Die Freund-Frage: Woran die Verlängerung des Bayern-Sportdirektors hängt

Der FC Bayern will den Vertrag mit dem Sportdirektor über Vertragsende 2027 hinaus verlängern, wie die AZ erfuhr. Doch was plant Freund selbst? Es sind nach AZ-Informationen noch Fragen zu klären.
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Genießt im Kreise der Bosse um Präsident und Aufsichtsratschef Herbert Hainer hohes Ansehen: Sportdirektor Christoph Freund (l.).
Genießt im Kreise der Bosse um Präsident und Aufsichtsratschef Herbert Hainer hohes Ansehen: Sportdirektor Christoph Freund (l.). © IMAGO/Maximilian Koch

Ihren Dreierpack im Führungsteam wollen die Bosse des FC Bayern auf jeden Fall noch vor der Jahreshauptversammlung Ende November perfekt machen: Nach Vorstandschef Jan-Christian Dreesen und Sportvorstand Max Eberl soll auch Sportdirektor Christoph Freund über 2027 hinaus verlängern. Nach AZ-Informationen steht der Aufsichtsrat hinter Freund, letztlich entscheidet der Vorstand um Dreesen, Eberl und Rouven Kasper (Marketing und Vertrieb) über die Zukunft des Österreichers. Und auch da hat Freund die Mehrheit auf seiner Seite.

Liefern zusammen gute Ergebnisse: Freund und Sportvorstand Max Eberl (l.).
Liefern zusammen gute Ergebnisse: Freund und Sportvorstand Max Eberl (l.). © IMAGO/Revierfoto / xRx

FC Bayern: Offene Fragen um Schmadtke

Die Frage lautet jetzt: Was will Freund selbst? Aktuell soll sich der Sportdirektor noch in der Überlegungsphase befinden, es geht um einige offene Fragen. Eine davon lautet: Bleibt Nils Schmadtke, der enge Vertraute von Eberl, Chefscout oder nicht? Schmadtkes Vertrag läuft ebenfalls bis 2027, aktuell sieht es eher danach aus, als würde der 37-Jährige nicht verlängern. Dann könnte Freund einen Chefscout nach seinen Vorstellungen installieren.

Bayerns Chefscout Nils Schmadtke.
Bayerns Chefscout Nils Schmadtke. © IMAGO/Norbert Jansen / fohlenfoto

Freunds Macht am Campus ist in den vergangenen Monaten bereits größer geworden. Der 49-Jährige bildet ein Topduo mit Campus-Chef Jochen Sauer, beide arbeiteten einst schon bei RB Salzburg erfolgreich zusammen. Das Zusammenspiel zwischen Freund, Sauer und dem Sportlichen Leiter Michael Wiesinger sei hervorragend, heißt es intern. Und daher würde es schon sehr überraschen, wenn Freund dieses funktionierende Team verlassen würde. Auch sein Draht zu Cheftrainer Vincent Kompany ist sehr gut.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

"Es macht Spaß und es ist wichtig, wie es intern funktioniert. Und das tut es momentan sehr, sehr gut", sagte Freund im April. Auch wenn das Verhältnis zu Eberl angeblich nicht immer ganz harmonisch sein soll, stimmen die Ergebnisse, die beide gemeinsam hinbekommen. Und das zählt am Ende. In dieser Transferperiode wurden mit Nathaniel Brown und Ismael Saibari nicht nur zwei Topspieler verpflichtet, sondern auch einige Spieler verkauft. Mit Noël Aséko, Jonah Kusi-Asare, Jonathan Asp Jensen, Wisdom Mike und Maurice Krattenmacher wurden mehrere Talente aus dem eigenen Nachwuchs abgegeben, Bayern generierte damit wichtige Millionen-Einnahmen.

Gutes Verhältnis: Freund und Cheftrainer Vincent Kompany (r.).
Gutes Verhältnis: Freund und Cheftrainer Vincent Kompany (r.). © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Der Campus zahlt sich immer mehr aus: Entweder schaffen es Jungstars wie Jamal Musiala, Aleksandar Pavlovic, Lennart Karl oder Tim Binder fest zu den Profis, was natürlich die Wunschvorstellung ist. Oder aber man nimmt durch Verkäufe viel Geld ein. Der Bayern-Weg stimmt, und wer wird von Freund maßgeblich mitgeprägt. Daher stehen die Zeichen auf Verlängerung. "Wir wollen so viele Spieler wie möglich entwickeln, damit sie ihr volles Potenzial ausschöpfen können", sagte Freund über die jungen Bayern-Spieler. Der Klub wolle "den Standard am Campus so hoch wie möglich setzen", ergänzte der Sportdirektor.

Talentschmiede Campus und Kompanys Rolle

Und dann braucht es mit Kompany auch einen Trainer, der die Talente spielen lässt. Auf der Asien-Reise Anfang August waren etwa Binder, Bastian Assomo, Maycon Cardozo, Felipe Chávez, Guido Della Rovere, Vincent Manuba, Filip Pavic und David Podar-Stiube dabei. Die Auswahl wird immer größer, die Qualität am Campus immer höher. Aktuell sind Binder und der verletzte Cardozo (Schulterbruch) die hoffnungsvollsten Jungstars. Karl hat sich längst in Kompanys Team etabliert und es bis in die Nationalmannschaft geschafft.

So soll es weitergehen beim FC Bayern - mit Freund als idealem Bindeglied zwischen Campus und Profimannschaft.

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