FC Bayern München: Javi Martínez soll für mehr Stabilität sorgen

Der FC Bayern hat weiter Probleme im zentralen Mittelfeld, Alonso und Thiago agieren defensiv zu sorglos. Martínez könnte wie in der Triple-Saison den Abfangjäger geben: „Ich bin für alles bereit“.
| Maximilian Koch
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Ist er die Lösung? Javi Martínez bekommt im Training Anweisungen von Bayern-Coach Carlo Ancelotti.
dpa Ist er die Lösung? Javi Martínez bekommt im Training Anweisungen von Bayern-Coach Carlo Ancelotti.

München - Bayerns Javi Martínez ist nicht nur ein „Weltklasse-Innenverteidiger“ (Carlo Ancelotti), ein famoser Abräumer im defensiven Mittelfeld (wie in der Triple-Saison der Bayern 2013) – der Spanier ist offenbar auch ein Mann, der hellseherische Kräfte besitzt. Aus der Zeit kurz vor Saisonstart stammt ein Zitat von ihm, das perfekt zur aktuellen Situation beim FC Bayern passt.

„In der Zukunft braucht Carlo mich vielleicht im Mittelfeld“, sagte Martínez bei „goal.com“. Er sei jedenfalls „für alles bereit.“ Diese Zukunft, von der Martínez damals im Juli sprach, könnte jetzt, drei Monate später, gekommen sein. Grund dafür sind die Probleme der Bayern im defensiven Mittelfeld, die auch gegen die PSV Eindhoven nicht zu übersehen waren.

„Wir hatten viele Ballverluste, haben sehr riskant durchs Zentrum gespielt“, kritisierte Mats Hummels. Besonders in der Phase kurz vor der Halbzeit: „Die daraus entstandenen Konter waren sehr gefährlich.“ Zum Beispiel auch beim Anschlusstreffer der Niederländer zum 1:2 durch Luciano Narsingh (41.), als Xabi Alonso den Ball am gegnerischen Strafraum verlor und – wie auch Thiago – nicht mehr hinterherkam. Eine symbolische Szene.

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Das Alonso-Problem

Bayerns Problem in der Zentrale ist zu einem großen Teil ein Alonso-Problem. Der spanische Routinier, der im November 35 Jahre alt wird, wirkte auch gegen die PSV müde und langsam, er gewann nur 38 Prozent seiner Zweikämpfe. Schon in der Bundesliga zuletzt gegen Eintracht Frankfurt (2:2) war Alonso schwächster Bayer.

„Er ist nach wie vor richtig gut, aber er muss frisch und ausgeruht sein“, sagte Ex-Bayern-Trainer Jupp Heynckes zuletzt dem „Kicker“. Doch das trifft aktuell nicht zu. Auch deshalb, weil Alonso, den Heynckes im „Spätherbst seiner Karriere“ sieht, kaum Pausen von Ancelotti bekommt: In zehn von zwölf Pflichtspielen dieser Saison stand Alonso in der Startelf. Seine möglichen Vertreter sind entweder völlig außer Form (Renato Sanches) oder werden immer wieder von kleineren Verletzungen gestoppt (Arturo Vidal).

Also muss Alonso spielen. Doch seine Stärken – schnelle Spielverlagerungen, gefährliche Standards, clevere Tacklings – bringt er derzeit nur selten ein. Zudem klappt das Zusammenspiel mit Thiago überhaupt nicht. Defensiv ist das spanische Duo zu sorglos, lässt die Gegner oft ohne großen Widerstand auf die eigene Viererkette zulaufen. „Wir sind sehr glücklich, Manuel Neuer zu haben“, sagte Ancelotti am Mittwochabend treffend. Der Keeper musste einige Schüsse nach Kontern abwehren. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison.

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Stabilität im defensiven Mittelfeld fehlt

Heißt die Lösung nun Javi Martínez? Kann der 28-Jährige die nötige Stabilität im defensiven Mittelfeld wiederherstellen? Gegen die PSV wechselte Ancelotti Martínez in der Schlussphase für Joshua Kimmich ein, ließ ihn in der Zentrale spielen. Ein mögliches Indiz für die Aufstellung am Samstag im Topspiel gegen Borussia Mönchengladbach (18.30). Das Mittelfeld-Trio könnte dann aus Martínez, Kimmich und Arturo Vidal bestehen. Der Chilene (Knöchelprobleme) wird bis dahin wohl vollständig genesen sein.

In der Innenverteidigung, wo Martínez zu Saisonbeginn brillierte, haben sich Mats Hummels und Jérôme Boateng gerade eingespielt. Unwahrscheinlich, dass Ancelotti die beiden nun wieder trennt. „Er hat mir gesagt, dass er mich als zentralen Innenverteidiger sieht, weil wir auf dieser Position nicht so viele Spieler haben“, sagte Martínez zuletzt bei „Yahoo“. Nach der Rückkehr von Holger Badstuber gilt dieser Satz aber nur noch bedingt.

Und so könnte Martínez wieder auf die Position rücken, auf der ihn viele Experten am stärksten sehen: Als Sechser, als Abfangjäger direkt vor der Abwehr. Dort hatte ihn Heynckes in der Saison 2012/13 neben Bastian Schweinsteiger aufgeboten – die entscheidende Idee auf dem Weg zu den Siegen in der Bundesliga, im Pokal und in der Champions League. „Ich fühle mich in beiden Rollen wohl“, sagt Martínez. Er ist bereit für ein Comeback im Mittelfeld.

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