Double oder nix! Warum für den FC Bayern im Pokalfinale gegen Stuttgart die Saison auf dem Spiel steht

Der FC Bayern spielt eine Top-Saison und dennoch steht und fällt ihre Bewertung mit dem DFB-Pokalfinale. Harry Kane: "Es würde einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen, falls wir nicht gewinnen."
Bernhard Lackner |
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Trainer Vincent Kompany will nach der Meisterschaft auch den DFB-Pokal gewinnen.
Trainer Vincent Kompany will nach der Meisterschaft auch den DFB-Pokal gewinnen. © IMAGO/Eibner

Es ist schon manchmal ein Kreuz mit dem Anspruchsdenken beim FC Bayern, aber das steckt nun einmal in der DNA des Rekordmeisters. Ein Dreivierteljahr lang können sich Spieler, Trainer und Staff herunterplagen, wie sie wollen – und am Ende wird dann doch nur darauf geschaut, wie viele Neuzugänge der ohnehin schon prall gefüllte Trophäenschrank erhält.

Anders wird es auch in der aktuellen Saison nicht laufen, auch wenn diese selbst für Bayern-Verhältnisse schon jetzt als Erfolg zu verbuchen ist. Mit 122 Ligatreffern wurde der bisherige 101-Tore-Rekord der Spielzeit 1971/72 nicht nur gebrochen, sondern pulverisiert. Selbst die Jahrtausend-Bestmarke von Real Madrid mit 121 Treffer in der Liga von 2011/12 wurde übertroffen. Darüber hinaus schenkten die Münchner den Fußball-Fans weltweit in den spektakulären K.o.-Duellen mit Real Madrid und Paris Saint-Germain in der Champions League gleich mehrere denkwürdige Abende.

Und dennoch steht und fällt die abschließende Beurteilung dieser Saison mit ihrem letzten Spiel: Dem Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart am kommenden Samstag, in dem nach der schon seit Wochen feststehenden Meisterschaft der zweite (große) Titel der Spielzeit geholt und das Double fix gemacht werden soll.

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FC Bayern hat das 14. Double der Vereinsgeschichte im Visier

"In der Champions League ist es nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir müssen uns mit unserer Leistung nicht verstecken. Aber wir haben den Titel nicht geholt. Dementsprechend ist es uns wichtig, das Double zu holen", sagte Abwehrchef Jonathan Tah am Rande der Meisterfeier am Wochenende und stellte damit einmal mehr klar, dass er den unstillbaren rekordmeisterlichen Titelhunger schon längst verinnerlicht hat.

Das nationale Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal haben Verantwortliche wie Spieler schon zu Beginn der Saison als Mindestziel ausgegeben. Insgesamt wäre es das 14. der Vereinsgeschichte und das erste seit der Sextuple-Spielzeit 2020. Seither haben die Münchner das Pokalfinale in Berlin (wenn überhaupt) auf der heimischen Couch verfolgt. Am Samstag soll der goldene Pokal, sechs Jahre nach dem 4:2-Sieg im Endspiel gegen Bayer Leverkusen, endlich wieder nach München geholt werden.

Inmitten der Corona-Hochphase 2020 holten die Bayern zum bislang letzten Mal den DFB-Pokal.
Inmitten der Corona-Hochphase 2020 holten die Bayern zum bislang letzten Mal den DFB-Pokal. © Jürgen Fromme/Imago

Wie wichtig der Triumph wäre, ist auch Torjäger Harry Kane bewusst. "Es würde einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen, falls wir nicht gewinnen – besonders nach der Art und Weise, wie wir auch in der Champions League ausgeschieden sind", so der Kapitän der englischen Nationalmannschaft, der mit den Bayern den ersten Pokalsieg seiner Karriere feiern will.

Bei einem Verein wie dem FC Bayern müssten zwei Titel pro Saison stets das Mindestziel sein, so Kane. Daran würden auch die gezeigten Top-Leistungen in dieser Saison nichts ändern. "Auch wenn wir dieses Jahr vieles richtig gemacht haben, müssen wir das Finale unbedingt gewinnen, damit es sich wirklich so anfühlt, als hätten wir einen Schritt nach vorne gemacht", meint der Engländer weiter.

Bayerns Pokalgegner Stuttgart spielt eine starke Saison

Leicht wird die Aufgabe im Endspiel gegen die Schwaben allerdings nicht, auch wenn die Bayern die vergangenen fünf direkten Duelle mit dem VfB allesamt gewonnen und dabei ganze 18 Treffer erzielt haben. "In den Spielen gegen Stuttgart war immer eine besondere Spannung, weil sie auch versuchen, offensiv Fußball zu spielen. Sie verstecken sich nicht, stellen sich nicht hinten rein, sondern spielen ihr Spiel", sagt Tah über das Finale.

Unter Erfolgstrainer Sebastian Hoeneß, Neffe von Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß, blickt der Titelverteidiger einmal mehr auf eine starke Saison zurück, welche mit Platz vier in der Liga und der damit verbundenen Qualifikation für die Champions League schon jetzt als Erfolg verbucht wird.

Stuttgarts Erfolgstrainer Sebastian Hoeneß.
Stuttgarts Erfolgstrainer Sebastian Hoeneß. © IMAGO/Jürgen Kessler

Im Ländle ist es eben nicht so ein Kreuz mit der Erwartungshaltung, wie in München.

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