Kommentar

Enttäuscht ja, desillusioniert nein: Was das BVB-Spiel über die Bayern-Saison aussagt

Der FC Bayern verdient sich großen Respekt dafür, wie er mit den Widrigkeiten in dieser Saison umgeht. Die Realität ist aber gnadenlos und heißt am Dienstag Atlético Madrid. Ein Kommentar von AZ-Reporter Patrick Strasser.
Patrick Strasser |
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Da machst was mit als FC Bayern in dieser Saison. Viel zu verarbeiten, viel zu verdauen. Trainer Kompany im Krankenhaus, Jamal Musiala mit Absencen am Boden, Joshua Kimmich am Grab seines Vaters. Zu viel.

Wie ist also dieses wilde 2:2 der gepeinigten Bayern gegen Dortmund zu bewerten? Wie fühlen sich die Münchner nach diesem doppelten Punktverlust und dem dreifachen Spielerverlust mit Saibari, Gnabry, Olise? Sie klangen irgendwie: unentschieden. 

Enttäuscht ja, desillusioniert nein. Gegen alle Widerstände? Natürlich! Mit aller Cleverness das 2:1 über die Zeit gebracht? Klares Nein.

Wie ist die bisherige Bayern-Saison denn nun zu bewerten?

Und wie ist die gesamte Saison der Bayern bisher zu bewerten? Ebenfalls ein klares: Unentschieden. Zu viele Remis, aber: Keine Niederlage! Nur 0:0 auf Schalke - viel Maloche, keine Magie. 2:2 in Augsburg trotz krasser Überlegenheit, war eigentlich ein 6:2. Ein überflüssiges 3:3 in Stavanger, den Arbeitssieg noch verschenkt. Ein starkes 2:2 gegen Arsenal - nach Führung zwar, aber okay. Nun dieses 2:2, eigentlich auch fast ein 6:2, wieder 'ne Führung verschenkt. Nicht okay. 

Es war bei weitem nicht alles Gold, was glänzte an diesem Abend in der Allianz Arena. Der Ballon d'Or in den Händen von Harry Kane. Ein schönes Bild vorm Anpfiff. Eine schwere Last ab dem Anpfiff? Trägt er ihn nun als Rucksack mit sich herum? Als goldene Bürde? Wie gewonnen, so zerdonnert. Den Elfmeter, an die Latte. Ein Fall von Ballon d'Alu.

Bayern braucht schon vor dem Atlético-Kracher die Ärzte

Nun sind die Ärzte gefordert. Es braucht keine Durchhalteparolen, es braucht Spieler, die durchhalten. Die gesund werden, gesund bleiben. Am Dienstag, in der Champions League bei Atlético Madrid, bei dieser  physisch geprägten Mannschaft, mit diesem Trainer Diego Simeone als Anheizer an der Linie, vor diesen fanatischen Fans - da wäre ein Unentschieden aus Bayern-Sicht: Beinahe Gold wert.

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