FC Bayern: Niko Kovac im neuen Wohnzimmer eiskalt empfangen

Nico Kovac wurde bei seinem letzten Gastspiel in seinem neuen Wohnzimmer ausgepfiffen. Beim FC Bayern steht dem aktuellen Trainer von Eintracht Frankfurt ein st
| Bernhard Lackner
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Bitterer Nachmittag für Niko Kovac: Vor der 1:4-Pleite wurde der neue Bayern Trainer von seinen neuen Fans ausgepfiffen.
Frank Rumpenhorst/dpa Bitterer Nachmittag für Niko Kovac: Vor der 1:4-Pleite wurde der neue Bayern Trainer von seinen neuen Fans ausgepfiffen.

Nico Kovac wurde bei seinem letzten Gastspiel in seinem neuen Wohnzimmer ausgepfiffen. Beim FC Bayern steht dem aktuellen Trainer von Eintracht Frankfurt ein steiniger Weg bevor.

München - Es war ein eiskalter Empfang für Niko Kovac an diesem sonnigen Samstagnachmittag in der Allianz Arena. Um kurz vor halb vier brüllt Stadionsprecher Stephan Lehmann die Aufstellungen ins Mikrofon. Ein gellendes Pfeifkonzert breitet sich aus, als die Elf von Eintracht Frankfurt aus den Lautsprechern tönt. Zu guter Letzt der Trainer: Niko Kovac.

Nicht nur der Block mit den Frankfurter Gästefans im Oberrang der Nordkurve beginnt zu pfeifen, auch der Rest des Stadions steigt mit ein. Symbolisch für den neuen Trainer des deutschen Rekordmeisters an diesem bitteren Nachmittag.

Bereits in den Tagen nach Bekanntwerden seines Wechsels zum FC Bayern hagelte es von allen Seiten Kritik am 46-Jährigen. Einerseits die Frankfurter Fans, welche ihm ob seiner widersprüchlichen Aussagen im Zusammenhang mit den Verhandlungen mit den Roten Heuchelei vorwarfen. Andererseits aus dem Münchner Umfeld, wo ihm die Kragenweite für einen Verein wie die Bayern abgesprochen wird. Dass er sie besitzt, konnte er an diesem Nachmittag nicht zeigen. Im Gegenteil.

Im Rennen um die internationalen Plätze wäre ein Sieg für die Frankfurter Pflicht gewesen. Mit einem Sieg hätte die SGE zumindest bis Sonntag an RB Leipzig auf Rang sechs vorbeiziehen können. Die Chancen dafür standen mehr als gut, das wusste auch Kovac: "Aufgrund der Konstellation mit der Aufstellung der Bayern haben wir uns mehr ausgerechnet", so der Kroate im Anschluss an die Partie (Hier die Stimmen zum Spiel).

Gegen Eintracht Frankfurt: "Jugend Forscht" beim FC Bayern

Jupp Heynckes setzte im Champions-League-Sandwich zwischen den Halbfinal-Spielen gegen Real Madrid auf das Projekt "Jugend Forscht" und schickte die mit 24 Jahren und 35 Tagen jüngste Bayern-Mannschaft seit 1971 aufs Feld. Und dennoch ließ der zweite Anzug des Rekordmeisters der Elf von Niko Kovac nicht die geringste Chance (Hier der Liveticker zum Nachlesen).

"Wir haben es nicht geschafft, unsere Gelegenheiten zu nutzen. Wenn man die in München bekommt, muss man die nutzen. Die Qualität, die Bayern immer noch auf dem Platz hatte, hat gereicht, um Tore zu schießen", konstatierte Kovac. Mia-San-Mia-Mentalität? Fehlanzeige! Wasser auf die Mühlen derer, die ihm die Qualität für Bayern absprechen. Einzelkritik: Vier Youngster, fünf Zweier

Doch wie kann es sein, dass eine Mannschaft, die zum zweiten Mal im Finale des DFB-Pokals steht und sich berechtigte Hoffnungen auf eine Qualifikation für den internationalen Wettbewerb macht, gegen eine nicht im Geringsten eingespielte B-Elf der Bayern derart unter die Räder kommt? Wurde die Mannschaft falsch eingestellt oder ließ sie ihren scheidenden Trainer im Stich? Womöglich beides.

Fest steht: Niko Kovac hat in Frankfurt seinen Kredit verspielt, in München hatte er von vorn herein kaum einen. Anerkennung muss man sich erarbeiten, aber man kann sie sich erarbeiten. Kovac steht beim FC Bayern ein steiniger Weg bevor. Das hat sich an diesem Nachmittag gezeigt.

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