Der Unersetzliche

Die Tatsache, dass sich Arjen Robben am kleinen Finger verletzt, sorgt für Unruhe bei Bayern. Andreas Brehme erklärt, wieso sie so abhängig von ihm sind
| Filippo Cataldo
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München - Es ging einfach nicht mehr. Nach dem Vormittagstraining ging es für Arjen Robben gestern auf dem schnellsten Weg in die Innenstadt, in die Praxis von Bayern-Doc Wilhelm Müller-Wohlfahrt. „Er saß mit großen Schmerzen in der Kabine.”

Robben kann doch nicht, er wird doch nicht wieder ausfallen? Nein, wird er nicht. Kollege Philipp Lahm sagt: „Er hat normal mittrainiert und lag hinterher nicht am Boden vor Schmerzen.” Sein Einsatz am Samstag gegen Mainz (18.30 Uhr, Liveticker auf abendzeitung.de, die Red.) ist nicht in Gefahr.

Tatsächlich war Robben beim Versuch, einen Ball zu stoppen, mit der Hand am Zaun hängen geblieben. Robben verdrehte sich den kleinen Finger der rechten Hand, bei Müller-Wohlfahrt bekam er eine Schiene verpasst. Das soll genügen. Robben wird am Samstag spielen. „Wir brauchen ihn, um alle nächsten Aufgaben zu meistern”, sagte Franck Ribéry, Ex-Coach Ottmar Hitzfeld hatte den Holländer gar mit Barcelonas Lionel Messi verglichen.

Tatsächlich war dies noch untertrieben. „Arjen ist für Bayern noch wichtiger als Messi für Barcelona!”, sagt Weltmeister Andreas Brehme zur AZ, „wenn Messi ausfällt, hat Barca noch genug andere Spieler, die seine Rolle spielen können.” Sollten Robben - oder auch Franck Ribéry ausfallen – sei das Bayern-Spiel „ein ganz anderes”. „Jedes europäische Topteam braucht diese Superstars. Ohne Wayne Rooney fehlt ManU auch viel. Aber so wichtig wie es Robben für den FC Bayern ist, ist wohl kein anderer Spieler. Robben ist für Bayern unersetzlich.” Die Statistik gibt ihm recht. Saison- und wettbewerbsübergreifend erzielte er in 42 Spielen für einen Mittelfeldmann unglaubliche 28 Tore (fünf diese Saison), gab außerdem zehn Vorlagen (zwei 2010/2011).

Die Bayern holten mit Robben in dieser Saison drei Siege und ein Remis. Das ist ein Punkteschnitt von 2,5 (insgesamt 1,73.). Ohne Robben gewann Bayern acht Spiele in der Liga, spielte fünf Mal unentschieden und verlor ebenso oft – in Punkten ausgedrückt sind dies 1,61 pro Spiel.

Coach Louis van Gaal braucht Robben, damit sein Spielsystem aufgeht. Sein Ballbesitz-Dogma macht das Bayern-Spiel berechenbar. Tempo-Wechsel gelingen nur mit den Solisten. Bastian Schweinsteiger mag das Herz des Teams sein; Robben macht, zumal Ribéry mittlerweile – wie Brehme erkannt hat – „auch vermehrt Defensivaufgaben übernimmt”, den Unterschied aus. Er ist der Mann für die speziellen Momente, für die Überraschungen. „Robben kannst du kaum stoppen”, sagt Brehme. Schon gar nicht ein lädierter Finger.
 

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