FC Bayern im Trainingslager in Doha: Carlo Ancelotti wird zum Schleifer

Die Bedingungen in Doha begeistern Bayern-Coach Ancelotti. Er will den Schleifer geben. "Trainingslager ist sehr wichtig", meinte der Italiener auf der Pressekonferenz.
| Maximilian Koch
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Es wird ordentlich geschuftet in Doha für die anstehende, hoffentlich erfolgreiche, Bayern-Rückrunde.
dpa Es wird ordentlich geschuftet in Doha für die anstehende, hoffentlich erfolgreiche, Bayern-Rückrunde.

Die Bedingungen in Doha begeistern Bayern-Coach Ancelotti. Er will den Schleifer geben. „Trainingslager ist sehr wichtig“, meinte der Italiener auf der Pressekonferenz.

Doha - Carlo Ancelotti war seine Freude anzusehen, als er zu seiner ersten Grundsatzrede in Doha Platz nahm.

Das Premierentraining auf dem perfekten Rasen der Aspire Academy vor etwa 70 Fans, die Sonne, wie sie in Italien nicht schöner strahlen kann, dazu Temperaturen von 24 Grad hatten den Trainer des FC Bayern offensichtlich in einen wohligen Gemütszustand versetzt.

Ancelotti lächelte oft an diesem Mittwochnachmittag, kurz nach dem Mittagessen. „Fantastisch“ sei die Unterkunft der Bayern, das edle Fünf-Sterne Hotel „Mövenpick Al Aziziyah“, sagte er, „fantastisch“ auch das Wetter. Zusammengefasst: „Es ist einfach perfekt für uns, hier zu trainieren.“

Ancelotti lauter als sonst

Selbst der Abschied seines Co-Trainers Paul Clement zu Premier-League-Klub Swansea City konnte Ancelottis Stimmung nicht trüben. Während der ersten Trainingseinheit wirkte der Coach der Bayern lauter, präsenter als sonst.

Sohn Davide und Hermann Gerland, der neue Chef-Co-Trainer, unterstützen Ancelotti wie gewohnt bei der Arbeit. Insgesamt 67 Minuten dauerte die erste von 13 geplanten Einheiten. Ancelotti ließ seine Stars zunächst Lauf- und Passübungen absolvieren, anschließend standen unterschiedliche Spielformen an. Und für die Spieler am Ende des Trainings der Sprung in die Eistonne in der benachbarten Sporthalle.

Regeneration ist alles im Trainingslager. Ancelotti kündigte ein „anstrengendes Camp“ an. „Es wird sehr hart. Diese Woche ist wichtig, wir haben sehr viele Spiele in der Rückrunde.“ Am 10. Januar um 18 Uhr bestreiten die Bayern ihr einziges Testspiel in Doha gegen den belgischen Erstligisten KAS Eupen. Einen Tag später geht es zurück nach München. Und schon am 20. Januar reist der Meister dann zum Bundesliga-Auftakt nach Freiburg.

Ancelotti will Zeit nutzen

„Wir wollen die Woche nutzen, um den letzten Teil dieser Saison gut vorzubereiten. Auch unter dem taktischen Aspekt ist das Trainingslager sehr wichtig“, sagte Ancelotti. Er wies darauf hin, dass zwischen September und Dezember kaum Zeit für gezieltes Training gewesen sei: „Wir hatten alle drei Tage ein Spiel.“

Verzichten musste Ancelotti am ersten Tag des Doha-Trips auf Kingsley Coman (trainierte individuell), Ersatztorhüter Sven Ulreich (muskuläre Probleme) sowie Javi Martínez (Erkältung). Den spanischen Abwehrstar hatte man bereits am Dienstag fröstelnd und mit Schal am Flughafen der katarischen Metropole gesehen. Der abwanderungswillige Holger Badstuber sowie Arturo Vidal trainierten hingegen mit.

Um Bayerns Chilenen hatte es zuletzt Gerüchte gegeben, er denke über einen Wechsel zum FC Chelsea und Ex-Trainer Antonio Conte nach, den er aus Juve-Zeiten kennt. Ancelotti reagierte darauf mit deutlichen Worten. „Absolute rubbish“ – absoluter Müll – seien diese Meldungen. Der Coach lächelte verschmitzt. Keine Chance: Vidal bleibt bei den Bayern, so die Botschaft.

Ancelotti spürt keinen Druck

Noch zu einem anderen England-Thema bezog Ancelotti Stellung: Pep Guardiola. Sein Vorgänger bei den Bayern und aktuell heftig in der Kritik, hatte kürzlich dem amerikanischen TV-Sender NBC gesagt, er würde sich dem Ende seiner Trainer-Karriere nähern. „Ich werde mit 60 oder 65 Jahren kein Trainer mehr sein“, hatte Guardiola erklärt.

Ancelottis Meinung dazu war hochinteressant. Er habe Guardiolas Interview gelesen, meinte der 57-Jährige, Pep spüre wohl den „Druck“, der auf ihm laste. Er selbst sei da anders. „Ich liebe meinen Job, jeden Teil davon. Ich mache mir keinen Druck, ich bleibe ruhig“, sagte Ancelotti: „Ich hoffe, ich kann so lang Trainer sein wie möglich.“

Wenn man ihn während des ersten Tages in Doha so beobachtete, konnte man ihm diesen Satz nur glauben.

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