Diese Fehler bereiten dem FC Bayern Sorgen

Die Bayern patzen beim 1:1 in Freiburg – und stehen im Meisterrennen mit Dortmund unter Siegzwang. "Jetzt müssen wir wieder der ganzen Geschichte hinterherlaufen", schimpft Trainer Niko Kovac
| Patrick Strasser
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Symbolisch: Bayerns James Rodríguez beim 1:1 gegen den SC Freiburg.
imago Symbolisch: Bayerns James Rodríguez beim 1:1 gegen den SC Freiburg.

Die Bayern patzen beim 1:1 in Freiburg – und stehen im Meisterrennen mit Dortmund unter Siegzwang. "Jetzt müssen wir wieder der ganzen Geschichte hinterherlaufen", schimpft Trainer Niko Kovac.

Freiburg/München - Ganze 17:1 Tore aus den vergangenen drei Bundesligaspielen. Tempo, Tricks & Tore. 5:1, 6:0, 6:0 – und dann kam der SC Freiburg und das 1:1, wie in der Hinrunde. Mentalität ärgert Qualität. Eine gefühlte Niederlage für die Bayern.

Denn durch die beiden späten Tore von Torjäger Paco Alcácer gewinnt Dortmund doch noch gegen den VfL Wolfsburg und verdrängt den Abo-Meister wieder vom Platz an der Tabellenspitze. Das Groteske: Bayern spielt ordentlich, zumindest nicht schlecht, erspielt sich 26 (!) Torschüsse, doch nur Robert Lewandowski trifft – und verliert daher zwei Punkte. Der BVB spielt schlecht und gewinnt am Ende glücklich.

Am Samstag: Titel-Showdown gegen Dortmund

So wurde Bayern früher, also vor der bayerischen Ära des Dominanz-Fußballs, hierzulande unter Jupp Heynckes und Pep Guardiola, ganz gerne Meister. Mit Wille, Vehemenz und Dusel. Die beiden Generalproben vor dem großen Titel-Showdown am kommenden Samstag (18.30 Uhr) in der Allianz Arena bringen unterschiedliche Stimmungslagen hervor.

Ist das Momentum, zuletzt laut Aussagen der Münchner im Bayern-Trikot unterwegs, nun wieder in Schwarz-Gelb gehüllt? Der Jäger wurde zum Gejagten, um plötzlich wieder hinterherzuhecheln. Und so steckt nun noch mehr Brisanz im "deutschen Clásico". Bayern plant das erneute Überholmanöver, diesmal soll es endgültig sein. "Wir müssen jetzt gegen Dortmund gewinnen und zeigen, dass wir Meister werden wollen", meinte Sportdirektor Hasan Salihamidzic mit zusammengepressten Lippen. Am liebsten würde er am kommenden Samstag selbst noch einmal auflaufen, so geladen wirkte er in Freiburg. "Wir müssen die Dortmunder ganz aggressiv unter Druck setzen – das erwarte ich." Nach dem Champions-League-Aus ist es für die Bayern nicht mehr und nicht weniger als die letzte große Herausforderung der Saison, die Abrechnung mit den forschen, juvenilen Dortmundern, denen der Rest der Fußball-Republik die Daumen drücken wird. Ein Platzhirsch-Spiel.

Motivation nach Punkteverlust in Freiburg

Der Punkteverlust in Freiburg soll als zusätzliche Motivation dienen, das Pokal-Viertelfinale am Mittwoch gegen Zweitligist 1. FC Heidenheim lediglich ein Warm-up, ein Crash-Kurs in Sachen Selbstvertrauen angesichts der mangelnden Chancenverwertung. "Ich bin über das Ergebnis natürlich nicht nur enttäuscht, sondern sehr verärgert", schimpfte Trainer Niko Kovac nach dem 1:1. Denn: "Jetzt müssen wir wieder der ganzen Geschichte hinterherlaufen."

Weil man wieder in der Anfangsphase in Rückstand geraten war. Zu denken geben sollte den Bayern, dass der Freiburger Führungstreffer nach 132 Sekunden auf die genau gleiche Art und Weise fiel wie der späte 1:1-Ausgleich im November in München. Flanke Christian Günter, Kopfball Lucas Höler. Für Leon Goretzka war der Kollektivschlaf unerklärlich. "Das ist genau das, was wir vorher in der Kabine 700 Mal besprochen haben." Sportdirektor Salihamidzic monierte: "Die ersten Minuten haben wir verschlafen. Klar haben wir am Ende gedrückt und uns drei hundertprozentige Chancen herausgespielt, aber wir hatten nicht die richtige Einstellung."

Fehlt der Wille zum Sieg?

Der 42-Jährige zürnte, dass er von seinem Platz auf der Bank nicht das Gefühl gehabt habe, "dass wir das unbedingt gewinnen wollen. Der Funke ist nicht übergesprungen". Er schüttelte den Kopf, sei "total enttäuscht" und sagte: "Ich weiß nicht, was los war!" Tatsächlich eine Frage der Einstellung?

Für Kovac ja. "Wir haben sehr viele Punkte gegen Mannschaften liegengelassen, die das Niveau eines SC Freiburg haben", sagte er und dachte an die Unentschieden gegen Augsburg (1:1), Fortuna Düsseldorf (3:3) und das Hinspiel gegen Freiburg. Wenn ja, ist es aber auch eine Frage der Ansprache – und die kommt vom Trainer.

"Natürlich ist das ein Dämpfer, aber keiner, der nachhaltig im Kopf hängen bleibt", sagte Mats Hummels überraschend entspannt, "wir müssen jetzt gewinnen, wollen es in der eigenen Hand haben nach dem Spiel. Es wird ein heißes Duell." Findet Dortmunds Mario Götze auch: "Wir freuen uns alle auf das Spiel, es wird sehr, sehr geil." Na hoffentlich.

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