FC Bayern bleibt ruhig: TSV 1860 bindet Lokalrivalen nicht in die Umbaupläne des Grünwalder Stadions ein

Am Freitagabend begann für die Amateure des FC Bayern gegen den SC Eltersdorf die neue Saison. Mehr noch: Dante feierte seine Pflichtspielpremiere im Grünwalder Stadion, der Hermann-Gerland-Kampfbahn. Und das auf einem neuen Rasen. Platzwart Günther Kaiser und sein Team haben in der Sommerpause neu eingesät.
Dante nach Last-Minute-Pleite enttäuscht
Das half nichts. Am Ende verloren die Münchner unter den Augen von Sportvorstand Max Eberl durch einen Treffer in der Schlussphase mit 0:1. "Es ist schade, dass wir nicht gewonnen haben", resümierte ein enttäuschter Dante in der Mixed-Zone: "Aber ich bleibe positiv, weil wir im Moment viele verletzte Spieler haben."
Außerdem wird er noch mehrmals die Chance haben, an diesem Ort, an dem der "Tiger" einst den Feinschliff von Thomas Müller, Holger Badstuber oder Philipp Lahm – um nur ein paar Namen zu nennen – vornahm, einen Sieg einzufahren.
FC Bayern war an jüngstem Stadiongipfel nicht beteiligt
Aber bleibt es auf lange Sicht so, dass Talente im Kultstadion den letzten Schritt vor der Profikarriere machen? Ligarivale und Erzfeind 1860 treibt dieser Tage trotz Absturz in den Amateurfußball die anvisierten Erbpachtpläne voran. Jüngst kam es zu einem großen Stadion-Gipfel im Rathaus. Und das nach AZ-Informationen ohne einen Vertreter des Rekordmeisters.
Verschiedene Vertreter städtischer Referate bekamen die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zu hören. 27.000 Plätze, darunter 2000 VIP-Sitze und 13.000 Stehplätze in der Westkurve, soll das Stadion nach dem Umbau fassen. Eine beeindruckende Visualisierung des Architektenbüros "Powerhouse" zeigt das neue Grünwalder.

TSV 1860 hofft noch in diesem Jahr auf Stadtratsbeschluss
Walter Lechner, Vorsitzender der Stadionkommission des TSV 1860, hofft noch in diesem Jahr auf einen Stadtratsbeschluss pro Erbpachtlösung. Fertig umgebaut sein soll das Stadion zur Saison 2030/31. Ambitionierte Pläne, in die man an der Säbener Straße nicht eingebunden ist. Ein Grund: Durch die Erbpachtlösung wollen die Löwen die Bayern auf lange Sicht eigentlich nicht mehr als Mieter haben (die AZ berichtete).
Wie die Münchner die jüngsten Entwicklungen rund um den Umbau samt Machbarkeitsstudie aufnehmen? Gelassen. Nach AZ-Informationen haben die Bosse des FCB bei der Stadt hinterlegt, dass man mittel- bis langfristig einen Anspruch auf das städtische Stadion hat. Immerhin ist es nicht nur für den TSV 1860 ein historischer Ort.

FC Bayern trug 47 Jahre seine Heimspiele im Grünwalder Stadion aus
Insgesamt 47 Jahre trugen die Bayern hier ihre Spiele aus, zwischenzeitlich war man sogar Hauptmieter. Legenden wie Franz Beckenbauer oder Sepp Maier feierten im Grünwalder ihre erste Meisterschaft. Entsprechend ist es nicht nur für die Amateure ein bedeutender Ort, wenngleich die Fans der Zweitvertretung besonders an ihrer Hermann-Gerland-Kampfbahn hängen.
Kurzum: Der FC Bayern will mittel- und langfristig Mieter des Stadions bleiben. Daran änderte auch der Kauf des Sportparks Unterhaching, der aktuell ein ähnliches Fassungsvermögen (rund 15.000 Zuschauer) hat, nichts. Dieser soll die Heimat der Bayern-Frauen werden und ist aktuell mit der Spielvereinigung Unterhaching und dem Football-Team Munich Ravens ohnehin gut ausgelastet. Infrastrukturell fehlt es also an Alternativen.

FC Bayern wurde in Vergangenheit in konkrete Pläne involviert
Da der Double-Sieger einen Mietvertrag mit der Stadt hat, bleibt man in der Angelegenheit bisher ruhig. Gleichzeitig war es in der Vergangenheit so, dass man bei konkreten Vorhaben vom Rathaus informiert wurde. So war man unter anderem in die städtischen Machbarkeitsstudien und Umbauten der vergangenen Jahre eingebunden, da diese auch eine Anpassung der Mietkonditionen zur Folge hatten.
Mit einem entsprechenden Vorgehen der Stadt rechnet der FC Bayern auch diesmal, sobald die Grünwalder-Pläne des ewigen Lokalrivalen ausgereift sind und das Thema wirklich Relevanz besitzt. Dann wird man auf seinem Standpunkt beharren, die Kultstätte weiterhin für die U23 zu nutzen. Es sollen auch die nächsten Talentgenerationen des Klubs die Möglichkeit besitzen, an der Hermann-Gerland-Kampfbahn den letzten Feinschliff zu bekommen.