Fall Robben: Jetzt hat Bayern Beweise gegen die Holländer

Kernspin-Aufnahmen sollen belegen, dass der Star die schlimme Verletzung schon Anfang Juni hatte. „Er hätte nie bei der WM spielen dürfen“, sagt Rummenigge – und will eine Entschädigung.
| Abendzeitung
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Streitfall Arjen Robben: Der Holländer ist der Grund der Auseinandersetzung zwischen dem FC Bayern und dem KNVB.
firo/Augenklick Streitfall Arjen Robben: Der Holländer ist der Grund der Auseinandersetzung zwischen dem FC Bayern und dem KNVB.

Kernspin-Aufnahmen sollen belegen, dass der Star die schlimme Verletzung schon Anfang Juni hatte. „Er hätte nie bei der WM spielen dürfen“, sagt Rummenigge – und will eine Entschädigung.

MÜNCHEN Natürlich geht es Karl-Heinz Rummenigge nicht nur ums Geld. Natürlich ist der verletzte Superstar Arjen Robben für Bayerns Vorstandsvorsitzenden mehr als ein Investitionsobjekt. Doch als Rummenigge am Mittwoch seinen Unmut über die Fifa und den holländischen Fußballverband beschreiben wollte, fiel ihm folgender Vergleich ein: „Wenn ich eine Wohnung vermiete, darf ich doch auch ab und zu reinschauen.“

Auch wenn der Vergleich etwas verwegen klingt – mittlerweile scheint klar: Robben hätte wegen seines Muskelrisses den Saisonstart nicht unbedingt verpassen müssen, wenn Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt den Flügelspieler schon vor der WM hätte untersuchen dürfen.

Inzwischen nämlich liegen Bayern die Aufnahmen jener Kernspintomographie vor, die von Robbens Oberschenkel nach Hollands Testspiel gegen Ungarn am 5. Juni gemacht wurden. Bei diesem Kick hatte sich der Bayern-Star verletzt.

„Die jetzige Verletzung ist die alte und keine Folgeverletzung“, berichtete Rummenigge. Das heißt: „Jetzt haben wir den Beweis, dass der Muskelriss vor der Weltmeisterschaft passiert ist. Er hätte mit der Verletzung nie bei der WM spielen dürfen.“

Die niederländischen Mannschaftsärzte hatten dagegen lediglich einen Muskelfaserriss diagnostiziert und sich zudem gegen eine Konsultation Müller-Wohlfahrts ausgesprochen. Das ist laut Fifa-Statuten erlaubt – und kommt den Bayern nun teuer zu stehen. „Sport-Bild“ berichtet, der Klub müsse Robben wegen einer Zusatzklausel in dessen Vertrag im Verletzungsfall drei Monate lang das volle Gehalt weiterbezahlen. Normalerweise übernimmt dies in Deutschland nach sechs Wochen die Berufsgenossenschaft. Nach Berechnungen des Magazins soll Robben die Bayern jeden Tag 10959 Euro Gehalt kosten. Bei einem Ausfall über acht Wochen wären dies 613 700 Euro. „Sport- Bild“ schätzt Robbens Jahresgehalt dabei auf relativ niedrige vier Millionen Euro, womöglich sind die Kosten also tatsächlich noch höher.

Rummenigge wollte Robbens Jahressalär am Mittwoch nicht verraten, dem holländischen Verbandspräsidenten Michael van Praag wird er die Summe bald aber nennen: „Ziel ist es, und da mache ich keinen Hehl daraus, dass der KNVB (niederländischer Fußballverband, die Red.) die Gehaltszahlungen für die Dauer des Ausfalls kompensieren.“ Rummenigge hofft weiter, das Thema ohne Gerichtstermin gütlich mit dem Verbandschef klären zu können.

Filippo Cataldo

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren