FC Bayern München: Robert Lewandowski im Vergleich mit Gerd Müller

Für Karl-Heinz Rummenigge ist Robert Lewandowski "in der Kategorie Gerd Müller". Die AZ zeigt, in welchem Punkt Lewy den Bomber wirklich überholen kann.
| Maximilian Koch
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Zwei Weltklasse-Stürmer des FC Bayern: Gerd Müller (l., von 1964 bis 1979) und Robert Lewandowski (seit 2014).
AZ-Montage Zwei Weltklasse-Stürmer des FC Bayern: Gerd Müller (l., von 1964 bis 1979) und Robert Lewandowski (seit 2014).

München - Gerd Müller mit einem anderen Stürmer vergleichen? Unmöglich – sagt Klaus Fischer. Und der muss es ja eigentlich wissen, schließlich war Schalke-Legende Fischer selbst einer der besten Mittelstürmer der Bundesliga.

268 Tore erzielte er insgesamt in der Liga, liegt auf Platz zwei der ewigen Baller-Rangliste. Hinter – na klar – eben Bayerns Gerd Müller (365 Treffer). "Wir brauchen nicht drüber reden, Gerd war einzigartig", sagt Fischer im Gespräch mit der AZ: "Wie er gespielt hat, wie er seine Tore gemacht hat, das sind Dinge, die kann man nicht lernen. Die hat man, oder die hat man nicht."

Gerd Müller mit einem anderen Stürmer vergleichen? Das geht eben doch – findet Karl-Heinz Rummenigge. Auch der Vorstandsboss des FC Bayern ist natürlich ein ausgewiesener Fachmann, er traf als Stürmer 161 Mal in der Bundesliga, liegt auf Platz elf der Liste. Nach dem 8:0 gegen den Hamburger SV erhob Rummenigge Bayern-Star Robert Lewandowski nun in den Sturm-Adelsstand. "Er gehört in die Kategorie Gerd Müller", sagte Rummenigge. "Mehr Lob geht nicht für einen Stürmer", meint Klaus Fischer.

"Schreibe meine eigene Geschichte"

Lewandowski selbst nahm die Rummenigge-Aussage eher nüchtern zur Kenntnis: "Es ist schwer, Spieler von vor 20 oder 30 Jahren zu vergleichen. Ich schreibe meine eigene Geschichte. Ich will etwas Neues zeigen, was die anderen noch nicht geschafft haben."

Und dabei ist er auf einem guten Weg. Die AZ erklärt die Ausnahmestürmer Lewandowski und Gerd Müller in fünf Kategorien – und verrät, in welcher Statsitik Lewy den Bomber tatsächlich überholen könnte.

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1. Torbilanz: 427 Spiele, 365 Treffer: Gerd Müller ist der erfolgreichste Stürmer der Bundesliga-Geschichte. Im Schnitt erzielte er 0,85 Tore pro Spiel. Was die Gesamtzahl der Tore angeht, wird Lewandowski (140 Treffer) "da nicht herankommen", glaubt Klaus Fischer. Bei der Quote hingegen jagt Lewy den Bomber. 0,64 lautet sein Bundesliga-Schnitt, im Dress der Bayern sogar 0,77. In dieser Wertung könnte er an Müller vorbeiziehen.

2. Titel: Weltmeister, Europameister, drei Erfolge im Europacup der Landesmeister, vier Meisterschaften, vier Pokalsiege: Müller hat in seiner Karriere jeden wichtigen Titel gewonnen. Da muss Lewy noch aufholen. Der Pole war ebenfalls schon viermal Meister, holte zweimal den DFB-Pokal – die Champions League fehlt ihm allerdings noch, genauso Titel mit dem Nationalteam. Bei den Torjägerkanonen liegt der Bomber klar vorn – 6:2.

Lewy nahezu verletzungsfrei

3. Wert für die Mannschaft: "Lewandowski hat alles", sagt Fischer, "ein gutes Kopfballspiel, er ist beidfüßig, beweglich. Auf der Mittelstürmer-Position ist er der Beste der Welt." Und eben sehr wichtig fürs Team, weil er auch nach hinten arbeitet und Tore vorbereitet. "Was für uns genauso wichtig ist wie seine Tore, ist der Fakt, dass er nie verletzt ist", ergänzt Rummenigge. Das galt für den Bomber allerdings auch. "Wenn ich immer höre, der FC Bayern hat keinen Ersatz für Lewandowski, für Gerd Müller hatten wir auch keinen Ersatz", sagte Präsident Uli Hoeneß dem "Kicker". Modellathlet Lewy und kleines, dickes Müller, wie ihn Bayern-Trainer "Tschik" Cajkovski liebevoll nannte: Beide unverwüstlich, beide eher Einzelgänger – und doch von ungeheurem Wert für ihre Mannschaften. Nicht zuletzt wegen ihrer Vorliebe für das 1:0.

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4. Identifikation: Lewandowski ist ein Vorzeigeprofi, extrem ehrgeizig. Titel sind sein Antrieb, persönliche genauso wie mit dem Team. Diese Professionalität schätzen die Bayern an ihrem Mittelstürmer, der seinen Vertrag bis 2021 verlängert hat. "Wir haben großes Vertrauen zu ihm", erklärt Rummenigge. ."Für immer Bayern" würde Lewy aber nie sagen, er ist kein Held der Fans wie Thomas Müller oder Franck Ribéry. Die Identifikation mit seinem Klub ist dennoch gegeben – wenngleich nicht so ausgeprägt wie bei Müller. "Ohne Gerd Müller wäre der FC Bayern kein Mythos", sagt etwa Paul Breitner. Der Bomber spielte insgesamt 15 Jahre bei den Bayern, sein Name steht überall auf der Welt für den Klub und dessen Geschichte. So weit ist Lewy (noch) nicht.

5. Privatleben: Lewandowskis Ehefrau Anna erwartet im Frühjahr ihr erstes Kind. Die frühere Karateweltmeisterin ist zugleich auch Lewys Ernährungsberaterin und Trainingspartnerin im hauseigenen Fitnessraum. Müller und Frau Uschi, die seit 1967 verheiratet sind, haben die gemeinsame Tochter Nicole. Uschi half ihrem Mann durch die schwere Zeit seiner Alkoholsucht, und sie unterstützt ihn nun, nach Bekanntwerden seiner Alzheimer-Erkrankung. Seit 2015 lebt Gerd Müller im Pflegeheim.

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