FC Bayern: Warum das Experiment mit Joshua Kimmich schief gegangen ist

Gegen den SC Freiburg testet Niko Kovac seinen Verteidiger Joshua Kimmich im Mittelfeld – das Experiment geht schief. In Dortmund wird wohl wieder Javi Martínez in die Startelf des FC Bayern rücken. Doch auch der Spanier schwächelt.
| Maximilian Koch
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Hoffnungsträger beim FC Bayern: Joshua Kimmich.
imago/MIS Hoffnungsträger beim FC Bayern: Joshua Kimmich.

München - Es ist üblich, dass die Stars des FC Bayern öffentliche Äußerungen vermeiden, wenn sie zuvor nicht auf dem Platz gestanden haben. So wie Javi Martínez am Samstag beim 1:1 gegen den SC Freiburg. Doch als der Spanier die Arena verließ, verabschiedete er sich mit einem interessanten Versprechen. "Nächstes Mal" werde er wieder für ein Gespräch zur Verfügung stehen, sagte Martínez, denn: "Nächstes Spiel spiele ich!"

Kimmich war wieder fleißig

Gegen Freiburg hatte der 30-Jährige 90 Minuten auf der Ersatzbank gesessen, weil der etatmäßige Rechtsverteidiger des FC Bayern auf der Martínez-Position im zentralen Mittelfeld agierte: Joshua Kimmich. Dieses Experiment ging allerdings schief.

Kimmich war fleißig, er lief 12,56 Kilometer, beging die meisten Fouls (4) und brachte 94 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler. Mit seinem neuen Schnauzer, der auf die "Movember"-Aktion (eine Mischung aus "moustache", also Bart, und November) aufmerksam machen soll, sah Kimmich aus wie ein kleiner Feldherr. Er ließ sich oft zwischen die Innenverteidiger zurückfallen, wie man es von Kimmichs Vorbildern, den Mittelfeld-Bossen Bastian Schweinsteiger, Xavi oder Xabi Alonso kennt.

Kimmich gewinnt wenige Zweikämpfe

In einer Kernkompetenz jedoch, die im Raum vor der Abwehr entscheidend ist, konnte Kimmich nicht überzeugen: Er gewann nur 27 Prozent seiner Zweikämpfe, mehrmals wurde ihm ganz leicht der Ball stibitzt – wie etwa in der 29. Minute von Freiburg-Torschütze Lucas Höler. So leichtsinnig agiert Martínez sonst eher nicht. (Vier Mal die Fünf für die Bayern-Zitterer - die Einzelkritik zum Remis gegen Freiburg)

So lange laufen die Verträge der Bayern-Spieler

"Wir müssen mobil sein, müssen uns immer wieder anbieten", hatte Bayern-Trainer Niko Kovac vor der Partie gesagt und seine Personalwahl wie folgt erklärt: "Wir waren der Meinung, dass Javi Martínez nach vier Spielen eine Pause braucht." In Abwesenheit der verletzten Thiago und Corentin Tolisso erhoffte sich Kovac kreative Momente von Kimmich, in der Nationalmannschaft hatte die Umstellung zuletzt ja auch prima funktioniert. Kimmich bildete mit Real-Star Toni Kroos ein starkes Duo. "Er hat alles, was man für diese Position braucht", sagte Joachim Löw.

FC Bayern: James einziger Lichtblick

Daran gibt es weiter keinen Zweifel, gegen Freiburg allerdings hatte Kimmich einen schwachen Tag – wie auch Nebenmann Renato Sanches (21). Einzig James Rodríguez sorgte im Bayern-Zentrum für positive Momente. Der Kolumbianer schoss immerhin zweimal in Richtung des Tores (47. und 57.).

Man kann davon ausgehen, dass Kovac reagiert, am Mittwoch in der Champions-League-Partie gegen AEK Athen (21 Uhr/Sky und im AZ-Liveticker) Martínez zurück in die Startelf beordert – und Kimmich anstelle von Rafinha hinten rechts verteidigt. Allerdings spielte auch Martínez zuletzt nicht auf Topniveau.

Schon jetzt ist klar: Der FC Bayern wird mit Sorgen auf der Sechserposition ins Topspiel in Dortmund nächsten Samstag gehen.

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