FC Bayern: Hamann-Attacke - Dieter Hoeneß verteidigt Robert Lewandowski

Didi Hamann attackiert den FC-Bayern-Stürmer. Dieter Hoeneß widerspricht in der AZ: "Er ist einer, der vorangeht."
| Maximilian Koch
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Robert Lewandowski vom FC Bayern München.
Matthias Balk/dpa Robert Lewandowski vom FC Bayern München.

München - Da staunten die Gäste in der Talk-Sendung "Sky 90" am Sonntagabend nicht schlecht: Der frühere Bayern-Profi und heutige TV-Experte Didi Hamann überraschte mit seiner deutlichen Kritik an Robert Lewandowski, Hamanns Worte kamen einer Abrechnung gleich. "Ich glaube, dass Lewandowski zum Problem für Bayern München wird", sagte Hamann und erklärte: "Seine Theatralik, sein Abwinken, sein zum Teil lustloses Verhalten auf dem Platz. Ich glaube, es ist offensichtlich, dass er ein Einzelgänger ist."

Hamann rät FC Bayern, Lewandowski abzugeben

Grund für die Attacke war offenbar Lewandowskis Auftritt in Leverkusen, als er sich in der ersten Halbzeit beschwerte, weil er von Kingsley Coman nicht angespielt wurde. Bei Hamann hatte sich aber offenbar schon länger etwas angestaut, denn er zog weiter über Lewy her: "Als Stürmer bei Bayern München musst du auch einen Wert für die Mannschaft haben, wenn du keine Tore erzielst. Das ist für mich im Moment nicht gegeben. Ich glaube, dass er auch in der Mannschaft nicht allzu viele Freunde hat oder zum Teil umstritten ist."

Deshalb rate er Bayern, Lewandowski abzugeben, ergänzte Hamann. Der Klub sollte sich im Sommer "ernsthaft überlegen, einen ersten und keinen zweiten Stürmer zu holen. Das würde natürlich heißen, dass du ihn abgibst. Das Problem wird sein, was die interessierten Vereine bezahlen würden?"

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Lewandowskis Statistik trotzt der Kritik

Krasse Aussagen – die kaum zu halten sind, wenn man einen Blick in die Statistik wirft. Lewandowski war in der Bundesliga in 19 Partien an 19 Toren beteiligt (zwölf Tore, sieben Vorlagen). Er traf einmal im Pokal und achtmal in der Champions League. Kein Spieler erzielte mehr Tore in der Königsklasse, nicht mal Lionel Messi (sechs Treffer). Und auch der Hamann-Vorwurf, dass man bei Lewandowskis Toren schauen müsse, "gegen wen er die gemacht hat", läuft ins Leere.

Dem 30-Jährigen gelangen etwa Doppelpacks gegen Dortmund, Ajax und Benfica. Nicht die schlechtesten Gegner. "Nach der Niederlage gegen Leverkusen hilft es nicht weiter, Spieler auf diesem Niveau zu attackieren, wie es Herr Hamann getan hat", sagte Lewy-Berater Maik Barthel der "Bild". "Dass er die Ursache hauptsächlich bei Robert sieht, spricht für mich für sein taktisches Verständnis! Vielleicht hat er aber das Spiel gar nicht gesehen."

Auch Ex-Bayern-Stürmer Dieter Hoeneß reagierte verwundert, als ihn die AZ am Montag erreichte. "Lewandowski war in Leverkusen vielleicht enttäuscht, aber er hat in den vergangenen Wochen eine gute Körpersprache gezeigt. Er ist einer, der vorangeht", sagte Hoeneß und verwies darauf, dass Trainer Niko Kovac den Polen zum dritten Kapitän ernannt habe. Befördert man einen Spieler tatsächlich, wenn er – wie von Hamann behauptet – im Team isoliert ist? Unwahrscheinlich – meint Hoeneß: "Ich habe Lewandowski in der Vergangenheit auch für seine Körpersprache kritisiert, da stand er sich selbst im Weg." Inzwischen sei das nicht mehr so: "Lewy wirkt sehr engagiert, er arbeitet auch viel nach hinten". Hamann sieht es anders. Ob Lewandowski ihn in den kommenden Wochen vom Gegenteil überzeugt?

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