Droht der nächste Streit mit Bayern? Kanada erwägt trotz Verletzung Davies-Nominierung

Bei der kanadischen Nationalmannschaft ist noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob der aktuell verletzte Alphonso Davies für die anstehenden Länderspiele nominiert wird. Im Trikot der Nationalmannschaft hatte sich der Linksverteidiger auch seinen Kreuzbandriss zugezogen.
von  Bernhard Lackner
Alphonso Davies zog sich gegen Frankfurt am vergangenen Wochenende einen Muskelfaserriss zu.
Alphonso Davies zog sich gegen Frankfurt am vergangenen Wochenende einen Muskelfaserriss zu. © IMAGO/Frank Hoermann

Da werden Trainer Vincent Kompany und die anderen Verantwortlichen des FC Bayern ganz genau hinschauen: Laut eigener Aussage hat der kanadische Fußballverband bislang noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob Alphonso Davies für die anstehenden Freundschaftsspiele gegen Island (28. März) und Tunesien (31. März) in Toronto für die Nationalmannschaft nominiert wird.

Aktuell fällt der Linksverteidiger aufgrund eines Muskelfaserrisses aus, den er sich am vergangenen Wochenende im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (3:2) zugezogen hat. Laut Trainer Vincent Kompany wird Davies rund drei Wochen pausieren – bis zu den Länderspielen sollte er also zumindest wieder verletzungsfrei sein.

Ob eine Nominierung Sinn ergibt, ist aber eine andere Frage. Der 25-Jährige hat erst vor gut zwei Monaten sein Comeback nach überstandenem Kreuzbandriss, der ihn neun Monate lang außer Gefecht gesetzt hatte, gefeiert und war bis zu seiner erneuten Verletzung körperlich noch immer nicht in Top-Form.

Trotz Verletzung eingesetzt: Davies zog sich bei der Nationalmannschaft Kreuzbandriss zu

Was die Sache besonders brisant macht: Seinen Kreuzbandriss hatte sich Davies im März vergangenen Jahres bei der Nationalmannschaft zugezogen. Dies sorgte seinerzeit für eine große Kontroverse, da der Bayern-Star trotz einer Knieblessur beim Final-Four der Concacaf Nations League im unwichtigen Spiel gegen die USA eingesetzt wurde und sich in diesem dann die schwere Verletzung zugezogen hat. Was bei den Bayern für zusätzlichen Unmut sorgte, war die Tatsache, dass Davies zurück nach München geschickt wurde, bevor überhaupt eine genaue Diagnose feststand.

Vor einem Jahr zog sich Davies bei der Nationalmannschaft einen Kreuzbandriss zu.
Vor einem Jahr zog sich Davies bei der Nationalmannschaft einen Kreuzbandriss zu. © IMAGO/Ringo Chiu

"Es kann nicht sein, dass ein Spieler, der in der sechsten Minute rausgenommen wird, in einen Zwölf-Stunden-Flug gesteckt wird – ohne Bandage oder irgendwas. Keinen Kreuzbandriss festzustellen, keinen Scan zu machen in Los Angeles, wo es vielleicht die größte MRT-Dichte in Nordamerika gibt, finde ich schon erstaunlich", echauffierte sich der Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen damals.

Wegen Davies: Kanadischer Verband "in engem Austausch" mit Bayern-Ärzten

Nun erwägt der kanadische Verband also eine erneute Nominierung von Davies, obwohl dieser angesichts seiner Verletzungshistorie im Laufe des vergangenen Jahres körperlich nicht komplett fit sein kann. "Das medizinische Team unserer Männer-Nationalmannschaft steht weiterhin in engem Austausch mit dem medizinischen Team des FC Bayern München bezüglich Alphonso Davies", teilt der Verband mit: "Eine Entscheidung über seine Verfügbarkeit für das bevorstehende Länderspielfenster im März wurde noch nicht getroffen. In den kommenden Wochen werden wir den vollständigen Kader bekannt geben."

Für Kanada, neben den USA und Mexiko Mitgastgeber der Weltmeisterschaft in diesem Jahr, bietet sich während der kommenden Länderspiel-Periode eine der letzten Gelegenheiten, sich für die Endrunde im Sommer einzuspielen. Ungünstig nur, dass die mit der entscheidenden Saisonphase der Bayern kollidiert. Droht etwa der nächste Zoff zwischen Klub und Verband?

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