Die Hinrundenzeugnisse für das Mittelfeld des FC Bayern

Diese Saison war das Mittelfeld des FC Bayern auch eine Schwachstelle. Wer hat überzeugt, wer muss sich steigern? Das AZ-Hinrundenzeugnis. 
von  Maximilian Koch
Die Bayern-Zentrale: Thomas Müller, Joshua Kimmich, Corentin Tolisso, Leon Goretzka, Philippe Coutinho und Thiago (v.l.).
Die Bayern-Zentrale: Thomas Müller, Joshua Kimmich, Corentin Tolisso, Leon Goretzka, Philippe Coutinho und Thiago (v.l.). © Rauchensteiner, sampics, firo / Augenklick, AZ

Diese Saison war das Mittelfeld des FC Bayern auch eine Schwachstelle. Wer hat überzeugt, wer muss sich steigern? Das AZ-Hinrundenzeugnis. 

München – Hier wird gekämpft und dirigiert, gepasst und ganz viel gelaufen: das Mittelfeld, Herz des Bayern-Spiels, Schaltzentrale, in einigen Momenten dieser Hinrunde aber auch: Schwachstelle. Wer für sich werben konnte – und wer sich steigern muss. 

Teil zwei der AZ-Hinrundenzeugnisse für den FC Bayern: Mittelfeld

Joshua Kimmich: Der Anführer der Zukunft und Chefkritiker des Teams durfte in den allermeisten Partien dieser Hinserie auf seiner Lieblingsposition ran: im zentralen defensiven Mittelfeld. An guten Tagen spielt Kimmich schon wie ein junger Xabi Alonso, an schwachen taucht er noch zu oft ab und agiert fehlerhaft. Je näher Weihnachten rückte, desto erschöpfter wirkte der 24-Jährige. Trotzdem natürlich weiter eine ganz wichtige Säule. Zwei Tore und fünf Vorlagen in allen Wettbewerben sind okay. Note 3

Thiago: Beim Spanier ist man hin- und hergerissen. Mit seinen Kunstpässen kann Thiago einen Gegner allein aushebeln, die Fans verzücken. Doch manchmal übertreibt es der Spielgestalter mit seiner Zauberei, wenn pragmatisches Handwerk gefragt wäre. Unter Hansi Flick zunächst auf der Bank, später dann wieder in der Startelf. Auf Sicht liefert er sich mit Kimmich ein Stammplatz-Duell.

Als alleiniger Sechser ist der Spanier nicht die ideale Besetzung. Note 4

Corentin Tolisso: Drei Tore und drei Assists stehen für den französischen Weltmeister in der Hinrundenbilanz.

Ordentlich, aber da geht noch mehr. Tolisso sucht ja bekanntlich gern den Weg in den Strafraum. Der 25-Jährige erlaubte sich auch einige schlimme Fehler, die zu Gegentoren führten. Gerade defensiv manchmal zu nachlässig – und mit Verletzungspech: Der 25-Jährige verpasste die letzten drei Spiele wegen muskulärer Probleme. Tolisso greift im Doha-Trainingslager wieder an. Note 4

Leon Goretzka: Der Nationalspieler verabschiedete sich unfreiwillig früh in die Winterpause, ebenso wie Tolisso plagten ihn muskuläre Probleme.

Zuvor unter Flick eine unverzichtbare Stütze, der Coach schätzte Goretzkas Qualitäten in der Balleroberung und dessen Dynamik. Zwei Tore und zwei Vorlagen sind für den offensivstarken Achter, der von vielen Verletzungen gestoppt wurde, etwas wenig. Note 3

Coutinho: Viel Glanz für zu wenig Glanzmomente

Philippe Coutinho: Als großer Hoffnungsträger wurde der Brasilianer im Sommer präsentiert, Bayern lieh Coutinho für ein Jahr vom FC Barcelona aus.

Kostenpunkt: Umgerechnet mindestens 650.000 Euro pro Spiel (allein 25 Millionen Euro Jahresgehalt). Viel Geld – für zu wenige Glanzmomente bislang. Gegen Bremen gelang Coutinho ein Dreierpack, insgesamt stehen sieben Tore und sieben Assists in der Statistik. Trotzdem: Coutinho darf noch dominanter werden. Note 3

Thomas Müller: Von Ex-Coach Niko Kovac zum "Not-am-Mann"-Profi degradiert, blüht Müller unter Flick wieder richtig auf. Elf Vorlagen erreichte Müller in 17 Liga-Spielen, das ist neuer Rekord!

Fünf Tore und 13 Assists sind es für den 2014er Weltmeister in allen Wettbewerben. Müller ist als Anführer, Sprachrohr, Stimmungskanone und Identifikationsfigur unverzichtbar für Bayern. Note 2

Michaël Cuisance, Renato Sanches und Sarpreet Singh ohne Note: Das Jungstar-Trio kam jeweils nur zu ganz wenigen Einsätzen in der Hinrunde, deshalb gibt es keine Bewertung. Sanches wurde sogar abgegeben, spielt inzwischen in Frankreich bei OSC Lille.

Lesen Sie hier die Hinrundenzeugnisse für die Abwehr des FC Bayern