FC Bayern: Ist Ancelottis Vorrunden-Bilanz okay oder nicht okay?

Bayern-Trainer Carlo Ancelotti sieht sein Team vor dem Duell mit Leipzig "im Soll, aber wir können es besser". Der Italiener verrät sein Rezept gegen Konter - und setzt auf die Oldies Lahm und Robben.
| Patrick Strasser
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
"Wir wollen mit unserem Stil gewinnen", sagt Bayern-Trainer Carlo Ancelotti vor dem Duell mit RB Leipzig. Dominant und mit Persönlichkeit.
Rauchensteiner/Augenklick "Wir wollen mit unserem Stil gewinnen", sagt Bayern-Trainer Carlo Ancelotti vor dem Duell mit RB Leipzig. Dominant und mit Persönlichkeit.

München - Damit hatte Carlo Ancelotti wirklich nicht rechnen können. Dass er nach einem halben Jahr Arbeit beim FC Bayern in eine ähnliche Situation gerät wie Jürgen Klinsmann im Dezember 2008. Damals kamen die jungen Wilden von der TSG 1899 Hoffenheim, im Sommer zuvor aufgestiegen, mit Trainer Ralf Rangnick in die Allianz Arena.

Sie hatten aufregenden Fußball geboten, forderten die Bayern heraus – und unterlagen in einem mitreißenden Spektakel 1:2. "Gegenwart schlägt Zukunft", hieß es damals. Nun ja, die Bayern wurden 2010 und von 2013 bis 2016 Meister.

Aber eben nicht 2009. Was am sensationellen Champion VfL Wolfsburg lag und an Klinsmann, der im April entlassen wurde. Klingt, als wäre es Jahrzehnte her. Ancelotti dürfte auch im April 2017 noch im Amt sein. Doch der Ausgang des Duells diesen Mittwoch (20 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) gegen RB Leipzig gilt als Maßstab für die Bewertung seiner Arbeit im ersten halben der drei Vertragsjahre.

 

 

Es geht gegen die jungen Wilden aus Sachsen, im Sommer zuvor aufgestiegen, mit Sportdirektor Ralf Rangnick. Sie haben aufregenden Fußball geboten, fordern nun die Bayern heraus – man erwartet ein Spektakel. "Ein fantastisches, interessantes Spiel für alle, die Fußball lieben", erwartet Ancelotti.

Er spricht mit der Aufgeregtheit eines Fahrlehrers, der seinen 857. Schüler prüfen soll. Wenn ein Trainer in sich ruht, dann dieser Bär aus der Emilia-Romagna, 57 Jahre alt. Einer, der alle Schlachten geschlagen hat. Das Schwierigste an der Sensation der Liga? Für den Italiener die Aussprache des Städtenamens. "Leizpig spielt mit sehr hoher Intensität, mannschaftlich geschlossen, schnell."

Wieso sollte das Weltmann Ancelotti überraschen? Gelernt hat er Mia-san-Mia-Sätze, antwortet: "Wir wollen das Spiel kontrollieren und nach unserer Art und Weise gewinnen." Mit Philipp Lahm (33) und Arjen Robben (32), die nach ihrer Pause in Darmstadt wieder in der Startelf stehen.

Zwei Stars gegen Leipzig wieder fit

Bayern also mit den Oldies in der ältesten Mannschaft der Liga (27,9 Jahre im Schnitt) gegen das jüngste Team (24,1). In Sachen Taktik, so Ancelotti, gebe es „keine Revolution“. Der Coach setzt auf „eine gute Balance. Es geht nicht darum, ob wir vier oder drei Stürmer aufbieten. Ein Risiko wäre es, ohne Balance zu agieren, dann verlierst du die Kontrolle, bekommst Probleme wegen ihrer Schnelligkeit bei Kontern.“

Aus Sicht der Bosse und der Fans darf jedoch der Weihnachtsmeister nicht RB Leipzig heißen. Dann wäre die Tabelle ein Ärgernis bis zum nächsten Spieltag (20.-22. Januar). Kein guter Rutsch. Zweiter in der Liga, Zweiter in der Champions-League-Gruppe, das wäre ein dickes Minus in der Ancelotti-Bilanz seiner ersten 25 Pflichtspiele.

Liebesglück bei Joshua Kimmich

Dem Nachfolger von Pep Guardiola, der mit mehr Gelassenheit und Lockerheit den Kader führt, die Spieler im Training auch einfach mal machen lässt, wurde Sturheit vorgeworfen. Als es nicht lief, man im September/Oktober (0:1 bei Atlético, 1:1 gegen Köln, 2:2 in Frankfurt) ebenso wie im November (1:1 gegen Hoffenheim, 0:1 in Dortmund, 2:3 in Rostow) je drei Mal hintereinander nicht gewinnen konnte, änderte er seine Ausrichtung, ließ wieder offensiver spielen – ein zentraler defensiver Mittelfeldspieler weniger, ein Offensiver mehr. Ergebnis: Fünf Siege hintereinander, ein glückliches Team.

"Ich bin zufrieden", sagte Ancelotti auf seine Hinrunden-Bilanz angesprochen, "wir sind im Soll. Bisher haben wir es okay gemacht, können es aber besser. Die Resultate sind okay, wir könnten ein paar Punkte mehr haben. Ich bin mir sicher, dass die Rückrunde besser wird."

Was bei Guardiola ja nie der Fall war und ursächlich für die Note 2- in dessen Gesamtbilanz. Die Note für den Okay-Trainer Ancelotti? Eine 2- bei einem Erfolg gegen RB, eine 3- bei einer Pleite.  

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren