FC Bayern auf Asien-Tour: Verkäufe über 40 Millionen, Debüts und Hitzetest auf Jeju

Der FC Bayern fliegt nach Südkorea und trifft dort am Dienstag auf Partnerklub Jeju SK – elfeneinhalb Stunden Flug und eine Woche Asien-Tour stehen bevor. Neben Training und Hitzeanpassung steht ein klares Ziel im Raum: weitere Spielerverkäufe.
von  Maximilian Koch
Bayerns Klubführung um Sportvorstand Max Eberl und Ehrenpräsident Uli Hoeneß (r.) verfolgt beim Testspiel am Tegernsee aufmerksam das Geschehen – im Fokus stehen Kaderumbau, Millionen-Verkäufe und die Vorbereitung auf die Asien-Tour nach Jeju.
Bayerns Klubführung um Sportvorstand Max Eberl und Ehrenpräsident Uli Hoeneß (r.) verfolgt beim Testspiel am Tegernsee aufmerksam das Geschehen – im Fokus stehen Kaderumbau, Millionen-Verkäufe und die Vorbereitung auf die Asien-Tour nach Jeju. © IMAGO/Bahho Kara

Am Samstag um 18 Uhr bricht der FC Bayern auf Richtung "Liebesinsel". So wird Jeju genannt, die südkoreanische Insel etwa 90 Kilometer südlich vom koreanischen Festland, die bei frisch Vermählten besonders beliebt ist. Elfeinhalb Stunden werden die Stars um Kapitän Manuel Neuer in etwa in der Luft sein zum Start ihrer einwöchigen Asien-Tour. In Jeju trifft Bayern am Dienstag auf den koreanischen Red&Gold-Partnerklub Jeju SK FC. Und ganz so romantisch wie bei vielen Hochzeitspaaren wird es bei den Münchnern wohl nicht zugehen – denn vor ihnen liegt eine Menge Arbeit.

Bayerns Fahrplan für die Asien-Tour

Die AZ erklärt Bayerns Asien-Agenda.

SPIELER VERKAUFEN: Nach Max Eberl machte auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß noch einmal deutlich, dass Spieler wie João Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza abgegeben werden sollen. "Das wäre schön", sagte Hoeneß auf AZ-Nachfrage zu weiteren Verkäufen. "Bis jetzt ist schon ein ganz schöner Betrag zusammengekommen. Ich glaube, über 40 Millionen." Hoeneß wies zugleich darauf hin, dass ein Vertrag bei Bayern "sakrosankt" sei: "Wenn man am Ende nichts findet, müssen wir den Spieler behalten." Auch Hiroki Ito darf bei einem guten Angebot gehen. Ob sich bei einem der Verkaufskandidaten während der Reise etwas tut?

Kaderumbau im Zeichen der Transfererlöse

STARS FIT MACHEN: Sportdirektor Christoph Freund zog ein positives Fazit des Tegernsee-Trainingslagers. "Die Intensität war sehr gut", sagte der Österreicher: "Man hat gemerkt, dass es jedem Spaß macht. Das Wetter und die Umgebung kommen dazu. Wir haben uns sehr wohlgefühlt und sportlich konnte einiges an den Start gebracht werden." Das soll nun in Südkorea und Hongkong, wo es am 7. August in einem weiteren Test gegen Aston Villa aus der englischen Premier League geht, vertieft werden. Der sportliche Fortschritt soll auf der Tour im Vordergrund stehen. "Natürlich haben wir auch PR-Termine, aber das Training bestimmt alles“, sagte Eberl. Aber: Die Münchner müssen sich vor Ort auf ein heißes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit einstellen. Das wird anstrengend im Training und bei den Spielen.

Hier noch zuhause: Joao Palhinha gegen Sascha Boey.
Hier noch zuhause: Joao Palhinha gegen Sascha Boey. © IMAGO/Philippe Ruiz

Feinschliff unter Extrembedingungen

NEUZUGÄNGE INTEGRIEREN: Beim 15:0 gegen den FC Rottach-Egern gab Nationalspieler Nathaniel Brown sein Bayern-Debüt. Der Linksverteidiger freut sich auf Asien und die Zeit mit seinen neuen Teamkollegen. "Für mich ist es noch wichtiger, weil ich dadurch mit den Jungs jeden Tag zusammen bin. Deswegen ist das Trainingslager etwas sehr, sehr Gutes“, sagte Brown. Er könne „die Jungs dann noch besser kennenzulernen“ und gemeinsam im Training „noch spezieller an den Dingen zu arbeiten, die wir verbessern müssen." Auch die Leih-Rückkehrer Armindo Sieb und Arijon Ibrahimovic sowie die vielen jungen Spieler sollen weiter integriert werden. Vielleicht ist der nächste Lennart Karl dabei.

Chance für Talente und Rückkehrer

FÜR DIE BUNDESLIGA WERBEN: Nur wenige Bundesliga-Klubs sind in diesem Sommer international unterwegs, um die Internationalisierung und Vermarktung voranzutreiben. Das stört Bayerns Vorstandschef Jan-Christian Dreesen. Es könne ja "nicht sein", dass in diesem Jahr nur RB Leipzig mit seiner Südafrikareise im Mai und jetzt Borussia Dortmund (Japan) sowie die Bayern "international unterwegs sind - und gleichzeitig haben wir alle drei, vier Jahre das Getöse und Getöne um die Verteilung der internationalen Fernsehgelder. Das ist ja abstrus!", schimpfte Dreesen.

Kritik an fehlender Internationalisierung der Liga

Zumal die Einnahmen der Bundesliga aus den internationalen Verträgen stagnieren. Aus dem Verkauf der TV-Rechte kamen zuletzt 218 Millionen Euro zusammen, inklusive Sponsoring waren es 302 Millionen. Zum Vergleich: Die englische Premier League kassierte fast das Zehnfache, Spaniens La Liga immerhin das Dreifache.

Bundesliga im internationalen Vermarktungsrückstand

Das Team um Marketing-Vorstand Rouven Kasper wird daher vor Ort viel zu tun haben, um für den FC Bayern und die Bundesliga insgesamt zu werben.

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