Ancelotti-Parcours entfernt: Bayern schafft Platz für geheime Trainings
Arbeiten auf der Baustelle. Das steht für die Spieler des FC Bayern nun an. Und nein, man sieht Joshua Kimmich künftig nicht an der Säbener Straße mit der Schubkarre fahren oder Serge Gnabry Rohre verlegen. Dafür haben die Münchner Fachpersonal engagiert. Die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany wird sich natürlich auf dem Trainingsplatz dazwischen auf die kommende Saison vorbereiten.
FC Bayern nimmt mehrere kleine Bauarbeiten vor
Das Areal drumherum wird bis Ende Januar umfassend umgebaut. Ein Kran steht direkt neben der Tiefgarageneinfahrt auf dem Fußgängerweg. Autos haben wegen der Baustelle bis zum 31. Dezember, so steht es auf einem Schild, am Straßenrand Halteverbot. Doch um das 150-Millionen-Projekt, geplant von Bayerns ehemaliger Teammanagerin und der jetzigen HSV-Sportvorständin Kathleen Krüger, handelt es sich nicht.

Zur Erinnerung: Den Bau eines hochmodernen Leistungszentrums hatte der Aufsichtsrat der Bayern im Jahr 2024 genehmigt, dann aber im März vergangenen Jahres vorerst auf Eis gelegt. Die Münchner wollten die stolze Summe lieber in den Kader investieren. Entsprechend nimmt man nun auch vorerst mehrere kleine Bauarbeiten am Trainingsgelände vor. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Infrastruktur an der Säbener Straße weiterzuentwickeln", so CEO Jan-Christian Dreesen auf der Website des Vereins.
FC Bayern macht Ancelotti-Areal platt
Von außen direkt erkennbar: Dort, wo das einstige Ancelotti-Areal (in der Saison 2016/17 gebaut) war, ist jetzt eine ebene Fläche. Der Fitness-Parcours von Ex-Coach Carlo Ancelotti wurde komplett plattgemacht. Es gibt keine Rampe mehr, auch vom Basketballkorb sowie von den Sand- und Rindenmulch-Becken für Barfuß-Übungen fehlt mittlerweile jede Spur.

Auch das Beachvolleyballfeld, der Padelcourt und der Fußball-Tennis-Platz sind weg. Genutzt wurde die Anlage seit dem Aus des Italieners im September 2017 nur noch selten. Entsprechend kommt auf die Fläche nun ein neuer Hybridrasenplatz samt meterhohem Sichtschutz für Geheimtrainings. Bisher gab es einen solchen nur auf den Plätzen 1 und 2.
Drainage für den Untergrund liegt bereits bereit
In den letzten Wochen wurden mit einem XXL-Bohrer Löcher in den Boden gebohrt und Pfosten eingesetzt. Zudem wurde eine Zisterne zur Speicherung von Regenwasser installiert, um den Wasserverbrauch zu minimieren. Das Material für die Drainage und die Rasenheizung im Untergrund liegt bereits bereit. Bis Kompany die Mannschaft auf dem Feld trainieren lassen kann, wird es noch bis Ende September dauern. Aktuell kann man nur erahnen, was hier entstehen soll.

Das gilt auch für den Umbau des Vereinsgebäudes. Auf beiden Seiten stehen Gerüste und vereinzelt sind schon Bauarbeiter am Werk. Erstmals seit 2008 – damals hatte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann Gestaltungsfreiräume – wird hier im größeren Stil umgebaut. Das Gebäude wird sogar um einen Anbau erweitert. Das Profihaus soll rund 1000 Quadratmeter mehr umfassen.
Bayern-Spieler bekommen mehr Platz an der Säbener Straße
Kompany wünschte sich unter anderem einen Besprechungsraum mit direktem Zugang von der Kabine auf den Trainingsplatz. Dort will er Spielsituationen nach den Einheiten direkt analysieren. Um die Spieler mit Snacks und Shakes zu versorgen, bekommen die Ernährungsberater eine Küchenzeile in unmittelbarer Nähe.
Während zusätzlich im Untergeschoss die Wäscherei vergrößert wird, wird auch der Bereich für Reha- und Athletiktraining im Obergeschoss umgestaltet. Der Kader soll fortan auf einer zusammenhängenden Fläche trainieren können. Erreichbar ist diese künftig mit dem Aufzug. Vor allem verletzte Spieler sollen so leichter in die oberen Stockwerke gelangen.

Schneller fertig werden als der Komplex für die Mannschaft wird jener für die Bayern-Anhänger. Der große Fanshop, der ebenfalls erneuert wird, soll zum Start der Sommerferien wieder öffnen. "Wir freuen uns darauf, dich ab August wieder begrüßen zu dürfen", steht auf einer Absperrung im Außenbereich. Er soll ein Panorama-Fenster mit Blick auf die Plätze bekommen. Von dort aus können die Fans künftig die öffentlichen Einheiten bestaunen. Und sehen, wie sich die Münchner auf der Baustelle schlagen.

