Der Schlussmacher: Flick wirft nicht zum ersten Mal vorzeitig hin

Die Abkehr vom FC Bayern ist nicht das erste Mal, dass Hansi Flick sich von seinem Arbeitgeber entfernt. Das hat er schon bei 1899 Hoffenheim, RB Salzburg, aber auch beim DFB so gehandhabt.
| Patrick Strasser
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Als DFB-Sportdirektor ist Flick (r., hier mit dem damaligen Co-Trainer Thomas Schneider) etwa 2,5 Jahre im Amt.
Als DFB-Sportdirektor ist Flick (r., hier mit dem damaligen Co-Trainer Thomas Schneider) etwa 2,5 Jahre im Amt. © GES/Augenklick

Hansi Flick ist kompromisslos, hat eine klare Linie und zieht die Notbremse, wenn er es aus seiner Sicht für richtig erachtet. Das müssen die Bayern-Verantwortlichen gerade schmerzvoll erfahren. Bereits drei Mal in seiner Karriere nach der aktiven Zeit als Profi machte er bei seinen Stationen früher Schluss als vereinbart.

Abgang Nummer 1: Als Co-Trainer bei RB Salzburg 

Zum 1. Juli 2006 wurde Flick bei den Österreichern Assistent von Cheftrainer Lothar Matthäus - allerdings für nur zwei Monate. RB holte plötzlich Giovanni Trapattoni als neuen Sportdirektor, der sich jedoch auch als Chefcoach sah. Ständig gab es zwischen Trap und Matthäus Zoff im Training um Taktik und Personal, zum Leidwesen der Profis um die Ex-Bayern Thomas Linke, Alexander Zickler und Niko Kovac (ja, so klein ist die Welt).

Flick rutschte in der Hierarchie eine Etage tiefer und nahm sehr gerne Ende August die Anfrage von Joachim Löw an, bei der Nationalelf sein Co-Trainer zu werden. "Ich war sehr gerne in Salzburg, ein absoluter Top-Verein, eine super Stadt", erzählte Flick, "aber als ich das Angebot vom DFB bekam, musste ich nicht einmal eine Sekunde überlegen."

Abgang Nummer 2: Als DFB-Sportdirektor 

Im Anschluss an den WM-Triumph 2014 in Brasilien sah Flick das Ende seiner Zeit als Assistent von Löw gekommen - auch weil damals die Aufstiegschancen zum Bundestrainer aussichtslos waren. Flick wurde nach den Fehlgriffen mit Matthias Sammer und Robin Dutt Sportdirektor beim Verband, ausgestattet mit einem Fünfjahresvertrag. Doch schon im Januar 2017 ging er - völlig überraschend - von sich aus, da er sich "mehr auf die Familie konzentrieren" wolle.

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Man vermutete, er sähe erstens keine Perspektive neben dem allmächtigen Nationalelfmanager Oliver Bierhoff und wolle zweitens lieber wieder selbst in Fußballschuhen auf dem Trainingsplatz stehen. Es kam anders.

Abgang Nummer 3: Als Geschäftsführer der TSG Hoffenheim 

Diesen Job nahm er im Juli 2017 an, schließlich kannte er den Verein im Kraichgau in der Nähe seiner Geburtsstadt Heidelberg bestens, da er bei der TSG von 2000 bis 2005 Trainer war. Größter Erfolg: Aufstieg in die Regionalliga Süd. In Hoffenheim unterschrieb er einen Fünfjahresvertrag als Geschäftsführer Sport - allerdings ohne konkrete Stellenbeschreibung. Was schon damals für Kopfschütteln bei vielen Beobachtern sorgte.

241 Tage hält es Flick (l., hier mit Stefan Kuntz und Präsident Peter Hofmann) als Sportdirektor in Hoffenheim aus.
241 Tage hält es Flick (l., hier mit Stefan Kuntz und Präsident Peter Hofmann) als Sportdirektor in Hoffenheim aus. © GES/Alexander Scheuber

Es entwickelte sich eine Provinzposse um Kompetenzen und die strategische Ausrichtung des Klubs zwischen Flick und TSG-Gesellschafter und Mehrheitseigner Dietmar Hopp. Einem Machtkampf oder gar Zerwürfnis widersprach der Verein, ließ jedoch Mäzen Hopp nach 241 Tagen verlauten: "In einem Vier-Augen-Gespräch Ende Januar 2018 wurde deutlich, dass es über die Rolle und Aufgabe von Hansi Flick unterschiedliche Auffassungen gibt."

Im Grunde Flicks größtes Missverständnis seiner Karriere. Bis jetzt, bis zur Auseinandersetzung mit Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic...

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