FC Bayern: Claudio Pizarro - eine Bundesliga-Legende sagt leise Servus

Claudio Pizarro beendet seine aktive Bundesliga-Karriere. Für einen Einsatz für Werder Bremen reicht es in seinem letzten Spiel nicht. Der Peruaner hat auch den FC Bayern nachhaltig geprägt und könnte sogar in anderer Funktion nach München zurückkehren.
| Julian Huter
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Spaßvogel: Claudio Pizarro feiert den Champions-League-Erfolg der Bayern 2013
picture alliance / dpa 2 Spaßvogel: Claudio Pizarro feiert den Champions-League-Erfolg der Bayern 2013
Werders Alt-Star Claudio Pizarro (l) und der damalige Bayer Rafinha begrüßen sich herzlich. Die beiden Südamerikaner liefen schon gemeinsam für die Bayern auf.
Lino Mirgeler/dpa 2 Werders Alt-Star Claudio Pizarro (l) und der damalige Bayer Rafinha begrüßen sich herzlich. Die beiden Südamerikaner liefen schon gemeinsam für die Bayern auf.

München - Selbst im Moment der großen Erleichterung tat es Bremen-Trainer Florian Kohfeldt sichtlich leid: "Ich habe mich bei Claudio entschuldigt, dass ich ihn in seinem letzten Spiel nicht bringen konnte. Ich kann meinen Hut nicht mehr ziehen und mich nicht tiefer verbeugen vor Claudio Pizarro", sagte der Coach, nachdem sich Werder mit einem 2:2 im Relegations-Rückspiel den Klassenerhalt gesichert hatte.

Denn für den 41 Jahre alten Pizarro war es das letzte Spiel seiner glanzvollen Laufbahn.Es reichte nicht mehr zu einem Einsatz, eine Bundesliga-Legende sagt leise "Servus".

Claudio Pizarro: Zweimal für den FC Bayern

Auch der ein oder andere Bayern-Fan dürfte bei diesem Gedanken wehmütig werden. Neben den Bremern war der FC Bayern der Verein, den der Peruaner am meisten geprägt hat. Zweimal wechselte Pizarro nach München. Er erwies sich dabei als äußert anpassungsfähig. In seiner ersten Bayern-Periode (2001 bis 2007) befand sich der "Anden-Bomber" auf der Spitze seines Leistungsvermögens. Mit seiner Technik, Geschwindigkeit und seiner Schlitzohrigkeit vor dem Tor avancierte "Pizza" im Bayern-Dress zu einem der besten Stürmer der Bundesliga.

In seiner zweiten Phase in München war Pizarros Rolle eine andere. Der Peruaner wechselte mit 33 Jahren noch einmal in die bayerische Landeshauptstadt. Diesmal nicht als Starstürmer, sondern als erfahrener Routinier, der das Mannschaftsgefüge stabilisierte und den jungen Spielern mit Rat und Tat zur Seite stand. Der Mann ist ein Art fußballerisches Chamäleon.

Claudio Pizarro: Viererpack beim 9:2 gegen den HSV

Seinen Torriecher hatte er auch damals nicht verloren. Als Joker von der Bank oder als Vertreter des Stammpersonals war er in der Schlussphase immer für ein Tor gut. Unvergessen: sein Viererpack beim 9:2-Sieg gegen den HSV im März 2013. Wenige Monate später durfte der Peruaner mit den Münchnern das Triple feiern. 

Auch diese Rolle füllte er perfekt aus. In seinen Einsatzminuten zeigte er großes Engagement, beklagte sich gleichzeitig nie über seine Rolle als Ersatzspieler. Über all die Jahre ist auch der einstige Jungspund gealtert, sein sympathisches Lächeln und seine positive Art hat er sich aber immer beibehalten. "Ich war immer einer, der sich sehr damit identifiziert hat, wo er war. Und ich bin sehr dankbar, dass man in Bremen und München so nett zu mir war. Das wollte ich zurückgeben", sagte Pizarro jüngst bei einer Pressekonferenz.

Werders Alt-Star Claudio Pizarro (l) und der damalige Bayer Rafinha begrüßen sich herzlich. Die beiden Südamerikaner liefen schon gemeinsam für die Bayern auf.
Werders Alt-Star Claudio Pizarro (l) und der damalige Bayer Rafinha begrüßen sich herzlich. Die beiden Südamerikaner liefen schon gemeinsam für die Bayern auf. © Lino Mirgeler/dpa

Auch diese weichen Faktoren sorgten dafür, dass Pizarro unter Bundesliga-Fans zum universellen Publikumsliebling wurde. "Claudio ist ein unglaublicher Mensch. Er ist eine der besten Erinnerungen, die ich an meine Zeit in München habe. Der Fußball verdient Menschen wie Claudio Pizarro, ich hoffe er bleibt uns als Trainer oder in einer anderen Rolle erhalten", schwärmte auch Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola, der Pizarro von 2013 bis 2015 trainierte.

Claudio Pizarro: Rückkehr zum FC Bayern?

Sportlich ist die Karriere des Peruaners ohnehin über jeden Zweifel erhaben. 20 Jahre verbrachte "Pizza" insgesamt in der Bundesliga. Mit 197 Toren - 87 davon erzielte er für den Rekordmeister - ist er der zweiterfolgreichste ausländische Torjäger hinter Robert Lewandowski. Seine 490 Einsätze sind unter ausländischen Profis alleiniger Rekord.

Und vielleicht bleibt Pizarro dem Fußball ja tatsächlich erhalten. Der Peruner wird nach seinem Karriereende mit seiner Familie nach München zurückkehren, vielleicht ja auch in anderer Funktion an die Säbener Straße. "Ich habe schon einmal von den Leuten des FC Bayern gehört, dass sie gerne wollen, dass ich dort etwas mache. Ich habe auch gesagt, dass das für mich sehr interessant ist," sagte Pizarro bei einer Online-Fragerunde im April. Eine schöne Vorstellung, die sicher viele Fan-Herzen höher schlagen lässt.

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