Die Wembley-Generalprobe: Patzen verboten!

Der Countdown für Wembley läuft - Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hat Angst vor Verletzungen. Beim FC Bayern sagt Trainer Jupp Heynckes: "Wir müssen wieder zur Normalität finden."
| Florian Bogner
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Jupp Heynckes (l.) und Jürgen Klopp.
dpa, firo Jupp Heynckes (l.) und Jürgen Klopp.

München - Im Theatergeschäft sagt man ja: Die Generalprobe darf ruhig schief gehen, dann klappt’s mit der Premiere um so besser. Im Bundesliga-Geschäft dagegen sagen Trainer vor sogenannten Generalproben Sachen wie: "Wir müssen im Rhythmus bleiben."

Jupp Heynckes sagt das zumindest, vor seinem letzten Bundesliga-Spiel mit dem FC Bayern in Mönchengladbach am Samstag (15.30 Uhr live bei Sky und Liga total!). Generalprobe verpatzen verboten!

Heynckes sagt auch: "Wir müssen wieder zur Normalität finden." Normalität? Bei seinem Liga-Abschied? Mit zwei Endspielen vor Augen? Gut gebrüllt, Jupp.

Final-Gegenüber Jürgen Klopp äußert sich vor seiner Generalprobe mit Borussia Dortmund gegen 1899 Hoffenheim dagegen ehrlich besorgt. "Die Schiedsrichter-Ansetzung ist wichtig", sagt der 45-Jährige und appelliert an den abstiegsbedrohten Gegner, nicht "mit übergroßer Härte Probleme zu regeln, die man sich über ein ganzes Jahr lang eingebrockt hat".

Nicht auszudenken, einer der Stammspieler verletze sich im letzten Spiel vor Wembley. Die DFL hat Jochen Drees zugeteilt, einen erfahrenen Mann.

Auf eine B-Elf setzen werden beide Trainer jedenfalls nicht. Der Rhythmus! "Negative Szenarien herbeireden? Davon halte ich überhaupt nichts", sagt Heynckes. Devise: Nicht über die Verletzungsgefahr nachdenken. "Sowas darf man nicht im Kopf haben."

Nur wenn er merkt, ein Spieler verausgabe sich zu sehr, werde er reagieren. "Ich muss genau beobachten. Wenn ich der Meinung bin, dass es besser wäre, den ein oder anderen Spieler raus zu nehmen, dann mache ich das", sagt der 68-Jährige vor seinem 1011. und letzten Bundesliga-Spiel.

In "seinem" Gladbach gilt’s schließlich, der Sahne-Saison das Häubchen aufzusetzen. Und einem Borussia-Makel entgegen zu wirken: Nur ein Sieg gelang in den letzten sechs Duellen (April 2011), seit 2006 ist man in Gladbach sieglos, überhaupt hat man dort nur einmal in den letzten 15 Jahren gewonnen.

Jetzt will man im Borussia-Park die 90-Punkte-Marke knacken (aktuell 88), die beste Rückrunde aller Zeiten (aktuell 46 Punkte, Dortmund schaffte 2012 sogar 47) und den Wenigste-Gegentore-Rekord (21; aktuell 15) wahr machen – und zwar mit der besten Elf, die Heynckes zu bieten hat.

"Der Countdown läuft für mich seit Dienstag", sagt er. Das letzte Liga-Spiel und das Champions-League-Endspiel sehe er "als Paket, deswegen gibt's für mich auch keine Rotation".

Heißt: Jérôme Boateng wird wohl den Vorzug vor Daniel Van Buyten in der Innenverteidigung erhalten, alle anderen Positionen stehen fest. Unter der Woche ließ er jedenfalls so zweimal in Trainingsspielen A- gegen B-Team antreten: 1:1 und 0:0 ging’s aus, steigerungsfähig.

Auch Klopp setzt mit Dortmund mit Ausnahme von Mario Götze auf seine beste Elf. Heißt: Ilkay Gündogan soll im offensiven Mittelfeld den Götze-Ersatz mimen. Der Bald-Bayer, der an den Folgen eines Muskelfaserrisses laboriert, weilte am Donnerstag erneut in München, ließ sich in Unterhaching von Physios behandeln und guckte sich nach Wohnungen um.

Heynckes freut sich derweil schon auf den trainingsfreien Pfingstmontag. "Das ist mein Video-Tag, da bin ich ungestört und studiere nochmal den Champions-League-Gegner", sagt er. Ein "paar Kleinigkeiten" wolle er dann noch herausarbeiten, "daraus entsteht dann der Plan, wie wir spielen wollen". So hat die Generalprobe doch noch einen praktischen Zweck.

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