FC Bayern: Warum Hoeneß' DFB-Boykott eine leere Drohung ist

Uli Hoeneß drohte dem DFB offenbar mit einem Länderspiel-Boykott, sollte es bei der Nationalmannschaft einen Wechsel auf der Position zwischen den Pfosten geben. Rechtlich begibt sich der Bayern-Präsident dabei aber auf ganz dünnes Eis, wie ein Sportrechtler in der AZ erklärt.
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Liegt mit dem DFB im Clinch: Bayern-Präsident Uli Hoeneß
Swen Pförtner/dpa Liegt mit dem DFB im Clinch: Bayern-Präsident Uli Hoeneß

München - Das Verhältnis zwischen dem FC Bayern und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist offenbar deutlich angespannter als bisher bekannt. Wie die "Sport Bild" am Mittwoch berichtete, drohte Präsident Uli Hoeneß dem DFB sogar damit, die Bayern-Spieler nicht mehr für die Nationalmannschaft abzustellen, sollte Kapitän Manuel Neuer seinen Platz im Kasten des viermaligen Weltmeisters verlieren.

"Der (Bundestrainer Joachim Löw, d. Red.) wird jetzt schon hören, was wir alles gesagt haben, dem werden schon die Ohren klingeln", wird der Bayern-Boss zitiert: "Bevor das stattfindet, werden wir keine Nationalspieler mehr abstellen."

Hoeneß-Drohung: Disziplinarmaßnahmen für den FC Bayern?

Umsetzen lässt sich Hoeneß' Drohung aus zweierlei Hinsicht allerdings nicht, wie Sportrechtler Dr. Maximilian Schmidt von der Kanzlei Seitz gegenüber der AZ erklärt. Einerseits geben die Standardarbeitsverträge von Profifußballern in der Regel vor, dass ein Verein einen Spieler abstellen muss, wenn dieser eine Einladung zu einem offiziellen Länderspiel erhält.

Selbiges gilt für die Regularien der FIFA, die ihre Nationalmannschaften gestärkt sehen will. "Aus verbandsrechtlicher Lage gibt es tatsächlich eine Verpflichtung, Spieler für Länderspiele abzustellen. Hier gelten die Regularien der FIFA bzw. der Mitgliedsverbände, die vorsehen, dass ein Spieler während der offiziellen Länderspielfenster von einem Verein abgestellt werden muss", erklärt Schmidt. Anders lautende Vereinbarungen zwischen einem Spieler und einem Verein seien verbandsrechtlich unzulässig.

Bei Zuwiderhandlung drohen den Bayern Disziplinarmaßnahmen, die von Geldstrafen über Stadionsperren bis hin zu Punktabzug reichen. 

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