FC Bayern in Riad: "Willkommen, du großer Riese"

Der Abstecher des FC Bayern nach Saudi-Arabien gerät zum Trip der besonderen Art: Mit viel Militär, „Handgreiflichkeiten“ gegenüber Schweinsteiger, einem Feuerwerk und vielen Sicherheitsmaßnahmen
| Patrick Strasser
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Fast wie daheim: Die Bayern-Fans feiern in Saudi-Arabien den 4_1-Sieg gegen Al Hilal.
dpa/Augenklick Fast wie daheim: Die Bayern-Fans feiern in Saudi-Arabien den 4_1-Sieg gegen Al Hilal.

München - Zwei Fans hatten es versucht, hatten vor Wochen bereits bei der Botschaft Saudi-Arabiens in Frankfurt vorgesprochen, um ein Visum für das Gastspiel des FC Bayern in Riad zu erhalten. Keine Chance. So waren alle 31 Anhänger, die ihre Mannschaft zum Testspiel gegen den saudi-arabischen Rekordmeister Al Hilal (4:1) begleiteten, mit im Bayern-Tross. Sie reisten in der LH-Sondermaschine via Doha nach Riad und in der Nacht mit zurück nach München.
Ein paar Süßigkeiten des Landes im Gepäck, viele Fotos aus dem Stadion und zahlreiche neue Erfahrungen – ein Trip der besonderen Art, diese knapp 14 Stunden im Königreich Saudi-Arabien.

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Keiner aus dem Bayern-Tross verließ nach der Ankunft um 14 Uhr das Hotel „Ritz-Carlton Riyadh“. Die Spieler bezogen Tageszimmer, konnten dort etwas relaxen, bekamen ein Mittagessen. Anstrengend wurde es nur, wenn sie ihren von Sicherheitskräften abgesperrten Bereich verließen: Die Hotellobby glich einem großen arabischen Bazar. Hier Autogramm- und Selfiejäger, dort einheimische Journalisten, die neben ein paar O-Tönen aber auch Erinnerungsfotos anstrebten, dazwischen eine stattlich Anzahl Polizei und Militär. Auffällig viele verschleierte Frauen waren in das Luxus-Hotel etwas außerhalb der Innenstadt Riads gekommen, auch sie wollten einen Blick auf die Bayern Spieler erhaschen – sowie Foto von oder mit ihnen schießen. Kein Wunder: Die Fußballstadien Saudi-Arabiens sind eine Männer-Angelegenheit. Wobei für den Bayern-Trip eine Ausnahme galt: Ein Block im Stadion wurde extra für die mitreisenden Frauen, also etwa Mitglieder der Deutschen Botschaft oder Mitarbeiterinnen der Bayern und von VW, geöffnet.

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Höflich, aber eben immer bewusst unpolitisch, sagte Trainer Pep Guardiola vor dem Spiel im Hotel: „Es ist uns eine Freude und eine Ehre, hier zu sein. Wir spielen gegen eines der besten und wichtigsten Teams im arabischen Raum.“

Nach der Pressekonferenz hatten Guardiola und Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger Mühe, sich durch die Massen zurück zum Fahrstuhl zu kämpfen. „Schau mal, der nimmt mich an der Hand“, raunte Schweinsteiger im Gedränge einem Kamera-Mann von „fcb.tv“ zu als ein Einheimischer „handgreiflich“ wurde – und lachte. Händchenhalten ist im arabischen und indischen Raum ein Geste der Freundlichkeit. Im Spiel bekam Schweinsteiger kurz einmal kräftig auf die Socken, passiert ist aber nichts – alles nochmal gut gegangen.

Rund 25 000 Zuschauer waren ins Stadion „King Fahd International“ gekommen, dessen Zeltdachkonstruktion dem Münchner Olympiastadion nachempfunden ist. In einem Block hatten sich Bayern-Fans versammelt, teils Mitarbeiter der Botschaft oder Geschäftsleute, die in Saudi-Arabien arbeiten. Auf einem Plakat stand: „Willkommen, du großer Riese. Wir stehen an deiner Seite“ – samt Vereinslogo.

 

 

Die Fans in Riad feierten die Bayern begeistert, es war der zweite Besuch in Saudi-Arabien nach Januar 2009. Vor Anpfiff gab’s im Stadion ein kleines Feuerwerk. Im Anschluss an das 4:1 wurden die Busse mit der Mannschaft, Trainern, Betreuern sowie den Fans und Journalisten per Polizeieskorte zum Flughafen „King Khalid International“, rund 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt.
Dort begann erneut die Zeit des Wartens.

Nach der Landung um 12 Uhr mittags hatte es über eine Stunde gedauert, bis der gesamte Tross trotz der vorher ausgestellten Visa die Beamten passieren konnten. Alle Einreisenden wurden fotografiert, jeder musste elektronische Abdrücke beider Hände abgeben. In der Nacht waren die Behörden schneller. Dass die Maschine Riad nicht früher verließ, lag am Nachtflugverbot in München. Für die 20 Minuten Landung vor der Zeit gab es aber dann doch eine Ausnahmegenehmigung.   

 

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