ab. Deshalb wird der FC Bayern satte 55 Millionen Euro Ablöse an Eintracht Frankfurt zahlen, um Brown zu verpflichten. "Er hat sich bei mir noch nicht über den FC Bayern erkundigt", sagte Kimmich. Aber ziemlich sicher bei Pavlovic, der in Winston-Salem zum Bayern-Agenten geworden ist. In Kürze soll Browns Wechsel offiziell sein. Ein Top-Transfer.
Was Kimmich in den vergangenen Tagen neben einem Telefonat mit Bundeskanzler Friedrich Merz ("Das ist jetzt kein intimes Gespräch, das geht relativ kurz und schmerzlos") sonst noch beschäftigte, waren die neuen Trinkpausen in der Mitte der Halbzeiten. Ein Thema, das polarisiert. "Curaçao hat in einer anderen Formation gespielt, als erwartet. Dementsprechend konnten wir schon noch mal darauf eingehen", sagte Kimmich über die Unterbrechung in der ersten Halbzeit: "Ich hatte auch das Gefühl, dass uns das eher geholfen hat, weil wir nach dem 1:1 etwas unruhig wurden. Da hat uns die Pause schon geholfen, um zu sagen: Hey, es nicht viel passiert, wir haben bis zu dem 1:1 ein ganz gutes Spiel gemacht." Danach war Deutschland klar überlegen.
Kimmich über giftige Schlange in Winston-Salem: "Es ist zumindest mal gefährlich"
Kimmich fand es nur "ein bisschen ungewohnt, dass wir nach zwei Minuten noch nicht wieder auf den Platz durften. Der Schiedsrichter hat uns gesagt, dass wir die ganzen drei Minuten draußen bleiben müssen." Insgesamt konnte der DFB-Kapitän aber mit der Neuerung leben. "In anderen Sportarten ist es völlig normal, dass es Unterbrechungen gibt. Als wir die NBA geguckt haben, waren da sehr viele Pausen. Da ist der Spielrhythmus extrem gestört", sagte er. "Das ist im Fußball noch okay."
Nicht so okay war für Kimmich die giftige Schlange, die ihm in Winstom-Salem begegnete. "Bei einem Biss muss man mal ins Krankenhaus fahren. Ich glaube nicht, dass man stirbt. Aber es ist zumindest mal gefährlich", erzählte er. Bei der Heim-EM 2024 hatten Kimmich, David Raum und Robert Andrich einen Kanarienvogel als Glücksbringer adoptiert. In den USA würde sich ein Eichhörnchen als Maskottchen anbieten. Viele Nagetiere flitzen durch die Grünanlagen im Hotel The Graylyn Estate und den benachbarten Campus der Wake Forest University. Aber: "Am Schluss wird es schwer, so ein Eichhörnchen einzusperren", scherzte Kimmich. Und das wolle man auch nicht.
Bei der EM vor zwei Jahren wurde auch ein Bonsai-Baum gepflanzt. Hier im DFB-Quartier würde sich eine Magnolie anbieten. Das sei ein "krasser Baum", schwärmte Hobby-Gärtner Kimmich. Den kenne er in dem Ausmaß aus Deutschland nicht. "Also meiner im Garten, der blüht erstens nie. Und zweitens ist er nicht so groß." Na dann: Schaufeln raus und vor dem Mannschaftshotel einpflanzen.