"Eigenbrötler-Dasein": FC-Bayern-Patron Hoeneß erklärt den Eberl-Wandel

Der Ehrenpräsident lobt seinen wichtigsten Angestellten für seine gute Transferpolitik in diesem Sommer – allerdings auf seine ganz eigene Art und Weise. 
von  Krischan Kaufmann, Ruben Stark
Uli Hoeneß spricht beim Festakt zum 80-jährigen Jubiläum der Basketball-Abteilung – und erklärt seinen Sinneswandel in der Bewertung von Sportvorstand Max Eberl.
Uli Hoeneß spricht beim Festakt zum 80-jährigen Jubiläum der Basketball-Abteilung – und erklärt seinen Sinneswandel in der Bewertung von Sportvorstand Max Eberl. © Manuel Schwarz/dpa

So ist das nun mal, wenn Uli Hoeneß spricht. Irgendwann geht es beim Bayern-Patron immer um den Fußball – selbst beim Festakt zum 80. Jubiläum der Basketball-Abteilung des FC Bayern.

Basketball-Feier im Schatten des Fußballs

Dabei hatte sich der 74-Jährige offenbar fest vorgenommen, nur über die Feierlichkeiten zu sprechen. "Sie wissen schon, dass wir bei einer Basketballveranstaltung sind", herrschte er die anwesenden Reporter an, bevor die überhaupt eine Frage gestellt hatten. Damit wollte er klarmachen, dass heute der Basketball im Mittelpunkt stehen sollte.

Was er definitiv auch tat – bis eben Hoeneß auf Max Eberl angesprochen wurde. Zum Hintergrund: Vor dem Pokalfinale im vergangenen Mai hatte Hoeneß mit einer Watschn via "Spiegel" seinen Sportvorstand öffentlich angezählt. Die Wahrscheinlichkeit, dass mit dem 52-jährigen Niederbayern als Sportchef des FC Bayern verlängert werde, bezifferte Hoeneß auf lediglich 60 Prozent.

Sinneswandel bei der Vertragsverlängerung

Nun wurde Eberls Kontrakt, ebenso wie der von CEO Jan-Christian Dreesen, doch bis 2029 ausgeweitet – weshalb natürlich Hoeneß zu diesem Sinneswandel an der Säbener Straße befragt wurde.

Hoeneß’ Erklärung: "Ich finde, dass sich Max im letzten halben Jahr innerhalb des Vereins mehr geöffnet hat. Wir alle, Karl-Heinz (Rummenigge, d. Red.) und ich, auch Herbert Hainer, sind von ihm viel besser informiert worden, als das vorher der Fall gewesen ist, weil er hat so ein bisschen ein Eigenbrötler-Dasein geführt und das hat uns nicht gefallen."

Vom "Eigenbrötler" zum Teamplayer

"Eigenbrötler-Dasein", nun ja, ein auf den ersten Blick eher sehr verstecktes Lob. Zu Erinnerung: Bei seinem Doppelpass-Auftritt hatte Hoeneß Eberl als "empfindlich" bezeichnet".

Aber im Nachgang bekam Hoeneß zum Glück für Eberl doch noch die Kurve. Bestimmt betonte er bezüglich dessen Arbeitsweise: "Das hat er grundlegend geändert." Und mit Blick auf Eberls Sommertransfers sagte Hoeneß: "In der Beziehung hat er super gearbeitet und vor allen Dingen, wenn man die Transferperiode sieht, unser Vorschlag, möglichst früh die Spieler zu verpflichten, weil sie nach der WM möglicherweise teuer sind, hat er auch zu 100 Prozent umgesetzt."

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