Der Upamecano-Deal ist durch – doch auf die Bayern-Bosse wartet bereits der nächste zähe Vertragspoker
Es ist geschafft, die Tinte ist trocken. Nun ja, es war ein feiner Kugelschreiber, aber Hauptsache Dayotchanculle Oswald, kurz Dayot Upamecano hat nun endlich, nach etwa einem Jahr Verhandlungsmarathon, seinen Upa unter einen neuen Vertrag beim FC Bayern gesetzt. Lohnt sich, die Bezüge des Franzosen wurden deutlich angehoben. Er zählt nun zu den Top-Verdiener des Kaders. Bis 2030 will Upamecano bleiben, das bisherige Arbeitspapier wäre Ende Juni ausgelaufen.
"Ich bin sehr glücklich, beim FC Bayern zu bleiben und in diesem Team weiterspielen zu können: Wir haben eine tolle Mannschaft und einen tollen Trainer, und gemeinsam haben wir große Ziele", sagte Upamecano am Tag vor dem Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr, Sky) bei Abstiegskandidat Werder Bremen und erklärte: "Es geht immer um Mentalität im Leben – ich gebe alles für meine Mitspieler, in jedem Training, möchte jedes Spiel zu null spielen und mit dem FC Bayern so viele Titel wie möglich gewinnen."

Bayern hat sich für Upamecano finanziell extrem gestreckt
Für die Bilder des Fotoshootings hat der Verein seinen Innenverteidiger als Eisenbieger inszeniert. Mit Gewichten, Kugelhanteln und Seilen. In einem Muskelshirt, das die körperlichen Vorzüge des 27-Jährigen prächtig in Szene setzt. Und wer die Oberschenkel von Upamecano einmal aus nächster Nähe gesehen hat, der kann jeden Stürmer verstehen, der einem Zweikampf mit "Upa, the Body" am liebsten aus dem Weg gehen würde.
Upamecano ist der Fels in der Abwehrbrandung der Bayern, europa- und weltweit einer der besten seines Faches. Deshalb haben sich die Verantwortlichen auch beinahe verbogen und finanziell bis an die Decke gestreckt. "Ein Kader braucht Ankerpunkte: Mit Dayot setzen wir den nächsten", erklärte nun Bayerns Sportvorstand Max Eberl und fügte hinzu: "Oft lautet die Frage nicht, wen man holt – sondern wen man entwickelt: Dayot ist beim FC Bayern zum internationalen Spitzenspieler gereift."
Verhandelt haben Upamecano und seine Berater, im besten Sinne auch Eisenbieger, ebenso eisenhart. Das Finanzpaket der Vertragsverlängerung wiegt schwer auf der Ausgabenseite in den künftigen Kontoauszügen des FC Bayern: Rund 20 Millionen Euro pro Jahr laut der französischen Fachzeitschrift "L' Équipe". Extrem hart wurde um sämtliche Details (inklusive des Unterschriftsbonusses von angeblich rund 20 Millionen Euro, in der Auszahlung verteilt auf die vier Vertragsjahre) gerungen – mit kontroverser Zuspitzung. Denn erst als die Bayern-Bosse nach verstrichener Deadline das Angebot zurückzogen, nahm Upamecano sein Schicksal selbst in die Hand und gab per Anruf bei Jan-Christian Dreesen sein Ja-Wort.
Dreesen: Upamecano-Verlängerung zeigt "unseren Stellenwert im internationalen Fußball"
Der Vorstandsboss äußerte sich zufrieden: "Dayot Upamecano ist bei uns zum Topspieler auf höchstem Niveau gereift. Dass er seinen Weg beim FC Bayern fortsetzt, freut uns sehr und beweist einmal mehr unseren Stellenwert im internationalen Fußball. Sein klares persönliches Commitment ist ein starkes Signal – für unseren sportlichen Kurs und für das sehr gute Miteinander im Team und im Klub." Dreesen weiß auch: Bald kommen die nächsten Vertragsgespräche auf die Bosse zu.
Kapitän Manuel Neuer darf über seine Zukunft selbst entscheiden. Sein treuer Adlatus, Torhüter Nummer drei Sven Ulreich, unterschrieb stets ebenfalls für ein Jahr, wenn der Keeperboss verlängerte. Bei Raphael Guerreiro stehen die Zeichen nach Vertragsende im Juni auf Abschied. 2027 enden die Arbeitspapiere von Konrad Laimer und Harry Kane. Die Erneuerung des Vertrags mit dem britischen Torjäger dürfte sich tatsächlich einfacher gestalten als mit der österreichischen Allzweckwaffe.

Der Wert des Rechtsverteidigers Laimer ist durch seine konstant starken Leistungen gestiegen – darauf werden die Berater pochen. Droht der nächste zähe Poker à la Upa?
Upamecano, 2021 für 42,5 Millionen Euro von RB Leipzig gekommen, hat sich in seinen Vertrag eine Ausstiegsklausel verankern lassen. Bereits im Sommer 2027 kann er diese aktivieren. Wer ihn dann holen möchte, muss 65 Millionen überweisen. Ein heißes Eisen.
