"Es darf nichts mehr schiefgehen": Ist die WM-Teilnahme für FC-Bayern-Star Musiala in Gefahr?

Wenn die deutsche Nationalmannschaft am kommenden Freitagabend im St. Jakob-Park von Basel gegen die Schweiz ins WM-Jahr startet, wird Jamal Musiala nur Zuschauer sein. Mal wieder.
Letztmals streifte sich der Offensiv-Star des FC Bayern das DFB-Trikot vor fast genau einem Jahr über. Im Viertelfinal-Rückspiel der Nations League gegen Italien am 23. März 2025 absolvierte Musiala sein bislang letztes von insgesamt 40 Länderspielen und steuerte beim 3:3 sogar einen Treffer bei. Das Final Four knapp zwei Monate später verpasste er aufgrund eines Muskelbündelrisses, wenige Wochen später setzte ihn sein bei der Klub-WM erlittener Wadenbeinbruch über Monate hinweg außer Gefecht.
Nach Horror-Verletzung: Musiala erleidet empfindlichen Rückschlag
So wirklich auf die Beine ist der junge Deutsch-Engländer seither nicht mehr gekommen. Nach seinem Comeback im Januar waren ihm die fehlende Spielpraxis und Fitness noch deutlich anzumerken, vor zwei Wochen folgte dann endgültig der Rückschlag: Während der 6:1-Gala der Bayern im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zeigte das im vergangenen Sommer so schwer lädierte Sprunggelenk eine Schmerzreaktion. Die nächste Zwangspause.

Angesichts der Schwere der Verletzung mussten Klub und Spieler eine derartige Entwicklung einkalkulieren. Bei den Bayern will man mit Blick auf die nach der aktuellen Länderspiel-Periode beginnende, entscheidende Saisonphase kein Risiko eingehen. Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann verzichtete nach Rücksprache mit dem Verein auf eine Nominierung. Die Leidenszeit des Jamal Musiala, der nach seiner langen Verletzungspause laut eigener Aussage am liebsten schon wesentlich früher auf den Platz zurückgekehrt wäre, sie geht weiter.
Matthäus: Musiala "muss den Glauben an sich finden"
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus spricht dem 23-Jährigen, der am Donnerstag immerhin wieder individuell trainieren konnte, nun Mut zu. "Bei Musiala gehe ich davon aus, dass sein Fehlen eine Vorsichtsmaßnahme ist", schreibt der Weltmeister von 1990 in seiner Sky-Kolumne: "Auf die Bayern warten in den kommenden Wochen schwierige Spiele, sie haben das Champions-League-Finale in Budapest als Ziel. Bis dahin sind es noch zwei Monate. Das ist auch für Musiala noch genügend Zeit, Spielpraxis zu finden."

Die werde er auch brauchen, so Matthäus, "aber er muss vor allem auch den Glauben an sich finden. Nichts erzwingen wollen, sondern einfach wieder den Spaß am Fußball entdecken".
Klar ist aber auch: viel Zeit hat Musiala dafür nicht. Am 7. und 15. April stehen die wichtigen Viertelfinal-Partien in der Champions League gegen Real Madrid an, am 22. das Pokal-Halbfinale bei Bayer Leverkusen. Alles richtungsweisende Spiele für die komplette Bayern-Saison.
Hamann: WM für Musiala "im Moment weit entfernt"
Und dann wäre da natürlich auch noch die Weltmeisterschaft im kommenden Sommer. Dass Musiala an der Endrunde teilnimmt, sieht TV-Experte Didi Hamann nicht als Selbstverständlichkeit an. "Ich glaube, das Letzte, an das er und die Bayern gerade denken, ist die Nationalmannschaft. In meinen Augen ist die WM im Moment für Musiala weit entfernt", meint Hamann seinerseits bei Sky.

Seine Nicht-Nominierung für die anstehenden Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana sei sinnvoll, damit hätte man ihm auch keinen Gefallen getan, so der ehemalige Bayern-Spieler weiter: "Ob es dann reichen wird, ihn zur WM mitzunehmen, muss man sehen. Stand heute glaube ich, dass es schwer wird."
Erst einmal sei es wichtig, dass Musiala wieder vertrauen in seinen Fuß bekomme. Wie es dann weitergeht, werde sich zeigen. "In der nächsten zwei Monaten muss viel passieren, es darf nichts mehr schiefgehen. Der Fuß muss okay sein und die Leistungen müssen stimmen. Dann kannst du überlegen, ob du ihn mitnimmst."