Eberl nach Kompany-Zusammenbruch: "Wir reden nicht von Tagen, wir reden von Wochen"

Am Tag nach dem Zusammenbruch von Trainer Vincent Kompany spricht Max Eberl, Sportvorstand des FC Bayern, über die Folgen des Schocks. Er stellt klar, dass eine zeitnahe Rückkehr nicht vorgesehen ist.
von  Florian Weiß
Wird dem FC Bayern wohl mehrere Wochen fehlen: Cheftrainer Vincent Kompany.
Wird dem FC Bayern wohl mehrere Wochen fehlen: Cheftrainer Vincent Kompany. © IMAGO/Bahho Kara (www.imago-images.de)

Es war eine deutlich andere Atmosphäre bei der Spieltagspressekonferenz des FC Bayern als sonst. Kein Wunder – der Schreck und die Sorge ob des Zusammenbruchs von Trainer Vincent Kompany am Freitag am Rande des Trainings der zweiten Mannschaft. Der Belgier befindet sich im Krankenhaus, das Gastspiel des Rekordmeisters am Sonntag beim SC Freiburg (17.30 Uhr, DAZN) rückte in den Hintergrund.

"Die gute Nachricht, er ist stabil", sagte Eberl, der mit Kompany am Freitagabend auch noch gesprochen hat. "Das war für uns alle natürlich kein schöner Moment. Er ist gestern zusammengebrochen auf dem Platz und ist jetzt im Krankenhaus. Er wird da auch noch einige Tage bleiben, bis man einfach alles herausgefunden hat, alles untersucht hat, alles gecheckt hat, alles geprüft hat." Erste Ergebnisse habe es bereits gegeben, weitere Untersuchungen folgen.

Eberl: "Die größte Aufgabe: Ihn zu schützen, vor sich selber auch ein Stück weit"

Eberl betonte zudem: "Wir als Bayern München stehen zusammen genau in dieser Phase jetzt, weil das ist das Wichtigste, dass die Ursache gefunden wird, dass Vinnie gesund wird, dass er sich in Ruhe erholen kann und dann, wenn er sich fit fühlt, erst dann auch wieder zurückkommen soll. Und das wird die größte Aufgabe von uns werden, ihn zu schützen, vor sich selber auch ein Stück weit."

Bayern-Sportvorstand Max Eberl (l.) mit Cheftrainer Vincent Kompany beim Budnesliga-Spiel in Augsburg.
Bayern-Sportvorstand Max Eberl (l.) mit Cheftrainer Vincent Kompany beim Budnesliga-Spiel in Augsburg. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Nico Bauhof (www.imago-images.de)

Co-Trainer Aaron Danks (43) wird Kompany vertreten. Keine einfache Situation für den Engländer, der seinen Chef ebenfalls schonen möchte: "Wir werden wirklich versuchen, so wenig Fußball-Gespräche wie möglich mit ihm zu haben. Ich werde mich mit ihm auf freundschaftlicher Basis austauschen, aber nicht so sehr in Bezug auf den Fußball – was die Spielstrategie, die Spieler und die Mannschaft angeht, werden wir das alles gemeinsam als Trainerstab erledigen." 

Wird es aber auch der als Arbeitstier bekannte Vincent Kompany schaffen, sich die Zeit zu nehmen, um sich zu erholen? Danks musste bei dieser Frage grinsen und meinte: "Das ist immer die Herausforderung bei Vinnie. Wir wissen, dass das die Herausforderung ist. Aber im Moment denke ich, dass er wirklich auf seinen Körper hören und sich die Zeit nehmen muss, um sich zu erholen."

Eine Frage, die zwangsweise im Raum steht: Wann wird Kompany auf den Trainingsplatz und die Trainerbank des FC Bayern zurückkehren? "Vinnie wird alle Zeit bekommen. Also wir fangen jetzt nicht an, irgendwelche Zeitkorridore aufzubauen", sagte Eberl und wurde dann sehr deutlich: "Wir werden aber nicht von Tagen reden, wir werden von Wochen reden. Es muss uns allen klar sein und das ist uns auch allen klar."

Musiala, Kimmich Kompany: "Keine normale Phase" für den FC Bayern

Eine unmittelbare Folge von Kompanys Zusammenbruch war auch die Absage des Spiels der U23 in der Regionalliga gegen die DJK Vilzing, das für Samstagnachmittag im Grünwalder Stadion angesetzt gewesen war. "Es ist ja am Training der U23 passiert, das heißt, die haben das hautnah mitbekommen, all das, was natürlich dann drumherum passiert, was natürlich dann Ärzte machen. Die 17-, 18-jährigen Jungs waren einfach ein Stück weit überfordert", so Eberl.

Cheftrainer Vincent Kompany mit seinem Co-Trainer-Team um Aaron Danks, Floribert Ngalula und Daniel Fradley (v.r.) beim Champions-League-Spiel gegen den FC Arsenal.
Cheftrainer Vincent Kompany mit seinem Co-Trainer-Team um Aaron Danks, Floribert Ngalula und Daniel Fradley (v.r.) beim Champions-League-Spiel gegen den FC Arsenal. © IMAGO/HMB Media/Heike Feiner (www.imago-images.de)

Eine Absage bzw. Verschiebung des Spiels in Freiburg habe nicht zur Diskussion gestanden: "Ich glaube, die größte Freude für Vinnie ist es, wenn wir morgen spielen, im besten Fall erfolgreich spielen. Das wird wahrscheinlich mit die beste Genesung sein, die er auch bekommen kann."

FC Bayern in Freiburg ohne Musiala, Kimmich und Kim

Erst seit gut zwei Monaten läuft die neue Saison, doch der Rekordmeister hat bereits einige schwerwiegende Themen zu handeln gehabt. "Wir haben keine normale Phase", weiß Eberl mit Blick auf die Zusammenbrüche von Jamal Musiala (neurologische Dysfunktion) und den Trauerfall in der Familie von Joshua Kimmich (Eberl: "Das dramatische Erlebnis mit Jos Papa").

Beide Spieler stehen dem Rekordmeister auch im Breisgau am Sonntag nicht zur Verfügung. Während Musiala sich noch von einem Muskelfaserriss erholt und Kimmich noch bei seiner Familie weilt (Co-Trainer Danks: "Er bekommt so viel Zeit wie nötig"), wird auch Minjae Kim pausieren, der angeschlagen eine Pause erhält.

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